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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

Junge jüdische Europäer sind wachsendem Antisemitismus ausgesetzt

Jüdische Kinder zum Teil mit Kippa stehen in einer Gruppe zusammen und schauen beim Verlegen von Stolpersteinen zu.
Bild: © Yehuda - fotolia.com

Viele junge jüdische Europäer/-innen sind noch stärker Antisemitismus ausgesetzt als die ältere Generation. Dies geht aus einem Bericht der EU-Kommission und der EU-Agentur für Grundrechte hervor. In einer Befragung erklärten vier von fünf jungen jüdischen Europäern, dass Antisemitismus in ihrem Land ein Problem sei, das ihrem Eindruck nach in den letzten fünf Jahren zugenommen habe.

Jungen jüdischen Europäerinnen und Europäern ist ihre jüdische Identität sehr wichtig. Es macht mich traurig, zu hören, dass sie um ihre Sicherheit besorgt sind, sich nicht trauen, eine Kippa zu tragen und einige sogar eine Auswanderung in Erwägung ziehen“, sagte Věra Jourová, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung, dazu.

Antisemitismus ist eine Bedrohung der europäischen Werte

„Wir müssen rasch handeln, um den Antisemitismus in Europa zu bekämpfen und unsere Anstrengungen bündeln, um die Sicherheit unserer jungen Menschen zu gewährleisten. Wir möchten, dass junge Menschen jüdischen Glaubens in Europa so aufwachsen, dass sie sich vollständig zugehörig fühlen. Antisemitismus stellt eine Bedrohung für unsere europäischen Werte dar. Deshalb gehört seine Bekämpfung zu unseren Prioritäten und arbeiten wir eng mit den Mitgliedstaaten zusammen, um dafür zu sorgen, dass diese jungen Menschen vollständiger Teil unserer Union sind“, so Jourová weiter.

Ergebnisse des Berichts

Basierend auf den Daten der Erhebung der EU-Grundrechteagentur gelangt der Bericht zu folgenden Ergebnissen:

  • 81 Prozent der jungen jüdischen Europäerinnen und Europäer bekennen sich zu einer starken jüdischen Identität.
  • Vier von fünf jungen jüdischen Europäerinnen und Europäern sagen, dass Antisemitismus in ihren Ländern ein Problem ist und sind der Ansicht, dass Antisemitismus in den letzten fünf Jahren zugenommen hat.
  • 81 Prozent der jungen jüdischen Europäerinnen und Europäer sind der Ansicht, dass Rassismus in ihren Ländern ein Problem ist, und 74 Prozent bemerken speziell eine Zunahme von Hass gegenüber Muslimen.
  • Das Gedenken an den Holocaust ist der wichtigste Faktor für die jüdische Identität der jungen jüdischen Europäerinnen und Europäer (95 Prozent).
  • Während die „Unterstützung Israels“ bei der Identität der jungen jüdischen Europäerinnen und Europäer eine geringere Rolle spielt als für die ältere Generation, geben 85 Prozent der Befragten an, dass ihnen in ihren Ländern zumindest „gelegentlich“ die Schuld für das geben wird, was von der israelischen Regierung unternommen wird.
  • 44 Prozent der jungen jüdischen Europäerinnen und Europäer erfuhren antisemitische Belästigungen; dies sind 12 Prozent mehr als in der älteren Generation. 80 Prozent der jungen Opfer melden Belästigungen nicht bei der Polizei oder einer anderen Behörde.
  • 45 Prozent der jungen jüdischen Europäerinnen und Europäer entscheiden sich dafür, in der Öffentlichkeit keine erkennbaren jüdischen Gegenstände zu tragen, mitzuführen oder sichtbar zu machen, da sie über ihre Sicherheit besorgt sind.
  • 41 Prozent zogen die Auswanderung in Erwägung, da sie sich in ihrem Land als Person jüdischen Glaubens nicht sicher fühlen.
  • 48 Prozent sind der Ansicht, dass sie von ihrer Regierung angemessen geschützt werden, und nur 17 Prozent finden, dass Antisemitismus in ihrem Land wirksam bekämpft wird.

Die Ergebnisse beziehen sich auf die mehr als 2.700 Jüdinnen und Juden im Alter von 16 bis 34 Jahren, die an der von der European Union Agency for Fundamental Rights – FRA durchgeführten Erhebung unter der jüdischen Bevölkerung in 12 Mitgliedstaaten, in denen schätzungsweise über 96 Prozent der jüdischen Bevölkerung der EU leben, teilnahmen.

Maßnahmen der EU-Kommission

Die EU-Kommission hat in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung des Antisemitismus ergriffen und letzte Woche die Arbeitsgruppe Antisemitismus eingesetzt, nachdem die Erklärung des Rates zur Bekämpfung des Antisemitismus einstimmig angenommen wurde.

Quelle: Vertetung der Europäischen Kommission vom 05.07.2019

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