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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

Für ein offenes und gerechtes Europa – BDKJ ruft zur Wahl proeuropäischer Parteien auf

Grafik Europa mit Sternen
Bild: © vaso - Fotolia.com

Kurz vor der Europawahl fordert die katholische Jugend ein gerechtes, offenes, demokratischeres und junges Europa und ruft zur Wahl proeuropäischer Parteien auf. Auf seiner Hauptversanmmlung verabschiedet der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) außerdem Anträge zur Friedenspolitik und Datenschutz und diskutiert in einem Studienteil zu Fragen geistlichen und sexuellen Missbrauchs in der Kirche.

Die Hauptversammlung des Bund der Deutschen Katholischen Jungend (BDKJ) fand vom 2. bis 5. Mai 2019 auf der Burg Rothenfels in der Nähe von Würzburg statt. In zwei Beschlüssen macht sich der BDKJ für ein gerechtes, friedliches und offenes Europa stark. Mit „Frieden ist mehr wert“ fordern die Delegierten der diesjährigen Hauptversammlung, die Europäische Union als Friedensakteurin zu etablieren. Dazu gehöre auch ein ständiger Sitz im UN-Sicherheitsrat und das Verbot von Waffenexporten aus der EU an Drittstaaten. Mit einem Aufruf, am 26. Mai proeuropäisch zu wählen, unterstreicht der BDKJ die Bedeutung der Gemeinschaft in Vielfalt insbesondere für die junge Generation. Eine gemeinsame Grundsicherung und ein europäischer Mindestlohn soll ein soziales und gerechtes Europa stärken.

Wahlaufruf „Deine Stimme für Europa“

Die Gemeinschaft in Vielfalt ist die große Stärke Europas, verdeutlicht der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) während der Hauptversammlung 2019 auf Burg Rothenfels. Er fordert zur Wahl proeuropäischer Parteien auf und hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung. Die katholische Jugend stellt Forderungen für ein gerechtes, offenes, demokratischeres und junges Europa auf.

„Als junge Menschen denken wir über nationale Grenzen hinaus und arbeiten gemeinsam an unserem Ziel einer gelingenden europäischen Integration“, sagt Bundesvorsitzende Katharina Norpoth. Dazu gehöre auch, dass sozialen Herausforderungen gemeinsam begegnet werde. „Für uns junge Menschen sind Perspektiven für die Zukunft besonders wichtig. Dafür muss es gleiche Zugänge zu formaler und non-formaler Bildung geben“, so Norpoth. Die Delegierten der BDKJ-Hauptversammlung 2019 bekräftigten außerdem ihr Anliegen von einer gemeinsamen Grundsicherung und einem europäischen Mindestlohn, um ein soziales und gerechtes Europa zu stärken.

Für ein junges, erlebbares und offenes Europa

Zu einem gerechten Europa gehört für den BDKJ auch, dass die Europäische Union ihre Verantwortung zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens wahrnimmt. Die hohe Bedeutung des Themas für junge Menschen wird aktuell durch die #fridaysforfuture–Bewegung deutlich, von der ein Vertreter als Gast bei der Hauptversammlung in Rothenfels gesprochen hat. „Ein gerechtes Europa hält Klimaziele ein. Gerecht heißt eben nicht auf Kosten kommender Generationen oder auf Kosten der Schöpfung zu leben“, sagt BDKJ-Bundespräses Dirk Bingener im Anschluss an das Gespräch mit dem 20-jährigen Johannes Kirchhoff von Fridays for Future Würzburg. 

Mit dem Aufruf zur Europawahl 2019 betont das höchste demokratische Gremium des BDKJ die Bedeutung Europas gerade für die junge Generation. In der täglichen Arbeit in den Jugend- und Diözesanverbänden des BDKJ bauen junge Menschen stetig mit Projekten, Partnerschaften und Austauschen an einem geeinten Europa und empfinden die Gemeinschaft und Vielfalt als große Bereicherung. Für ein junges, erlebbares und offenes Europa fordert der Dachverband der katholischen Jugendverbände die Senkung des Wahlalters und den finanziellen Ausbau von Förderprogrammen wie Erasmus+. Mit dem Beschluss fordert das Gremium die Grenz- und Asylpolitik in Europa neu auszurichten sowie die Seenotrettung von Seiten europäischer Staaten wiederaufzunehmen.

Der Bundesvorstand platzierte in den sozialen Netzwerken darüber hinaus sein Statement für ein Europa der Einheit in Vielfalt zu wählen.

