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Inklusion / Sozialforschung

Aktion Mensch-Umfrage: Für Kinder gehört Inklusion heute schon zur Normalität

Zwei Kinder liegen auf einer Blumenwiese und spielen miteinander.
Bild: © philidor - Fotolia.com

Eine große Mehrheit der Kinder findet es gut oder normal, wenn Kinder mit Behinderung überall dabei sind. Bei vielen besteht der Wunsch, sich besser kennenzulernen und Berührungsängste zu überwinden. Begegnungen zwischen Kindern mit und ohne Behinderung finden jedoch überwiegend in der Schule und selten in der Freizeit statt. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Aktion Mensch.

Kinder in Deutschland begegnen dem Thema Inklusion positiv und unvoreingenommen. Dieses deutliche Stimmungsbild zeigt eine bundesweite Befragung von Ipsos im Auftrag der Aktion Mensch unter 300 Kindern im schulpflichtigen Alter. So findet es die große Mehrheit der Kinder (94 Prozent) zwischen sechs und 14 Jahren gut (44 Prozent) oder normal (50 Prozent), wenn Kinder mit Behinderung überall dabei sind. Und das nicht nur in der Theorie: Fast 60 Prozent der befragten Mädchen und Jungen geben an, mindestens ein Kind mit einer Behinderung zu kennen.

„Die Ergebnisse der Befragung zeigen, wie wichtig Inklusion von Anfang an ist. Wenn Kinder gemeinsam aufwachsen, wird Inklusion im weiteren Leben selbstverständlich“, sagt Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch.

Begegnungen finden überwiegend in der Schule statt

Für ihre positive Einstellung haben die Kinder gute Gründe: Fast zwei Drittel der Mädchen und Jungen sehen in Inklusion die Möglichkeit, dass sich Kinder mit und ohne Behinderung gegenseitig helfen können. Auch der Wunsch, sich besser kennenzulernen, spielt eine wichtige Rolle – für Schüler/-innen weiterführender Schulen noch deutlicher (51 Prozent) als für Grundschulkinder (32 Prozent). Dabei fällt jedoch auf, dass Begegnungen zwischen Kindern mit und ohne Behinderung überwiegend in der Schule stattfinden (77 Prozent) und nur selten in der Freizeit (18 Prozent) oder bei anderen Aktivitäten.

Barrieren und Berührungsängste als größte Hindernisse

Warum Inklusion noch nicht überall funktioniert – auch dazu haben die Kinder eine klare Meinung. Für die Mehrheit der Mädchen und Jungen (66 Prozent) ist mangelnde Barrierefreiheit ein Grund, warum Kinder mit Behinderung manchmal nicht dabei sein können. Allerdings vermuten auch 41 Prozent der Schüler, dass viele Angst haben, im Umgang mit Menschen mit Behinderung etwas Falsches zu machen oder zu sagen. Entsprechend sehen die befragten Kinder in diesen Bereichen auch den größten Handlungsbedarf: 60 Prozent stimmen dem Lösungsansatz „Beim Bauen muss man mitdenken“ zu. Ebenso viele Mädchen und Jungen sind der Meinung, dass Kinder mit Behinderung nicht ausgeschlossen (60 Prozent) und Berührungsängste überwunden werden sollten (56 Prozent), damit Inklusion funktionieren kann.

Inklusion von Anfang an

Mit Ihrer aktuellen Kampagne und dem Film „Mission Zukunft“ setzt sich auch die Aktion Mensch gezielt für „Inklusion von Anfang an“ ein. Der Film ist auf www.aktion-mensch.de/vonanfangan zu sehen. Und auch mit ihrer Förderung engagiert sich die Soziallotterie dafür, dass Kinder mit und ohne Behinderung sich auch in ihrer Freizeit mehr begegnen.

Über die Studie

Für die Online-Befragung zum Thema „Umgang mit Kindern mit Behinderung“ hat das Marktforschungsinstitut Ipsos Observer insgesamt 300 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren befragt, deren Eltern Mitglied im Ipsos Access Panel sind und die der Befragung zugestimmt haben. Unter den befragten Kindern befanden sich zu gleichen Teilen Mädchen und Jungen. Jeweils 150 Kinder waren 6 bis 9 Jahre und 10 bis 14 Jahre alt. Die Befragung erfolgte vom 23. bis zum 27. August 2018.

Quelle: Aktion Mensch e.V. vom 13.09.2018

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