EU-Jugendstrategie / Europa

Die irische Ratspräsidentschaft und die Qualitätsentwicklung der Jugendarbeit

Grüner Buntestift kreuzt Felder auf einem Papier an
Bild: © Maksym Yemelyanov - Fotolia.com

Während es zurzeit nur die "Jugendgarantie" als jugend- und beschäftigungspolitisches Thema in die Schlagzeilen schafft, hat sich Irland für seine Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2013 die Entwicklung der Qualität von Jugendarbeit und nicht formaler Bildung in Europa vorgenommen.

Irland möchte Qualitätsstandards etablieren, um den „Beitrag qualitätsvoller Jugendarbeit zur Förderung von sozialer Integration aller jungen Menschen […], zu ihrer Entwicklung und ihrem Wohlbefinden“ zu erhöhen und um das Potential der Jugendpolitik „zur Erreichung der Ziele von Europa 2020“ zu „maximieren“ (Irisches Programm der Ratspräsidentschaft).

Das irische Ministerium für Kinder und Jugend hat auch schon etwas in der Schublade: Einen „Nationalen Qualitätsrahmen für Jugendarbeit“ (National Quality Standards Framework for Youth Work (NQSF), der seit 2010 Anwendung findet. Der NQSF setzt Standards für öffentlich geförderte Jugendeinrichtungen und -organisationen und eine Jugendarbeit, die per definitionem geplant ist, bildend (im Sinne von die persönliche und soziale Entwicklung fördernd), auf freiwilliger Teilnahme beruht und vorzugsweise von ehrenamtlich organisierten Trägern angeboten wird. Standards für ehrenamtlich geführte Jugendgruppen (Standards for Local Volunteer-led Youth Groups) sind in Arbeit. Der NQSF wird schrittweise umgesetzt.

Begonnen haben zunächst professionell geführte Einrichtungen und Organisationen. Er beruht auf Selbstevaluationsprozessen, das heißt, dass die Träger ihre eigenen, spezifischen Inhalte einbringen können. Seine Umsetzung wird begleitet von so genannten „Verbindungs- oder NQSF-Beamten“, die eine externe Evaluation vornehmen und beraten. Künftig sollen sie den Selbstevaluationsprozess der Organisationen validieren – wahrscheinlich mit förderpolitischen Folgen. So weit, so bekannt.

Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Qualitätsentwicklungs-Tools, mit denen das Management von Jugendeinrichtungen und Bildungsträgern verbessert werden soll. Allerdings betreffen diese meist formale Qualitätsbereiche wie Organisationsabläufe. Das irische System soll aber unter anderem sicherstellen, dass das Richtige hinten rauskommt und fokussiert deshalb auf die „Benefits“ für junge Menschen. Auf der Basis von fünf Kernprinzipien und 10 Qualitätsbereiche („Standards“) mit jeweils sechs Indikatoren wird – für deutsche Augen und Ohren auffällig deutlich – nach den geplanten Zielen und „Outcomes“ von Angeboten und Maßnahmen gefragt: „Gute Jugendarbeit ist outcome-orientiert“.

Jede Hoffnung, dass damit vielleicht nicht die Erreichung von Lernzielen gemeint ist, wird spätestens mit „Standard #3“ zunichte gemacht: „Jegliche Jugendarbeit wird laufend auf ihre Effektivität und Effizienz geprüft und evaluiert, Lernerfolge werden gemessen und die Angebote der Jugendarbeit damit verbessert“, heißt es da. Je klarer Lernziele und Wirkungen benannt und erreicht wurden, umso besser. Und um den ökonomischen Wert der Jugendarbeit in Irland gleich unter Beweis zu stellen, gab das der Irische Jugendrat eine Untersuchung in Auftrag, deren Ergebnisse wie eine Werbebroschüre daher kommen: Jugendarbeit lohnt sich und ein knallhartes Assessment ihrer Ergebnisse auch. Die Iren hoffen nun darauf, dass solche Modelle auch für andere Mitgliedstaaten interessant sein könnten. Ein erster Austausch ist schon bald geplant: Nach der Europäischen Jugendkonferenz am 11./12. März 2013 in Dublin wird es am 12. und 13. März eine Konferenz zu „Qualitätssicherung innerhalb von Qualifikationsrahmen“ geben.

Dokumente:

National Quality Standards Framework (NQSF) for Youth Work.
Office of the minister for children and youth affairs, July 2010

Assessment of the economic value of youth work.
National Youth Council of Ireland. Prepared by Indecon International Economic Consultants, November 2012

Programm des irischen Vorsitzes im Rat der Europäischen Union
1. Januar - 30. Juni 2013

(Quelle: JUGEND für Europa)

INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

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EU-Jugendstrategie: Umsetzung in Deutschland

  • EU-Jugendstrategie 2019 - 2027
    Europaflagge vor blauen Himmel
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    Mit der EU-Jugendstrategie legen die Mitgliedsstaaten der EU die Eckpunkte ihrer jugendpolitischen Zusammenarbeit bis zum Jahr 2027 fest. Der Rat hat die EU-Jugendstrategie am 26. November 2018 unter dem Titel „Entschließung des Rates der Europäischen Union und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedsstaaten über einen Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa: Die Jugendstrategie der Europäischen Union 2019-2027“ beschlossen.

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  • Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland
    Wehende Deutschlandfahne vor blauem Himmel
    mwillms - flickr.com

    Gemäß der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland sind sowohl der Bund als auch die Länder für die Umsetzung der EU-Jugendstrategie zuständig. Hierfür ergreifen Bund und Länder in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen Maßnahmen unter Einbezug der Akteure der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes sowie junger Menschen selbst.

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  • EU-Jugenddialog
    Logo des EU-Jugenddialogs
    © DBJR

    Junge Menschen haben das Recht, bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, gefragt und einbezogen zu werden. Das gilt auch für die europäische Ebene. Die Beteiligung Jugendlicher an der Umsetzung der EU-Jugendstrategie geschah bis Ende 2018 im Rahmen des sogenannten Strukturierten Dialogs mit der Jugend. Seit 2019 heißt der Strukturierte Dialog nun EU-Jugenddialog.

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  • Youth Goals – Europäische Jugendziele
    Gelbes Logo der Youth Goals mit schwarzer Schrift
    Mireille van Bremen

    Die Youth Goals sind in die EU-Jugendstrategie 2019-2027 eingeflossen und damit in den Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa. Verantwortliche aus Politik und Verwaltung auf allen Ebenen sollen die Ziele als Anregung nutzen, um Politik im Sinne junger Menschen zu gestalten.

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  • Mehr Europa in der deutschen Kinder- und Jugendhilfe
    fünf Hände formen einen Stern
    © tbel - Fotolia.com

    Eine der vorrangigen Zielsetzungen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist es, mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe zu bringen. Mehr Europa bedeutet, die alltägliche Arbeit in den Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe europäisch zu denken, zu verstehen und auszugestalten. In der Praxis gibt es bereits vielfältige europäische und internationale Projekte sowie transnationale Arbeitsansätze. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine Bereicherung für die Jugendhilfe darstellt. Der fachliche Mehrwert einer stärkeren europäischen Ausrichtung soll daher kommuniziert und beispielhaft vermittelt werden.

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