Weitere Themen

Die Hauptversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) trifft grundlegende Entscheidungen für die Interessenvertretung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dabei vertreten über 100 Delegierte die 660.000 Mitglieder in den 17 katholischen Jugendverbänden und 26 Diözesanverbänden. Das höchste Gremium der katholischen Jugendverbände tagte vom 2. bis 5. Mai 2019 auf Burg Rothenfels in der Nähe von Würzburg.

Neben der ausführlichen Auseinandersetzung mit Europa befassten sich die über 100 Delegierten im Rahmen eines Studienteils mit Fragen sexualisierter Gewalt und der Zukunft von Kirche. Außerdem wurden Beschlüsse zur Absenkung des Wahlalters und für eine Jugendquote gefasst.

Vertrauensvoller Austausch zu sexualisierter Gewalt in der Kirche

In einem Studienteil tauschte sich die Versammlung mit mehreren Gästen zu geistlichen und sexuellem Missbrauch in der Kirche aus. Bundesvorsitzende Lisi Maier betonte die Rolle der katholischen Jugendverbände: „Beim Thema Prävention sexualisierter Gewalt konnten wir innerkirchlich als Jugendverbände in den vergangenen Jahren wichtige Impulse geben. Die Diskussion mit den Betroffenen hat verdeutlicht, dass zugleich Fragen von Aufarbeitung und Intervention dadurch nicht aus dem Fokus geraten dürfen.“ Deutlich wurde die Dimension des geistlichen Missbrauchs, der sexuelle Übergriffe begünstigt. „Es zeigt sich, dass systemische Veränderungen in der katholischen Kirche notwendig sind, um der Frohen Botschaft wieder zu dienen. Insbesondere muss geistlichen Missbrauch nachhaltig vorgebeugt werden“, bilanziert Bundesvorsitzender Thomas Andonie.

An der Debatte nahmen die Autorin Doris Reisinger, der Mitbegründer der Missbrauchsbetroffenen-Initiative Eckiger Tisch Mathias Katsch sowie Wolfgang Beck, Juniorprofessor für Pastoraltheologie teil.

Wichtige Beschlüsse für das Ehrenamt und für Beteiligung von jungen Menschen

Nachdem 2018 ein neues kirchliches Datenschutzgesetz (KDG) und die entsprechende Durchführungsverordnung in den Jugendverbänden für große Unsicherheiten gesorgt haben, hat die BDKJ-Hauptversammlung 2019 jetzt eine gemeinsame Auslegung des Gesetzes durch die fünf Datenschutzzentren unter Einbeziehung der Expertise aus Jugendverbänden gefordert. Mit dem Beschluss „Daten schützen, Jugendarbeit schützen“ fordert der BDKJ Rahmenbedingungen zu schaffen, die ehrenamtliches Engagement fördern und nicht behindern. Ein weiterer Antrag lautete „Jugend beteiligen jetzt!“. Darin bekräftigt die Versammlung die Forderung, Jugend an politischen Entscheidungen intensiver zu beteiligen, das Wahlalter endlich auf 14 Jahre abzusenken und hat neu eine Jugendquote u.a. für Listenaufstellungen zu Parlamentswahlen beschlossen.

Vorfreude auf die 72-Stunden-Aktion Ende Mai

Mit grünen Cocktails und kleinen, sozialen Aktionen stimmten sich die Delegierten der Hauptversammlung auf die kurz bevorstehende bundesweite 72-Stunden-Aktion vom 23. bis 26. Mai ein. Beim „72-Stunden-Abend“ am Freitag feierte das Musikvideo des offiziellen Aktionsliedes „72 Stunden“ von Dave Paris Premiere. Sänger war außerdem selber vor Ort und führte das Lied vor den Delegierten live auf. Das Musikvideo ist auf www.bdkj.de zu erreichen.

Am Samstagnachmittag überbrachte Bischof Stefan Oster SDB die Grüße der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Der für die Jugendarbeit zuständige Bischof Oster lobte das Engagement des BDKJ und seiner Jugendverbände und erwähnte dabei besonders die 72-Stunden-Aktion. Am Abend zelebrierten Bischof Dr. Stefan Oster SDB und BDKJ-Bundespräses Dirk Bingener in der Burgkapelle eine Hl. Messe mit den Delegierten.

Weitere Informationen finden sich im Pressebereich beim BDKJ sowie in den sozialen Medien unter #bdkjhv.

Quelle: Bund der Deutschen Katholischen Jugend vom 04. und 05.05.2019

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