Digitalisierung und Medien

Film – Bytes – Medienkompetenz: Auftakt der 8. SchulKinoWoche Bayern

Mit Menschen besetzte Stuhlreihen in einm Kino
Bild: © Steffen Leiprecht

Vom 16. bis 20. März läuft die achte bayernweite Projektwoche rund um das Thema Film. Erklärtes Ziel ist die Förderung von Film- und Medienkompetenz durch eine reflektierte Auseinandersetzung mit aktuellen und gesellschaftskritischen Themen im Lernort Kino.

Unter dem Motto "Film - Bytes - Medienkompetenz" eröffnete der Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich die achte SchulKinoWoche Bayern in Ingolstadt. Mit vor Ort: Regisseur und Drehbuchautor Baran bo Odar, Co-Autorin Jantje Friese, Produzent Max Wiedemann, Ausführende Produzentin Justyna Müsch, Filmmusikkomponist Michael Kamm sowie Diplom Informatiker Christian Willems vom Hasso-Plattner-Institut Potsdam. Die Filmschaffenden und Medienprofis unterstützten das Anliegen des landesweit größten Filmbildungsprojekts und boten den anwesenden Schulklassen exklusive und dechiffrierende Einblicke in ihren eindrucksvoll inszenierten Hackerthriller "Who Am I - Kein System ist sicher".

Reflektierter Umgang mit dem Medium Film

"Film und Fernsehen gehören ebenso wie das Internet heute zum Alltag junger Menschen. Kinder und Jugendliche müssen einschätzen können, was sie sehen. Die Vermittlung von Medienkompetenz ist daher von großer Bedeutung", betonte Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich. Ein reflektierter Umgang mit dem Medium Film gehöre dazu. "Gerade an dem Auftaktfilm zeigt sich, dass das Kino auch Lernort sein kann. Er bringt den Jugendlichen auf unterhaltsame Weise eine ernste und sehr aktuelle Thematik näher und lädt sie zu einer differenzierten Auseinandersetzung ein."
Zur zentralen Auftaktveranstaltung der am 16. März bayernweit in 100 Kinos gestarteten Projektwoche wurden rund 250 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte aus Ingolstadt, Eichstätt und Kösching sowie zahlreiche Gäste aus ganz Bayern begrüßt.

Nach einleitenden Worten durch Ingolstadts Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel, Dr. Karin E. Oechslein vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, und Michael Jahn von VISION KINO, folgte der offizielle Startschuss für den Unterricht im Kinosaal durch Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich. Auf dem Stundenplan stand zunächst der aufmerksame Blick auf die große Leinwand und die Präsentation des mit dem Bayerischen Filmpreis in der Kategorie "Beste Regie" prämierten Eröffnungsfilms "Who Am I - Kein System ist sicher". Im Hackermilieu angesiedelt und mit den Stars des jungen deutschen Kinos, Tom Schilling und Elyas M’Barek, besetzt, fokussiert die Erfolgsproduktion die aktuellen und brisanten Themen Digitale Welten, Datensicherheit und Cyberkriminalität.

Medienpädagogische Seminare und Workshops

Im Anschluss an die Filmvorführung erhielten die Schülerinnen und Schüler in insgesamt fünf KinoSeminaren und Workshops spannende Einblicke in verschiedene Filmgewerke und hinter die Kulissen von "Who Am I". Autorenfilmer Baran bo Odar vermittelte gemeinsam mit den Produzenten Max Wiedemann und Justyna Müsch die organisatorischen und künstlerischen Prozesse des professionellen Filmemachens - von der ersten Idee und Finanzierung über das Drehbuch und die Dreharbeiten bis hin zum Vertrieb und Marketing des Kinofilms. Spannungskurven und Wendepunkte sowie die Einheit von Thema, Figuren und Plot hingegen waren Stundenthema im Workshop mit Jantje Friese, die Hintergründe zur Drehbuchentwicklung ihres doppelbödig erzählten Genrestoffes erläuterte. Dem hörbaren dramaturgischen Faden des energiegeladenen Elektro-Soundtracks von "Who Am I" folgten die Schülerinnen und Schüler im Seminar mit Filmmusikkomponist Michael Kamm. Große Augen hingegen machten die jugendlichen Teilnehmer des CamOn-Workshops, in dem die Bildsprache von "Who Am I" nicht nur analysiert, sondern auch selbst mit der Kamera erprobt wurde. Doch nicht nur filmische Kompetenzen wurden in den Ingolstädter Altstadtkinos gefördert. Auch digitale Kompetenzen konnten im "Klassenzimmer Kinosaal" gemeinsam mit dem Hacker-Berater von "Who Am I" erworben werden: Christian Willems transportierte die filmische Welt der Hacker und Cracker in die Wirklichkeit und klärte auf über die brisanten Themen Cybercrime und Datenschutz.

