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dsj-Bewegungskalender – Praxisbeispiel zur Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe

Mehrere Kinder werfen nach dem Sackhüpfen ihre Arme in die Höhe, ein Trainer wirft ebenfalls seine Arme in die Höhe
Bild: Wavebreak Media Micro - stock.adobe.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Das Projekt dsj-Bewegungskalender verfolgt das Ziel, möglichst viele Kinder in Bewegung zu bringen. Dabei bietet er Engagierten und pädagogischen Fachkräften, die mit Kindern bis etwa 12 Jahren arbeiten einen niederschwelligen Zugang zu Bewegung, Spiel und Sport. Lesen Sie hier in der Reihe des Fachkräfteportals „Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“ mehr zu den Projektinhalten, zur Finanzierung und zu weiteren notwendigen Umsetzungsressourcen.

Praxisbeispiel dsj-Bewegungskalender

Projekttitel

dsj-Bewegungskalender 2021 mit dem Schwerpunktthema „Gesundes Aufwachsen".


Träger und Handlungsfeld in der Kinder- und Jugendhilfe

Deutsche Sportjugend (dsj); Kinder- und Jugendsport

Projektmitarbeitende: Anzahl, Umfang, Qualifikation, Kooperation

Mitarbeiter/-innen der Deutschen Sportjugend in Zusammenarbeit mit externen Kolleg(-inn)en aus dem Bereich der Sozialpädagogik, Graphik und Illustration.

Projektziele

Problemlage bzw. Ausgangslage zur Projektentwicklung

Grundlage gesunden Aufwachsens ist der Dreiklang aus Bewegung, Ernährung und Entspannung. Als Deutsche Sportjugend setzen wir im Rahmen unserer Maßnahmen und Angebote im Feld des Kinder- und Jugendsports in Deutschland einen Fokus auf Bewegung. Als Interessenvertretung von Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen bis 26 Jahre sehen wir uns als Förderer der ganzheitlichen Entwicklung mit und durch Bewegung, Spiel und Sport und setzen uns als Bewegungsanwältin für die Bewegungsrechte von Kindern und Jugendlichen ein. Wir wollen, dass sich Kinder mit und durch Bewegung, Spiel und Sport zu starken und mündigen Erwachsenen entwickeln – die Gesundheit und das Wohlbefinden sind dabei zentrale Elemente. 

Bewegungsmangel als Negativeinfluss auf das gesunde Aufwachsen von Kindern war bereits vor den coronabedingen Einschränkungen ein großes gesellschaftliches Problem. Dieses hat sich nun in den vergangenen Monaten noch einmal verschärft. Mehr als 80 Prozent der Kinder und Jugendliche in Deutschland erreichen nicht die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 60 Minuten durchschnittliche tägliche Bewegungszeit.

Ziel

Der dsj-Bewegungskalender verfolgt das Ziel, möglichst viele Kinder in Bewegung zu bringen. Dabei bietet er Engagierten und pädagogischen Fachkräften, die mit Kindern bis etwa 12 Jahren arbeiten einen niederschwelligen Zugang zu Bewegung, Spiel und Sport. Darüber hinaus nimmt der Kalender aktuelle Schwerpunktthemen auf und zeigt auf, wie diese Kindern mit und durch Bewegung vermittelt werden können. Die Kalenderform sorgt dafür, dass das Thema Bewegung dauerhaft im Fokus der Nutzer/-innen aber auch der Kinder bleibt.

Mit dem Schwerpunktthema „Gesundes Aufwachsen" soll der Blick noch einmal konkret auf die breit anzusetzenden Möglichkeiten der Gesundheitsförderung durch Bewegung, Spiel und Sport gerichtet werden. Unter anderem werden im Kalender Themen wie Ernährung, Kinderswohl oder Alltagsbewegung aufgegriffen. 

Zielgruppen des Projektes

Der dsj-Bewegungskalender richtet sich an Engagierte und pädagogische Fachkräfte in Sportvereinen, Kitas, Schulbetreuungseinrichtungen und weitere Institutionen/Organisationen. Mittlerweile kommt er auch in der Ausbildung von Erzieher(-inne)n zum Einsatz. Die im Kalender enthaltenen Bewegungsspiele sind für alle Kinder bis etwa zwölf Jahre gedacht. Mit Hilfe von Varianten werden bei vielen Spielideen konrete Praxistipps gegeben, wie man jüngere und ältere Kinder, Kinder mit und ohne Behinderung etc. jeweils mit berücksichtigen kann.

Konzept und Ergebnisse

Konzeption des Projektes

Der dsj-Bewegungskalender soll dazu beitragen, die gesamte Lebenswelt von Kindern bewegter zu gestalten und richtet sich an Engagierte und pädagogische Fachkräfte in Sportvereinen, Kitas, Schulbetreuungseinrichtungen und weiter Instiutionen/Organisationen. Der Kalender fungiert dabei als Spielesammlung und Ideenpool sowie als Arbeitshilfe zur qualitätsorientierten Bewegungsförderung für den parktischen Einsatz mit Kindern bis etwa zwölf Jahre. 

