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Europa / Kinder- und Jugendarbeit

ePartizipation: Auf dem Weg zur digitalen Teilhabe Jugendlicher in Europa

Hand auf Computertastatur

Wie weit sind wir mit der digitalen Teilhabe der Jugendlichen in unserer Gesellschaft? Wie können die jungen Menschen besser mitgestalten? Welche Erfahrungen gibt es dazu bereits im In- und Ausland?

Dies sind einige der Fragen, mit denen sich zur Zeit das Projekt „ePartizipation: Internationaler und nationaler Erfahrungsaustausch sowie Modellentwicklung für mehr Jugendbeteiligung in der digitalen Gesellschaft“, kurz „youthpart“, beschäftigt.

Als sogenanntes "Multilaterales Kooperationsprojekt" stellt sich "youthpart" in den Rahmen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland.

Modellvorhaben identifizieren

Noch steht das Projekt ganz am Anfang. Es ist als offener, gemeinschaftlicher Austauschprozess konzipiert. Die Initiative verknüpft die Empfehlungen im Bereich Partizipation des vom Bundesjugendministeriums gestarteten „Dialog Internet“ mit Erfahrungen aus ausgewählten Partnerländern zur ePartizipation. Dazu werden im ersten Schritt innovative ePartizipationsverfahren auf nationaler und internationaler Ebene identifiziert. Diese werden dann nach jugendgerechten Kriterien systematisiert und dokumentiert. Schließlich sollen die Modellvorhaben öffentlicher Verwaltungen und der Jugendarbeit begleitet werden. Ziel des Projekts ist es, netzbasierte Beteiligungsformate in Kooperation zwischen Deutschland und anderen Partnerländern weiterzuentwickeln.

Kriterien für das Internet?

Jürgen Ertelt und Nadine Karbach von IJAB e.V. koordinieren das Projekt. Gemeinsam wollen sie einen Kriterien-Katalog für die gelingende Partizipation Jugendlicher im Netz aufbauen. „Fest steht, dass es einige wichtige Kriterien für eine erfolgreiche Teilhabe junger Menschen gibt. Dazu gehören die Angemessenheit von Inhalt und Methode, die Wirksamkeit des Prozesses und seiner Ergebnisse, die Transparenz des Vorgehens sowie die Verbindung von Medienkompetenz und Partizipationsförderung“, sagt Karbach und spricht von einer Partizipationskultur, die jetzt auf das Internet übertragen werden müsse. „Wir müssen schauen, ob bei der Partizipation durch das Internet nicht noch ganz andere Kriterien wichtig sind“, so Karbach. Im Projektverlauf werden so genannte „Good-Practice“-Beispiele zur ePartizipation in einer Datenbank erfasst. Diese sollen dann in Kooperation mit Kommunen und Ländern sowie involvierten Akteuren im Bereich der Jugendbeteiligung und Jugendarbeit erprobt und analysiert werden.
Impulse aus dem Ausland

Dass es viel zu tun gibt, hatte bereits ein erstes Werkstattgespräch im Oktober gezeigt. Ob arabischer Frühling oder Occupy-Bewegung, die Botschaft war schnell klar: „Wir müssen an die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen denken und das Internet für die Teilhabe der jungen Menschen besser nutzen“, so Jürgen Ertelt. Auf Einladung von JUGEND für Europa und IJAB diskutierten mehr als 60 Teilnehmer aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen, darunter Experten aus Finnland, Estland, Großbritannien und Österreich, vielfältige Fragestellungen – von der Identifikation jugendgerechter Themen bis hin zur Nachhaltigkeit epartizipativer Prozesse. Am Ende war der ganze Saal eine Art Stellwand-Parcours mit einer umfangreichen Ideen-Sammlung. „Definitive Antworten haben sich nicht ergeben, aber das war auch nicht das Ziel der Veranstaltung“, sagt Karbach. „Vielmehr ging es darum, den Diskurs anzustoßen.“ Großen Anteil daran hatten vor allem die Impuls-Vorträge der ausländischen Gäste. Sie referierten über Modellprojekte und den Stand der ePartizipation in ihrem Land.

Im Juni 2012 sollen die beteiligten Akteure erneut zu einer internationalen Tagung in Berlin zusammenkommen.

Quelle: jugendpolitikineuropa.de

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