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DGB-Bun­des­ju­gend­kon­fe­renz

Die Ampel auf Solidarität stellen

Ampel zeigt grünes Licht
Bild: © Cristal Oscuro - Fotolia.com

Die Ju­gend des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) for­dert bes­se­re Politik für jun­ge Men­schen. In ei­nem In­itia­ti­van­trag äu­ßert sich die 21. Bun­des­ju­gend­kon­fe­renz der Ge­werk­schafts­ju­gend kri­tisch zu den laufenden Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen. State­ment von DGB-Bun­des­ju­gend­se­kre­tär Kristof Be­cker.

In ei­nem In­itia­ti­van­trag hat sich die 21. Bun­des­ju­gend­kon­fe­renz der Ge­werk­schafts­ju­gend kri­tisch zu den lau­fen­den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen ge­äu­ßert. DGB-Bun­des­ju­gend­se­kre­tär Kri­stof Be­cker sag­te am Frei­tag, 12. No­vem­ber 2021, in Ber­lin:

„Was im Son­die­rungs­pa­pier fest­ge­hal­ten wur­de, reicht bei wei­tem nicht für die jun­gen Men­schen. Ge­ra­de wer ins Be­rufs­le­ben ein­steigt oder ein Stu­di­um auf­nimmt, er­war­tet deut­lich mehr von der künf­ti­gen Re­gie­rung. Wir set­zen des­halb auf kräf­ti­ge Nach­bes­se­run­gen im Ko­ali­ti­ons­ver­trag.

Ein sehr wich­ti­ger Punkt da­bei: Die Po­li­tik muss end­lich die be­trieb­li­che Aus­bil­dung stär­ken und des­halb die Leitplan­ken für einen Zu­kunfts­fonds mit Aus­bil­dungs­platz­ga­ran­tie set­zen. Nur so kann der Aus­bil­dungs­markt langfristig sta­bi­li­siert wer­den. Das An­ge­bot an Aus­bil­dungs­plät­zen sinkt seit Jah­ren und es gibt im­mer mehr ausbildungs­lo­se Ju­gend­li­che.

Be­en­det wer­den muss über­dies die Pra­xis der be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trä­ge. 4 von 10 Neu­ein­stel­lun­gen sind befristet – und das be­trifft vor al­lem jun­ge Men­schen.

Das muss sich än­dern: Die sach­grund­lo­se Be­fris­tung muss ab­ge­schafft wer­den und die exis­tie­ren­den Sach­grün­de müs­sen auf ein ab­so­lu­tes Mi­ni­mum re­du­ziert wer­den. Das heißt ganz klar, dass Sach­grün­de wie et­wa Er­pro­bung oder die Über­nah­me nach ei­ner Aus­bil­dung bzw. nach dem Stu­di­um ab­ge­schafft wer­den muss.

Gu­te Ar­beits­be­din­gun­gen sind wich­tig, des­halb er­tei­len wir den Än­de­run­gen beim Ar­beits­zeit­ge­setz klar und deutlich ei­ne Ab­sa­ge er­teilt wird. Im Ge­gen­teil: Wir er­war­ten von den Am­pel­par­tei­en ein kla­res Si­gnal des Aufbruchs an un­se­re Ge­ne­ra­ti­on. Denn wir sind in ganz be­son­de­rem Ma­ße da­von be­trof­fen, was ent­schie­den wird.

Die Ge­werk­schafts­ju­gend spricht sich des­halb eben­so für In­ves­ti­tio­nen aus – wir brau­chen deut­lich mehr Geld im Bil­dungs­sys­tem für bes­ser aus­ge­stat­te­te Schu­len, für Be­rufs­schu­len und Uni­ver­si­tä­ten, aber auch für ei­ne grundle­gen­de BAföG-Re­form. Die ist wich­tig, da­mit al­le jun­gen Men­schen gu­te Bil­dungs­chan­cen ha­ben, und zwar un­ab­hän­gig vom so­zia­len Sta­tus der El­tern.

Und nicht zu­letzt brau­chen wir ein­deu­ti­ge Schutz­rech­te fürs dua­le Stu­di­um, da­mit die Ar­beit­ge­ber hier nicht mehr ma­chen kön­nen, was sie wol­len."

Quelle: DGB Jugend vom 12.11.2021