Freiwilliges Engagement / Europa

Drei Jahre Europäisches Solidaritätskorps: Mehr als 161.000 junge Menschen registriert

Die Hände von jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft, die im Kreis stehen, liegen übereinander.
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In den vergangenen drei Jahren haben sich mehr als 161.000 junge Menschen für das Europäische Solidaritätskorps registriert, rund 20.000 davon waren oder sind bisher in Projekten aktiv. Im Rahmen des EU-Programms können jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren Freiwilligenarbeit leisten, Praktika absolvieren und Arbeitserfahrung zu sammeln. Außerdem können sie eigene Solidaritätsprojekte ins Leben rufen, die zu einem positiven Wandel in ihrer Gemeinschaft beitragen sollen.

Nach 2020 soll das Programm gestärkt werden

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, erklärte: „Wir haben in den letzten drei Jahren viel erreicht. Wir haben in Rekordzeit ein neues Programm auf die Beine gestellt, das jungen Menschen und Organisationen die Möglichkeit bietet, andere zu unterstützen und uns beim Aufbau einer solidarischeren Gesellschaft zu helfen, in der die Menschen stärker aufeinander achten. Es erfüllt mich mit Stolz, so viele junge Menschen zu sehen, die sich engagieren möchten und aktiv in Projekten vor Ort mitwirken wollen. Ihre Begeisterung ist wahrlich inspirierend. Deshalb habe ich vorgeschlagen, das Europäische Solidaritätskorps nach 2020 zu erweitern und zu stärken.“

Insgesamt sind in Deutschland derzeit 678 Organisationen, Vereine und Unternehmen an dem Programm beteiligt. In Altdöbern in der Niederlausitz engagiert sich zum Beispiel Guillaume Vannier aus Frankreich, um das heimische Kulturerbe zu erhalten und dabei insbesondere den historischen Parks zu pflegen und restaurieren.

Freiwillige Tätigkeiten machen den Großteil der finanzierten Aktivitäten aus

Das Europäische Solidaritätskorps hat das Leben vieler Menschen verändert. Während ein großer Teil der finanzierten Aktivitäten freiwillige Tätigkeiten – einzeln oder in Teams – betrifft, können junge Menschen auch Praktika absolvieren und Arbeitserfahrung sammeln. Außerdem können sie selbst Solidaritätsprojekte ins Leben rufen, bei denen sie Aktivitäten anstoßen, entwickeln und durchführen, die zu einem positiven Wandel in ihrer Gemeinschaft beitragen sollen, während sie im Ausland leben und wertvolle Kompetenzen erwerben.

Neben Inklusion sind Themen wie Jugendarbeit, Klimawandel, Gemeinschaftsentwicklung, Bürgerschaft, Bildung und Kultur Gegenstand der Projekte. Tausende weitere Möglichkeiten werden in den kommenden Monaten und Jahren entstehen. Jede dritte davon richtet sich an Teilnehmende mit geringeren Chancen, die sich dem Solidaritätskorps anschließen können, weil dessen Konzept besondere Maßnahmen zur Unterstützung ihrer Teilnahme vorsieht.

Hintergrund

In seiner Rede zur Lage der Union vom September 2016 kündigte Präsident Juncker die Schaffung eines Europäischen Solidaritätskorps an, das jungen Europäerinnen und Europäern die Möglichkeit bieten sollte, sich an solidarischen Tätigkeiten zu beteiligen und im Rahmen der breiter angelegten Strategie der Kommission für Investitionen in junge Menschen in Europa einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Das Korps greift ein veritables Interesse junger Menschen an Engagement in sozialen Projekten auf. In einer Eurobarometer-Umfrage im Frühjahr 2019 gaben mehr als die Hälfte der befragten jungen Menschen an, sich an Freiwilligenaktivitäten oder lokalen Gemeinschaftsprojekten beteiligt zu haben, und drei Viertel hatten sich aktiv in organisierten Bewegungen oder Freiwilligenstrukturen engagiert.

Das Ziel: 100.000 Teilnehmende bis Ende 2020

Nur drei Monate nach der Ankündigung, am 7. Dezember 2016, wurde das Europäische Solidaritätskorps mit dem Ziel gegründet, dass 100.000 junge Menschen bis Ende 2020 daran teilnehmen sollten. In der Anlaufphase wurden acht verschiedene EU-Finanzierungsprogramme dazu genutzt, Freiwilligentätigkeiten, Praktika oder Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten.

Am 30. Mai 2017 legte die Kommission einen Vorschlag vor, um das Europäische Solidaritätskorps mit einer einheitlichen Rechtsgrundlage, einem eigenen Finanzierungsmechanismus und einem breiteren Angebot an Solidaritätsprojekten auszustatten. Die neue Verordnung trat am 5. Oktober 2018 in Kraft, und das Korps verfügt über ein eigenes Budget in Höhe von 375,6 Mio. Euro bis 2020.

Aktuelle Antragsrunde bis 1. Oktober 2019

Eine erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen wurde im August und November 2018 veröffentlicht und schuf 20.000 neue Möglichkeiten. Eine zweite Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen ist derzeit offen, die Einreichungsfrist endet am 1. Oktober 2019 und wird 7.000 neue Möglichkeiten schaffen. In dieser Aufforderung werden Organisationen, die ein Qualitätssiegel haben, aufgefordert, Finanzhilfen zu beantragen und Projekte einzurichten, in denen junge Menschen sich freiwillig engagieren, arbeiten oder Praktika absolvieren können. Auch Gruppen junger Menschen können sich bewerben, wenn sie selbst ein Solidaritätsprojekt betreiben möchten. Interessierte junge Menschen, die sich an einem der kofinanzierten Projekte beteiligen möchten, können sich natürlich direkt auf dem Portal des Europäischen Solidaritätskorps anmelden.

Am 11. Juni 2018 legte die Kommission ihren Vorschlag für das Europäische Solidaritätskorps nach 2020 mit einer Mittelausstattung von 1,26 Mrd. Euro vor, um etwa 350.000 jungen Menschen eine Teilnahme zu ermöglichen.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 13.09.2019

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