Bislang ist der Kalender mit folgenden Schwerpunktthemen erschienen:

  • 2011 Fokus auf Bewegung mit Alltagsmaterialien,
  • 2012 Fokus auf Bewegung mit Alltagsmaterialien2013 „Inklusion in Bewegung“,
  • 2014 „Herausforderung U3“,
  • 2015 „Bewegungsspiele rund um die KINDERLEICHTathletik“,
  • 2016 „Teilhabe und Vielfalt“,
  • 2017 „Kinderrechte in Bewegung“,
  • 2018 „Bälle in Bewegung - Sanfte Ballgewöhnung für Kinder“,
  • 2019 „Sprache in Bewegung",
  •  2020 „Bildung in Bewegung“,
  • 2021 „Gesundes Aufwachsen“ und
  • 2022 „Zukunft bewegt erleben & gestalten“.

Die dsj erreicht mit dem Kalender bei einer jährlichen Auflagenhöhe von 35.000 Stück zahlreiche Personen und Institutionen und bewegt damit vermutlich mehrere 100.000 Kinder. Erfolgfaktoren sindder niederschwellige (inhaltlich und monetär) Zugang sowie die Aktualität der Schwerpunktthemen.

Welche Ergebnisse sind erzielt worden?

Die Auflagenhöhe des Kalenders hat sich von 2.000 Stück im Jahr 2011 auf mittlerweile 35.000 Stück erhöht. Die Zahl der Wiederbesteller/-innen ist hoch und die Kalender der vergangenen Jahre sind nach wie vor gefragt und werden regelmäßi bestellt bzw. heruntergeladen. Der dsj-Bewegungskalender wird darüber hinaus mittlerweile zur Ausbildung von Erzieher(-inne)n genutzt und hat bereits über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erregt.

Was sind die Maßnahmen zur Qualitätssicherung / zum Monitoring? 

2016 wurde der dsj-Bewegungskalender im Rahmen einer Bachelorarbeit evaluiert. Die Zufriedenheit der Nutzer/-innen ist den Ergebnissen zu Folge sehr hoch. Außerdem wurde gezeigt, dass der Kalender nicht nur bestellt wird, sondern auch in der Praxis zum Einsatz kommt.

Das Schwerpunktthema wird mit Hilfe des dsj-Expert(-inn)enpools „Kinderwelt ist Bewegungswelt" gesetzt. Der Pool besteht aus Expert(-inn)en aus den Mitgliedsorganisationen der dsj als auch aus der Wissenschaft und der Kitapraxis.

Mit Blick auf die Nachfrage und Wiederbesteller/-innen als auch mit Blick auf die Rückmeldungen zum Kalender und den in der Vergangenheit angebotenen Workshops zum Kalender ist von einer großen Zufriedenheit mit dem Produkt auszugehen.

Finanzierung und Förderung

Wie ist das Projekt finanziert bzw. gefördert?

Der dsj-Bewegungskalender wird über Eigenmittel der Deutschen Sportjugend finanziert. Die Deutsche Sportjugend selbst wird gefördert vom Bundesminiserium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Langjähriger Partner ist darüber hinaus die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Im Kalender wird regelmäßig das Programm „Kinder stark machen" gesetzt und auf die Inhalte und Materialien des Programms hingewiesen

Gibt es eine Unterstützung durch die Kommune oder durch ein kommunales Netzwerk?

Kommunen unterstützen es insofern, als dass viele Kommunen den dsj-Bewegungskalender bei in größeren Mengen bestellen und die Kalender vor Ort in ihren Netzwerken zum Beispiels an Kitas verteilen.

Inwieweit wird das Projekt fortgeführt?

Eine Fortführung für das Kalenderjahr 2023 ist bereits in Planung. Darüber hinaus ist eine Digitalisierung der bislang veröffentlichten Inhalte geplant, um die Bewegungsideen und Tipps nachhaltig und nutzer(-innen)freundlich zur Verfügung stellen zu können

Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe

Wie hat sich die Arbeit durch die Pandemie verändert?

Viele Angebote sind digitalisiert worden und einige für die Nutzung zu Hause aufbereitet worden, um sie über die sozialen Medien Kindern und ihren Familien als Bewegungsanreize zur Verfügung zu stellen.

Was bräuchten Einrichtungen um Gesundheitsförderung als Bestandteil ihrer Arbeit zu etablieren?

Gesundheitsförderung bzw. das gesunde Aufwachsen ist im und mit Kinder- und Jugendsport ein grundsätzlicher Teil unserer Arbeit. Grundsätzlich sollten über die Bildung kommunaler Netzwerke und Kooperationen vor Ort die verschiedenen Settings von Kindern stärker bewegt gestaltet werden. Die Kooperation und Zusammenarbeit mit Sportvereinen, der Kommune und anderen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe vor Ort kann ein Weg zu einem gesünderen Aufwachsen sein.

Was bräuchten Einrichtungen um Gesundheitsförderung als Bestandteil ihrer Arbeit zu etablieren?

Gesundheitsförderung bzw. das gesunde Aufwachsen ist im und mit Kinder- und Jugendsport ein grundsätzlicher Teil der Arbeit. Grundsätzlich sollten über die Bildung kommunaler Netzwerke und Kooperationen vor Ort die verschiedenen Settings von Kindern stärker bewegt gestaltet werden. Die Kooperation und Zusammenarbeit mit Sportvereinen, der Kommune und anderen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe vor Ort kann ein Weg zu einem gesünderen Aufwachsen sein.


Weitere Informationen zum Projekt stehen auf der Website zum dsj-Bewegungskalender zur Verfügung. 
 

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