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Coronavirus / Kinderrechte

Corona-Sofortprogramm: Die Pandemie besiegen wir nur weltweit oder gar nicht

Auf einer Mauer sind drei Schatten von Kindern zu sehen
Bild: © David Martinez - Fotolia.com

COVID-19 hat mit 185 Ländern fast die ganze Welt erfasst. Es liege allerdings im eigenen Interesse, das Virus weltweit zu bekämpfen. Sonst werde es in Wellen nach Deutschland und Europa zurückkehren. Deshalb hat das Bundesentwicklungsministerium ein „Corona-Sofortprogramm“ mit insgesamt sieben Schwerpunkten vorgelegt.

Es sei großartig, was in Deutschland im Gesundheitsbereich und zur Stützung der Wirtschaft geleistet werde betont das Bundesentwicklungsministerium. Im Vergleich zu Deutschland und Europa gebe es in Entwicklungsländern aber kaum Labore, Notfallbetten oder Beatmungsgeräte. In Mali ganze vier für 18 Millionen Menschen.

Hunderte Millionen Kinder können nicht zur Schule und hungern

Und den meisten Menschen stehen auch nicht die Instrumente zur sozialen und wirtschaftlichen Stabilisierung zur Verfügung. Millionen Menschen sind weltweit bereits arbeitslos – ohne jede Grundsicherung – weil globale Lieferketten wie bei Textilien zusammenbrechen. Hunderte Millionen Kinder können nicht zur Schule gehen und erhalten keine Schulspeisung – oft die einzige Mahlzeit am Tag für sie. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist insgesamt prekär, weil die Transportwege wegbrechen – ganze Ernten drohen auszufallen. In Ostafrika wächst die Heuschreckenplage, da sie derzeit kaum bekämpft werden kann. 130 Millionen Menschen sind so durch die Coronakrise zusätzlich von Hunger bedroht.

Die Pandemie wächst so zu einer globalen Gesundheits-, Ernährungs- und Wirtschaftskrise – auch in unserer unmittelbaren europäischen Nachbarschaft. Wir müssen verhindern, dass erst Krankenhäuser und dann ganze Staaten zusammenbrechen. Die Folgen wären dramatisch: Hunger, Unruhen und am Ende unkontrollierbare Flüchtlingsbewegungen.

Corona-Sofortprogramm für die Entwicklungszusammenarbeit

In dieser globalen Krise sei solidarisches Handeln unabdingbar: in Deutschland, in Europa, aber auch in der Welt. Der Blick müsse daher über Deutschland und Europa hinausgehen. Das Bundesentwicklungsministerium finanziert jetzt aus eigener Anstrengung ein globales Corona-Sofortprogramm für über eine Milliarde Euro. Dazu wird im eigenen Haushalt gezielt auf folgende Schwerpunkte umgesteuert:

  • Gesundheit stärken und Pandemien bekämpfen (200 Millionen Euro)
  • Ernährungssicherung, Sicherstellung der Grundversorgung zur Verhinderung von Hungerkatastrophen (200 Millionen Euro)
  • Stabilisierung von Flüchtlings- und Krisenregionen (150 Millionen Euro)
  • Soziale Sicherung, Sicherung von Arbeitsplätzen in globalen Lieferketten (180 Millionen Euro)
  • Absicherung von Unternehmen in Schlüsselsektoren wie Textil und Tourismus (115 Millionen Euro)
  • Liquidität von Staaten sichern (150 Millionen Euro)
  • Internationale Zusammenarbeit stärken (155 Millionen Euro)

Das alleine werde noch nicht reichen, um der weltweiten Krise zu begegnen. Gemeinsam mit Hilfsorganisationen wurde ein weiterer Sofortbedarf von drei Milliarden Euro jährlich für Nothilfen zur Grundversorgung, insbesondere zur Stabilisierung in Flüchtlingsregionen ermittelt. Dieses Verstärkungsprogramm muss mit zusätzlichen Mitteln aus dem Nachtragshaushalt unterlegt werden und kann sofort in den Partnerländern umgesetzt werden.

Es sei abzusehen, dass die Folgen der Corona-Pandemie uns noch lange Zeit beschäftigen werde. Auch die EU und die internationale Gemeinschaft müssten sich solidarisch mit den ärmsten Menschen zeigen. Das Bundesentwicklungsministerium wird zusätzlich auch die internationale Zusammenarbeit zur Pandemiebekämpfung und Prävention weiter ausbauen und zum Beispiel dazu beitragen, die WHO zu einem Weltpandemiezentrum weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen finden sich im Corona-Sofortprogramm (PDF, 439 KB) des Bundesentwicklungsministeriums.

Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vom 23.04.2020

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