Bildungsgewerkschaft GEW

„Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen stärken!“

Ein Lehrer unterrichtet seine Schulklasse mit Laptop und Whiteboard.
Bild: Stefan Meller - Pixabay

Wiederholt haben Hacker zuletzt in Videokonferenzsysteme von Schulen eingegriffen, um den Unterricht zu unterbrechen. In einigen Bundesländern waren die Eingriffe noch gravierender: Hier hatten Hacker Lehrkräfte-Accounts gekapert und Kindern pornografische und teilweise rechtsradikale Inhalte gezeigt. Die Bildungsgewerkschaft GEW mahnt mit Blick auf den Safer Internet Day daher, die Medienkompetenz in der Schule zu stärken.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mit Blick auf den Safer Internet Day angemahnt, die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen in der Schule zu stärken. Gleichzeitig müssten der Datenschutz sowie der Kinder- und Jugendschutz verbessert werden. „Die virtuelle Lernwelt der Schülerinnen und Schüler muss sicherer werden“, betonte Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied Berufliche Bildung und Weiterbildung, mit Blick auf die jüngsten Hackerangriffe auf Schulclouds und Videokonferenzsysteme in Schulen in mehreren Bundesländern. „Safer Internet: Das muss auch für das Fernlernen gelten. Die Hackerangriffe haben gravierende Sicherheitslücken offenbart. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte müssen besser geschützt werden. Der virtuelle Klassenraum ist offener für Übergriffe als das Klassenzimmer im Schulgebäude.“

Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, unterstrich: „Schülerinnen und Schüler können sich über das Netz Werbung und Fake News, Gewalt und Pornographie ins Wohnzimmer holen. Kinderrechte müssen jedoch auch in virtuellen Räumen gelten. In einem realen Setting würde man die Mädchen und Jungen vor Gewaltszenen und Pornographie schützen. Es ist unsere gesellschaftliche und politische Verantwortung, dies genauso selbstverständlich in einem virtuellen Setting zu tun. Viel zu häufig haben die Kinder aber freien Zugang zu jugendgefährdenden Inhalten und Clips in Dauerschleife. Sie dürfen in der virtuellen Welt nicht alleine gelassen werden.“

Länder in der Verantwortung

Bessere Medienkompetenz ermögliche Kindern schon ab dem Grundschulalter, selbstbestimmt, kreativ und mündig in der virtuellen Welt zu navigieren. Hierzu gehöre, etwa Fake News erkennen zu können und mit der Informationsflut umzugehen. Die Geräte zu bedienen, sei bei der Stärkung der Medienkompetenz der kleinste Schritt.

Die GEW mahnt beispielsweise in ihren „Anforderungen an Cloudsysteme im Bereich Schule“, den Datenschutz sicher zu stellen. Es dürfe beispielsweise, so Hoffmann, keinen Zugriff auf die Clouds von außen geben. Die Verantwortung liege bei den Ländern als Arbeitgeber im Bereich Schule. Zudem seien für die Datenerhebung und -verarbeitung dringend klare Regeln erforderlich. Für die Lehrkräfte müsse Sicherheit beim Lehren gewährleistet sein.

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft vom 08.02.2021

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