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Sozialpädiatrie

Ohne Impfpflicht kein gesundes Aufwachsen

Ein Junge schaut unmotiviert auf einen Laptop
Bild: Thomas Park - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Das Kinderhilfswerk der vereinten Nationen UNICEF wird deutlich: Die Corona-Pandemie ist die größte globale Krise für Kinder seit den Weltkriegen. Dabei sind Kinder und Jugendliche durch die Infektion selbst wenig gefährdet. Es sind die familiären und gesellschaftlichen Folgen, die für viele Kinder auch in Deutschland ein gesundes Aufwachsen unmöglich machen. Daher fordert die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. eine allgemeine Impfpflicht.

Über 2/3 der Kinder und Jugendlichen zeigen deutliche Belastungssymptome, und für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen, Kinder und Jugendliche nach Vernachlässigung und solche, die in prekären Verhältnissen leben, verschlechtern sich die die ohnehin schon beeinträchtigten Lebensumstände in teils dramatischer Art und Weise.

Schlüssel zur Pandemiebeendigung steckt in der Impfung

Dabei steht außer Zweifel: Der Schlüssel zur Pandemiebeendigung steckt in der Impfung. Die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin macht unmissverständlich deutlich:

„Wir haben als Gesellschaft die Pflicht, für einen umfassenden Impfschutz aller Erwachsenen Sorge zu tragen. Dass Kinder und Jugendliche und deren Eltern den Belastungen der vermeidbaren 4. Welle der Pandemie nun erneut ausgesetzt werden, kann nur als Tragödie bezeichnet werdet. Das Versäumnis, dass nicht bereits im Sommer diesen Jahres Maßnahmen ergriffen wurden, die zu einer höheren Impfquote hätten führen können, lassen sich nicht auf einzelne gesundheitspolitische Fehlentscheidungen reduzieren. Vielmehr werfen sie die Frage auf, welchen Stellenwert den von der Pandemie besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen in unserer Gesellschaft zugemessen wird, welche Achtsamkeit Kinder, Jugendliche und Eltern erfahren und wie stark der Solidaritätssinn in unserer Gesellschaft ausgeprägt ist.

Impfplicht spaltet nicht, sie vereint

Dass besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen auf Grund dieser Versäumnisse erneut in diesem Ausmaß den Pandemiebelastungen ausgesetzt werden, muss als Fehlleistung unserer Gesellschaft als Ganzes verstanden werden.
Eine allgemeine, gesetzlich verankerte Impfpflicht für Erwachsene bietet hier die Chance einer Korrektur. Diese Pflicht beinhaltet die Verpflichtung für das Gesundheitswesen und alle gesellschaftlich relevanten Strukturen, das Impfen überall offensiv anzubieten und proaktiv zu bewerben. Sie ist das klare Bekenntnis zur Achtsamkeit und der Solidarität mit Menschen, die den Pandemiefolgen in besonderer Art und Weise ausgesetzt sind. Sie ist das Bekenntnis einer Gesellschaft zu einem Wertesystem, das Kinder, Jugendliche und deren Eltern wieder in den Fokus nimmt und der besonderen Schutzbedürftigkeit von chronisch Kranken gerecht wird. Das Bekenntnis zum Impfen als Schlüssel der Pandemiebekämpfung umfasst ein proaktives Einstehen Deutschlands für eine sofortige weltweite gerechte Verteilung des reichlich vorhandenen Impfstoffes. Die allgemeine Impfplicht für Erwachsene in Deutschland spaltet nicht, sie vereint – sie vereint unsere Gesellschaft hinter einem gemeinsamen Wertesystem. Sie schafft die zwingend notwendige Grundlage für einen gesunden Fortbestand der Errungenschaften unseres, den UN-Kinderrechten verpflichteten, Zusammenlebens."

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) e.V. vom 09.12.2021

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