Digitalisierung und Medien / Bildungspolitik

Handlungsempfehlungen für gute Bildungspolitik in der digitalen Welt

Im Klassenzimmer sitzen Schüler an den Computern. Ein Lehrer steht hinter ihnen und erklärt etwas.
Bild: © Christian Schwier - Fotolia.com

Die Konferenz Bildung Digitalisierung 2017 bringt Stakeholder aus Praxis, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Schulen präsentieren dort 11 Handlungsempfehlungen für Bildungspolitik und -verwaltung, die sie in einem selbst initiierten Prozess ausgearbeitet haben. Die ausrichtende Stiftungsinitiative Forum Bildung Digitalisierung will 2018 die Zusammenarbeit mit Bildungspraktikern und -verantwortlichen intensivieren.

In der Werkstatt schulentwicklung.digital arbeiten seit Anfang des Jahres 38 Schulen auf Einladung der Stiftungsinitiative Forum Bildung Digitalisierung intensiv zusammen. Sie haben sich über Gelingensbedingungen, Herausforderungen und mögliche Unterstützungsinstrumente für Schulentwicklung in der digitalen Welt ausgetauscht, ihren eigenen Prozess reflektiert und Materialien für andere Schulen, die sich auf den Weg machen möchten, zusammengetragen. Zur Konferenz Bildung Digitalisierung 2017 am 23. und 24. November in Berlin stellen sie ihre Zwischenergebnisse vor und entwickeln sie gemeinsam mit etwa 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern weiter.

Voneinander lernen – gegenseitig unterstützen

„Digitalisierung ist ein Thema, mit dem sich viele Schulen in den nächsten Jahren beschäftigen werden. Wir möchten Gelegenheiten schaffen, dass diese von den Erfahrungen, die andere Schulen bereits gemacht haben, lernen und sich gegenseitig unterstützen können“, erklärt Olaf Köster-Ehling, Vorstand der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und Mitglied im Forum Bildung Digitalisierung, die Zielsetzung hinter der Werkstatt und der Konferenz.

Auf spezifische Anforderungen vor Ort adäquat reagieren

Die Schulen, die in der Werkstatt dabei sind, zeigen jede auf ihre Art und Weise, dass es möglich ist, den digitalen Wandel zu gestalten und auf spezifische Anforderungen vor Ort in geeigneter Weise zu reagieren. Als erfolgsentscheidend erweist sich bei den meisten Schulen die starke Rolle der Schulleitung, die Verbindung des Einsatzes digitaler Medien mit Unterrichtsentwicklung und der Aufbau kollegialer Fortbildungs- und Unterstützungsstrukturen.

Handlungsempfehlungen für Bildungspolitik und -verwaltung

Allerdings weisen die Schulen auch darauf hin, dass die Rahmenbedingungen nicht auf die Anforderungen für Bildung in einer digitalen Welt angepasst und deshalb nicht immer entwicklungsförderlich sind. In einem selbst initiierten Prozess haben sie deshalb elf Handlungsempfehlungen für Bildungspolitik und Bildungsverwaltung ausgearbeitet, die sie in vier Bereiche untergliedern:

  • Pädagogische Eigenverantwortlichkeit stärken,
  • Neue Wege in der Qualifizierung gehen,
  • Notwendige Ressourcen bereitstellen und
  • Rechtssicherheit schaffen.

Auf der Konferenz stellten die Schulen ihre Empfehlungen vor und diskutierten sie auf einer Podiumsdiskussion mit Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen.

„Diese Handlungsempfehlungen sollten Bildungspolitik und Bildungsverwaltung aufmerksam lesen und sich zu Herzen nehmen. Denn wenn Schulen, die sich aus eigenem Antrieb und mit sehr großer intrinsischer Motivation auf diesen Weg begeben, mit den Rahmenbedingungen zu kämpfen haben, können diese für viele andere Schulen der Grund sein, gar nicht erst loszulaufen“, stellt sich Dr. Ekkehard Winter, Vorstand des Forum Bildung Digitalisierung und Geschäftsführer der Deutsche Telekom Stiftung, hinter die Forderungen der Schulen.

Werkstätten zur Schul- und Unterrichtsentwicklung

Das Forum Bildung Digitalisierung seinerseits versuchen, Schulen auf ihrem Weg hin zum Lernen mit und über digitale Medien zu unterstützen. Dafür sollen auch 2018 Werkstätten zu Schul- und Unterrichtsentwicklung und unter Einbeziehung wissenschaftlicher Expertise stattfinden. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit den Ländern intensiviert und Kooperationen mit bestehenden Schulnetzwerken geknüpft werden. Eine thematische Erweiterung plant das Forum im Bereich Lehrerbildung, der phasenübergreifend in Dialogen und Workshops diskutiert werden soll. Uns schließlich wird es auch im Herbst 2018 wieder zu einer Konferenz einladen, um eine zentrale Austauschplattform für Praxis, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu bieten.

Über das Forum Bildung Digitalisierung

Das Forum Bildung Digitalisierung ist eine Initiative der Deutsche Telekom Stiftung, der Bertelsmann Stiftung, der Dieter Schwarz Stiftung, der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, der Robert Bosch Stiftung sowie der Siemens Stiftung, gefördert durch die Stiftung Mercator. Im Fokus ihrer Aktivitäten steht die Frage, wie digitale Medien zur Lösung pädagogischer Herausforderungen beitragen können.

Quelle: Robert Bosch Stiftung vom 23.11.2017

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