Im begleitenden Pressegespräch wurde dem Eröffnungsmotto "Film - Bytes - Medienkompetenz" weiter auf den Grund gegangen. Hier versammelten sich die Filmschaffenden von "Who Am I" gemeinsam mit Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich sowie Michael Jahn von VISION KINO auf dem Podium. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Zündfunk-Moderator Christian Schiffer vom Bayerischen Rundfunk. Alle Teilnehmer waren begeistert über den großen Zuspruch der SchulKinoWoche Bayern. "Ich freue mich über den nachhaltigen Erfolg der SchulKinoWoche in Bayern. Er zeigt, dass das Erlernen und Erarbeiten von Medienkompetenz einen hohen Stellenwert an den Schulen hat. Gleichzeitig ist Kino als Kulturgut und Lernort nach wie vor aktuell. Nur im Kino wird Filmkultur erleb- und begreifbar. Kein Computer kann das gemeinsame Erlebnis ersetzen", so Michael Jahn von VISION KINO.

Anmelderekord bei der SchulKinoWoche Bayern 2015

Die Auftaktveranstaltung in den Altstadtkinos in Ingolstadt war Höhepunkt und zugleich Vorgeschmack auf die Vielfalt und die spannenden Veranstaltungen der SchulKinoWoche Bayern, die bayernweit noch bis zum 20. März in 100 Kinos in 93 Städten stattfindet.
"Über 150.000 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte haben sich in diesem Jahr angemeldet - das ist ein neuer Rekord in der Geschichte der bayerischen SchuKinoWoche. Damit wird deutlich: Die SchulKinoWoche begeistert. Sie leistet mit ihrem breiten Angebot einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Filmkompetenz an bayerischen Schulen", so Staatssekretär Eisenreich.

Über 3.300 Teilnehmer werden im Laufe der SchulKinoWoche die medienpädagogisch begleiteten KinoSeminare und Workshops in ganz Bayern besuchen. Begleitet von erfahrenen Medienpädagogen setzen sich die Schülerinnen und Schüler aktiv mit dem Filmstoff und der Welt des Films auseinander. An vielen Seminaren nehmen außerdem Filmschaffende und Fachexperten teil. In diesen Veranstaltungen ermöglichen u. a. Regisseure, Produzenten und Drehbuchautoren praxisnahe Einblicke in die Entstehung eines Films, seine Machart und Wirkungsweise.

Eine Übersicht aller regional angebotenen KinoSeminare mit der Nennung des jeweiligen Films, der Kooperationspartner, Moderatoren und prominenten Gäste findet sich auf www.schulkinowoche.bayern.de/begleitprogramm/kinoseminare/.
Die Förderung von Film- und Medienkompetenz durch eine reflektierte Auseinandersetzung mit aktuellen und gesellschaftskritischen Themen im Lernort Kino ist ein erklärtes Ziel der SchulKinoWoche Bayern. Das filmpädagogische Angebot besteht aus einer einzigartigen Kombination aus altersgerechtem Kinobesuch, KinoSeminar, flankierenden Lehrerfortbildungen und Unterrichtsmaterialien - und ist 2015 beliebter als je zuvor.

Über die SchulKinoWochen

Die SchulKinoWochen sind ein bundesweites Filmbildungsangebot von VISION KINO - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz. VISION KINO ist eine gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung der Film- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Sie wird unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderungsanstalt, der Stiftung Deutsche Kinemathek sowie der "Kino macht Schule" GbR, bestehend aus dem Verband der Filmverleiher e. V., dem HDF Kino e.V., der Arbeitsgemeinschaft Kino - Gilde deutscher Filmkunsttheater e.V. und dem Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. Die Schirmherrschaft über VISION KINO hat Bundespräsident Joachim Gauck übernommen.

Die SchulKinoWoche Bayern ist ein Projekt von VISION KINO koordiniert und durchgeführt vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Das Ministerium unterstützt die SchulKinoWoche als Bildungsmaßnahme zur Förderung von Film- und Medienkompetenz. Es begrüßt die Teilnahme der bayerischen Schulen und erkennt den Besuch der Filmvorstellungen als Unterrichtszeit an.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst vom 16.03.2015

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