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Demokratie / Sozialforschung

Soziale Spaltung und Populismus als Zerreißproben für die Demokratie: Was kann die Soziale Arbeit leisten?

Ein Mikrophon
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Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) am 27. und 28. April an der HAW Hamburg beschäftigt sich mit sozialer Spaltung und Populismus als Zerreißproben für die Demokratie und fragt nach der Rolle der Sozialen Arbeit in der Forschung und Intervention.

Prof. Dr. Michaela Köttig, Vorsitzende der DGSA, formuliert: „Soziale Arbeit ist und war historisch immer eng mit Fragen von Demokratie und Teilhabe verbunden. Sie ist die wohlfahrtsstaatliche Antwort auf die potenzielle soziale Desintegration von Menschen. Und sie fordert gemeinsam mit sozialen Bewegungen und Bürger/-innen demokratische und gleichberechtigte Teilhabe für alle Menschen ein und gestaltet diese. Wir müssen dieses Handlungsfeld weiter erforschen, um seine Zusammenhänge besser verstehen und gestalten zu können“.  

Demokratie, politische Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe verwirklichten und fördern

Prof. Dr. Barbara Thiessen, ebenfalls Vorsitzende der DGSA, sagt: „Der Anspruch Sozialer Arbeit ist es, mit ihren Angeboten und Institutionen Orte zu schaffen, an denen Demokratie, politische Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe verwirklicht und gefördert wird. Aktuell müssen wir jedoch wieder stärker diskutieren, ob wir dafür die nötigen gesellschaftlichen Bedingungen und institutionellen Strukturen haben, um Teilhabe und soziale Gerechtigkeit für die Adressat(inn)en zu erreichen und ob uns die soziale Spaltung der Gesellschaft nicht zwingt, uns als Profession noch stärker für die gesellschaftliche Teilhabe aller Bürger/-innen einzusetzen“.

Diskussionsort für demokratiefördernde Maßnahmen

Prof. Dr. Dieter Röh vom Department Soziale Arbeit der HAW Hamburg betont als Gastgeber der Tagung die hohe Relevanz des Themas für die Zivilgesellschaft. „Wir freuen uns mit der DGSA als der zentralen Fachgesellschaft der Wissenschaft Soziale Arbeit an diesem wichtigen Punkt zusammenzuarbeiten. Und ich als Vorstandsmitglied sehe die DGSA-Jahrestagung als wichtigen Diskussionsort für bestehende demokratiefördernde Maßnahmen, aber auch der kritischen Auseinandersetzung mit vorhandenen Möglichkeiten und Grenzen“. Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit schafft ein sichtbares Forum für die Diskussion von Forschungsergebnissen, Theorien und Interventionsformen im Fachgebiet der Sozialen Arbeit. An der Tagung werden über 650 Akteure aus Wissenschaft, Praxis und Politik erwartet.

Über das Programm

Die Grußworte zur Eröffnung der Jahrestagung der DGSA in der Hamburger Laiszhalle werden von Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Hamburg, und Prof. Dr. Micha Teuscher, Präsident der HAW Hamburg, gesprochen. Prof. Dr. Sabine Hark von der TU Berlin hält den Eröffnungsvortrag zum Thema „Solidarität subaltern. Demokratische Zerreißproben in neoreaktionären Zeiten“. Danach finden am Campus Berliner Tor der HAW Hamburg zum Teil zeitgleich 45 Panels mit über 120 Einzelbeiträgen statt.

Die Tagung schließt mit dem Vortrag von Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker, Universität Hamburg, zur „Demokratiepraxis in der Sozialen Arbeit“ ab und endet mit einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Demokratie konkret – Möglichkeiten und Grenzen der Demokratieförderung“. Referent(inn)en auf dem Podium sind Till Stehn, Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein, Heike Radvan, Amadeu-Antonio-Stiftung, und Cesy Leonard, Zentrum für Politische Schönheit.

Zur Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit e.V.

Die DGSA ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Förderung der Wissenschaft Soziale Arbeit. Als Fachforum bietet sie einen Ort für systematische Diskussionen und Auseinandersetzungen zur Sozialen Arbeit. Sie führt etwa 600 Mitglieder und ein größeres Fachpublikum aus Praxis, Lehr und Forschung der Sozialen Arbeit für einen regen Austausch in ihren Sektionen, Fachgruppen, Tagungen, Kolloquien und Publikationen zusammen.

Quelle: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) vom 20.04.2018

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