Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendarbeit

Medienprojekt Wuppertal wird 100 Jahre alt

Junge Frau mit Videokamera
Bild: Margarit Ralev   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Am 27. Oktober 2012 lädt das Medienprojekt Wuppertal zu seiner 100-Jahr-Feier im Mirker Bahnhof / Hutmacher (Mirker Straße 48, Wuppertal-Elberfeld) ein. Der Eintritt in die Veranstaltung ist frei, Beginn um 19:00 Uhr.

Das Programm wird in sechs Räumen parallel stattfinden: die Filmpremiere "Ein Tag Wuppertal", Livemusik von Comping & The Toyotas, Trashcomedy von ASL-AK, ausgewählte Medienprojektfilme aus seiner 100jährigen Geschichte, Lichtinstallationen von den RaumZeitPiraten, die Ausstellung "Fans & Arschlöcher" und Party. Außerdem verschenkt es Plakate aus seinem Archiv aus über 100 Premierenplakaten.

Von 1992 bis 2012 wurden unter dem Motto "das bestmögliche Video für das größtmögliche Publikum" in der Filmwerkstatt des Wuppertaler Medienprojektes 3.000 Filme von mehr als 15.000 jungen Wuppertaler(inne)n produziert. Die Filmprojekte dienen der aktiven Medienerziehung und dem kreativen Ausdruck jugendlicher Ästhetiken, Meinungen und Lebensinhalte. Alle Filme wurden in vollen Wuppertaler Kinos zur Premiere gebracht. Die dominierenden Themen ihres Lebens und ihrer Filme sind Gewalt, Liebe, Gerechtigkeit, Diskriminierung, Psychosoziales, Tod und politische Themen. Mit ihren Filmen wollen sich Jugendliche artikulieren, sie wollen kommunizieren, sie wollen sich produzieren, sie wollen sich mitteilen, sie wollen gesellschaftlich präsent sein. Mit der dem Film inne liegenden Verbindung von emotionaler und kognitiver Kraft schaffen sie eine tiefgehende und nachhaltige Auseinandersetzung mit ihren sinnigen oder unsinnigen Ideen und Geschichten. Videoarbeit bietet ihnen eine mediale Kommunikation mittels selbstproduzierter Filme, in denen sie die eigenen Welten reflektieren. Sie positionieren sich durch die visuellen Reflexionen ihrer Innen- und Außenwelten, ihrer Ängste, Visionen und Träume. Das Besondere, das Schöne an diesen Artikulationen ist ihre Parteilichkeit, ihre subjektiv pointierte, unausgewogene Zuspitzung, ihre - im erfolgreichen Fall - parallele inhaltliche und bildliche Verdichtung in differenzierter Subjektivität.

Die Dokumentarfilme wurden im eigenen Verlag deutschlandweit als Bildungsmittel auf DVD vertrieben und haben so mehrere Millionen Zuschauer/-innen. Aufgrund ihrer professionellen Form und ihrer authentischen, inhaltlichen Dichte sind die Wuppertaler Videos die meistgesehenen Nachwuchsvideoproduktionen bundesweit. Sie werden zum Teil im Fernsehen gesendet und wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesjugendvideopreis, dem Deutschen Nachwuchsfilmpreis, dem Europaratspreis "Young active Citizens", dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis, dem Initiativenpreis "Gegen die Wand", dem Jugendkulturpreis NRW, dem Dieter-Baacke-Preis und dem Europäischen CIVIS- Preis.

Filmpremiere "Ein Tag Wuppertal"

Am 29. Juni 2012 haben viele Wuppertaler/-innen ihren Alltag mit Kameras oder Handys dokumentiert. Gefilmt wurde das Normale und das Besondere an diesem Tag vom Aufstehen bis Ins-Bett-gehen: Kinder wurden geboren, es wurde geheiratet und gestorben, Schüler haben sich im Unterricht und Menschen bei der Arbeit gefilmt, man begleitet den Schwebebahnfahrer, Tierpfleger im Zoo oder Polizisten beim Blitzen, gezeigt wird Krankheit und Sucht, aber auch Freundschaft, Party und Funsport. Man sieht den Kontrast zwischen dem urbanen Leben in der City in Elberfeld und dem Leben am Stadtrand auf dem Bauernhof in Beyenburg. Alt und Jung zeigen die ganze Bandbreite des Lebens eines Tagesablaufs in ihrer Stadt. Neben dem Alltag gab es zur filmischen Bearbeitung das Sonderthema "Was ich liebe, was ich hasse". Aus dem gesamten Filmmaterial wurde ein 60-minütiger Film geschnitten, der im Rahmen der 100-Jahr-Feier öffentlich präsentiert wird und dann als DVD erhältlich ist.

Hier geht es zur Videoproduktion "Ein Tag Wuppertal" auf der Website des Medienprojektes Wuppertal: http://www.medienprojekt-wuppertal.de/v_169.php

Quelle: Medienprojekt Wuppertal e. V.

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