EU-Jugendstrategie

Noch nicht so ganz konkret: EU-Arbeitsministerrat einigt sich auf Jugendgarantie

Mehrere Jugendliche halten ihre Schuhe aneinander.

Trotz unterschiedlicher Auffassungen über zentrale Fragen der Umsetzung einer Jugendgarantie in den Mitgliedstaaten konnten sich die Arbeitsminister und –ministerinnen Ende Februar dann doch politisch einigen.

Jugendgarantie heißt: Innerhalb von vier Monaten, nachdem junge Menschen in der EU ihre Schulbildung abgeschlossen haben und/oder arbeitslos wurden, bieten entsprechende Arbeitsvermittlungsstellen ihnen einen Job oder eine adäquate Qualifizierungsmöglichkeit an. Gerade der genannte Zeitrahmen gibt Anlass für einen der zentralen Diskussionspunkte, da sich nicht alle EU-Länder in der Lage sahen, dieses Versprechen einzulösen. So haben denn auch Staaten wie Zypern, Tschechien, Spanien, die Niederlande und das Vereinigte Königreich Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Viermonatsfrist formuliert.

Eine weitere Debatte bezog sich auf Frage, wie solche Angebote aussehen sollten um einen Übergang in Ausbildung und Beschäftigung zu gewährleisten.  Im Empfehlungstext reicht das Spektrum von einer hochwertigen Arbeitsstelle beziehungsweise weiterführenden Ausbildung über einen hochwertigen Praktikums- beziehungsweise Ausbildungsplatz. Darüber hinaus sollen auch weiterführende Ausbildungsmaßnahmen und qualitativ hochwertige Schulungsprogramme, die zu einer anerkannten Berufsqualifikation führen, Bestandteil der Jugendgarantie sein können.

Dabei wird nicht auf Einzelmaßnahmen gesetzt, sondern im Sinne eines Übergangssystems gedacht. Die Angebote sollen systematisch etabliert werden und auf folgenden Prinzipien fußen: Partnerschaften, Prävention und Aktivierung, Integration in den Arbeitsmarkt, die volle Nutzung der Europäischen Strukturfonds, Bewertung und ständige Verbesserung der Systeme und eine schnelle Umsetzung.

Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Zeitpunkt für die Einrichtung des Systems Ende 2014 erschien einem Großteil der Mitgliedstaaten als unrealistisch. Außerdem plädierten viele auch für einen schrittweisen Aufbau. Deshalb sieht die Empfehlung jetzt eine flexible, den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen angemessene Formulierung vor: „Bei Mitgliedstaaten, die mit den gravierendsten Haushaltsproblemen zu kämpfen und unter einer hohen "NEETs"-Rate oder einer hohen Jugendarbeitslosigkeit zu leiden haben, könnte auch eine schrittweise Umsetzung in Betracht gezogen werden.“

Gleichzeitig müssen aber diejenigen Staaten zügig handeln, die den Aufbau der Jugendgarantie-Systeme als Förderschwerpunkt in die zukünftigen Programme der Strukturfonds der EU integrieren und dabei Mittel aus der neuen Beschäftigungsinitiative für Jugendliche einwerben wollen.

Jugendorganisationen, Jugendzentren und Vereine werden in dem System ebenfalls als Partnerorganisationen anerkannt, sei es, weil sie spezifische Unterstützungsangebote im Übergangsystem gewährleisten oder weil sie zur Information und zur Sensibilisierung junger Menschen beitragen. Empfohlen wird die Konsultation oder Einbindung von jungen Menschen und/oder von Jugendorganisationen bei der Gestaltung und Weiterentwicklung des Jugendgarantie-Systems, um bei den Angeboten auch die Bedürfnisse der Zielgruppe nicht aus den Augen zu verlieren.

Ein Übergangssystem aus einem Guss ist die Idealvorstellung, weshalb der Rat die Benennung einer jeweils zuständigen Behörde für die Einrichtung und Verwaltung des Jugendgarantie-Systems sowie für die Koordinierung der Partnerschaften auf allen Ebenen und in allen Branchen als Best-Practice-Vorgehen beschreibt. Natürlich seien dabei auch die nationalen, regionalen und lokalen Gegebenheiten und Unterschiede sowie die Vielfalt der Zielgruppen junger Menschen zu berücksichtigen, was die Sinnhaftigkeit rein nationaler Systeme schon wieder in Frage stellt.

