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Coronavirus / Sozialforschung

Ergebnisse einer globalen Umfrage: Wie stark sind Jugendliche von der Corona-Pandemie betroffen?

Vier Jugendliche stehen an einer Mauer auf einem Gebäude und schauen Richtung Stadt, die im Hintergrund zu sehen ist
Bild: Devin Avery - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Das European Youth Forum hat im Frühjahr zusammen mit mehreren internationalen Organisationen eine breit angelegte Befragung durchgeführt. Ziel war es herauszufinden, wie sich die Pandemie während der beginnenden Wirtschaftskrise ganz unmittelbar auf die Jugend ausgewirkt hat. Geantwortet haben zwischen dem 21. April und dem 21. Mai 2020 in 112 Ländern rund 12.000 Menschen im Alter von 18 und 34 Jahren. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Die Umfrage konzentrierte sich auf die Bereiche Beschäftigung, Bildung, psychisches Wohlbefinden, sozialer Umgang sowie Recht und Gesetz. Beteiligt hatten sich vorwiegend Studierende oder berufstätige Jugendliche mit Hochschulabschluss und Internetzugang. Demnach hat sich die Pandemie auf alle Lebenslagen junger Menschen ausgewirkt. Besonders schwer betroffen waren junge Frauen, sowie jüngere Jugendliche in Ländern mit niedrigem Einkommen. Die meisten jungen Menschen machen sich wegen der Corona-Krise Sorgen um ihre Zukunft und wo sie ihren Platz finden können.

Die Untersuchung fand zudem heraus, dass insgesamt 51 Prozent sicher sind, durch die Pandemie weniger gelernt zu haben und sich ihre Ausbildung verzögern wird. Neun Prozent befürchten sogar, dass ihre Ausbildung extrem darunter leiden wird und sogar scheitern könnte.

Junge Menschen haben teilweise Angstzustände und Depressionen

Zudem waren junge Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen am stärksten von Arbeitszeitverkürzungen betroffen und den daraus resultierenden Einkommenseinbußen. In dieser Gruppe waren wiederum Frauen stärker vertreten als Männer.

Gleichzeitig mit den Lern- und Arbeitsunterbrechungen zeigte die Studie, dass bei 17 Prozent der jungen Menschen Angstzustände und Depressionen auftauchten. Besonders bei Jugendlichen, die ihre Arbeit aufgrund der Pandemie unterbrechen mussten oder ganz verloren hatten. Dies unterstreiche die Zusammenhänge, die zwischen dem psychischen Wohlbefinden, dem Bildungserfolg und der Integration auf dem Arbeitsmarkt bestünden, so das Ergebnis der Studie.

Wir müssen mit den Jugendlichen zusammenarbeiten

Abschließend fasst die Studie zusammen, dass trotz allem die jungen Menschen entschlossen sind, sich auch weiterhin einzubringen. Jeder Vierte gab an, sich aktiv für Freiwilligenarbeit engagieren. Um die Stimmen und Aktionen der Jugendlichen zu unterstützen, fordert die Studie dringende, gezielte und intelligentere Investitionen in menschenwürdige Arbeitsplätze für junge Menschen. Außerdem sollen die Rechte junger Menschen geschützt werden, es soll Garantien für Beschäftigungs- und Ausbildungsprogramme geben, sowie sozialen Schutz und eine Arbeitslosenversicherung für Jugendliche.

Gleichzeitig werden größere Anstrengungen gefordert, um die Qualität und den Zugang zu Online- und Fernunterricht zu gewährleisten. Ebenso müssen psychiatrische Dienste zur Verfügung stehen, psychosoziale Unterstützung und sportliche Aktivitäten. Der Appell der Studie lautet: Nur durch die Zusammenarbeit mit Jugendlichen kann verhindert werden, dass die Corona-Krise nicht nur negative, sondern womöglich auch potenziell lang anhaltende Auswirkungen auf das Leben junger Menschen hat.

Alle Ergebnisse finden sich in der englischsprachigen Publikation "Youth and COVID19" (PDF, 3 MB).

Quelle: European Youth Forum

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