Die Europäische Kommission selbst will die Anwendung der Jugendgarantie durch Peer Learning und die Überwachung der jeweiligen Erfolge begleiten, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit voranbringen. Dafür soll unter anderem das neue Europäische Jugendportal genutzt werden.

Quelle: jugendpolitikineuropa.de

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Info-Pool

EU-Jugendstrategie: Umsetzung in Deutschland

  • Grundlagen zur EU-Jugendstrategie
    Drei Holzfiguren in verschiedenen Farben berühren sich an den Händen

    Die Staaten der Europäischen Union haben sich auf das jugendpolitische Ziel verständigt, bis 2018 die Lebenslagen junger Menschen zu verbessern. Dafür sollen mehr Möglichkeiten und mehr Chancengleichheit für alle jungen Menschen in Bildung und Arbeit geschaffen werden. Auch das freiwillige Engagement junger Menschen und ihre soziale Eingliederung junger Menschen soll gestärkt werden.

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  • Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland
    Wehende Deutschlandfahne vor blauem Himmel
    mwillms - flickr.com

    Der Bund und die Länder setzen die EU-Jugendstrategie in Deutschland gemeinsam um. Sowohl der Bund als auch die Länder haben ihre Positionen zur Ausrichtung der jugendpolitischen Zusammenarbeit der EU im Vorfeld eingebracht. Impulse aus der EU-Jugendstrategie sollen als Motor für die Weiterentwicklung und Qualifizierung von Praxis und Politik der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland nutzbar gemacht werden.

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  • Arbeitsprogramm von Bund und Ländern
    Team
    © Woodapple - Fotolia.com

    Es gibt vielfältige Aktivitäten zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland. Bund und Länder setzen eine Reihe von Maßnahmen individuell um, haben sich aber auch eine gemeinsame Agenda gesetzt. Das Arbeitsprogramm der Bund-Länder Arbeitsgruppe zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland für den Zeitraum 2014 – 2018 beschreibt konkrete fachliche Vorhaben. Im Fokus steht dabei, Entscheidungsträger und Fachkräfte der Kinder und Jugendhilfe, insbesondere auf der kommunalen Ebene, zu erreichen.

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  • Mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe
    fünf Hände formen einen Stern
    © tbel - Fotolia.com

    Eine der vorrangigen Zielsetzungen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist es, mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe zu bringen. Mehr Europa bedeutet, die alltägliche Arbeit in den Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe europäisch zu denken, zu verstehen und auszugestalten. In der Praxis gibt es bereits vielfältige europäische und internationale Projekte sowie transnationale Arbeitsansätze. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine Bereicherung für die  Jugendhilfe darstellt. Der fachliche Mehrwert einer stärkeren europäischen Ausrichtung soll daher kommuniziert und beispielhaft vermittelt werden.

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  • EU-Jugenddialog – Strukturierter Dialog
    Logo des EU-Jugenddialogs
    © DBJR

    Junge Menschen haben das Recht, bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, gefragt und einbezogen zu werden. Das gilt auch für die europäische Ebene. Die Beteiligung Jugendlicher an der Umsetzung der EU-Jugendstrategie geschah bis Ende 2018 im Rahmen des sogenannten Strukturierten Dialogs mit der Jugend. Seit 2019 heißt der Strukturierte Dialog nun EU-Jugenddialog.

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  • Youth Goals – Europäische Jugendziele
    Gelbes Logo der Youth Goals mit schwarzer Schrift
    Mireille van Bremen

    Die Youth Goals fassen zusammen, welche Themen junge Menschen in Europa bewegen und was sie von Jugendpolitik bzw. von Politik für junge Menschen erwarten und sind in die EU-Jugendstrategie 2019-2027 eingeflossen.

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  • Die EU-Jugendstrategie 2019 - 2027
    Europaflagge vor blauen Himmel
    © moonrun - fotolia.com

    Am 26. November 2018 nahm der Rat der EU eine Entschließung mit dem Titel „Entschließung des Rates der Europäischen Union und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten über einen Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa: Die Jugendstrategie der Europäischen Union 2019-2027“ an. Damit legten die Mitgliedstaaten die Eckpunkte der jugendpolitischen Zusammenarbeit für die nächsten neun Jahre fest.

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Videos zur EU-Jugendstrategie

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