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Deutsches Jugendherbergswerk

Comeback der Klassenfahrten braucht bundesweit einheitliche Richtlinien

Eine Gruppe von Kindern läuft und trägt Taschen und große Rucksäcke.

Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) öffnet seine Häuser wieder Stück für Stück für Gäste. Auch Klassen und Gruppen sollen bald wieder reisen dürfen. Weil sich die Bestimmungen dazu aktuell in den einzelnen Bundesländern stark unterscheiden, macht sich der Verband jetzt für die Chancengleichheit beim Thema Klassenfahrten stark und verwies auf das „Corona-Aufholprogramm“.

Heranwachsende brauchen dringend wieder gemeinsame Erlebnisse und den Austausch mit Gleichaltrigen, um die großen Belastungen und die Folgen der Pandemie überwinden zu können – etwa in Form von Klassenfahrten. Diese Meinung vertreten nicht nur viele Expertinnen und Experten aus dem Bildungsbereich, sondern auch das Deutsche Jugendherbergswerk. Während immer mehr Länder im Ausland wieder bereist werden können, fehlen für innerdeutsche und pädagogisch wertvolle Reiseangebote für Kinder und Jugendliche hingegen noch immer einheitliche Regelungen. Dies stößt auch bei den Jugendherbergen in Deutschland auf Unverständnis.

Im Bereich Klassenfahrten Chancengleichheit schaffen

Jüngst hatte das DJH mit weiteren gemeinnützigen Akteuren ein Positionspapier (PDF) an die Politik geschickt, um auf die Wichtigkeit von Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen aufmerksam zu machen – etwa durch die schnelle Ermöglichung von Klassenfahrten und Ferienfreizeiten.

„Mit dem Corona-Aufholprogramm hat die Bundesregierung den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht – weitere müssen aber dringend folgen“, so DJH-Hauptgeschäftsführer Julian Schmitz.

Daher forderte das DJH jetzt vor allem im Bereich der Klassenfahrten Chancengleichheit zu schaffen, damit möglichst alle Heranwachsenden zeitnah wieder von entsprechenden Programmen und Angeboten profitieren können.

Zwar gebe es in einzelnen Bundesländern erste Tendenzen, wann Klassen wieder in Jugendherbergen reisen dürfen „aber hier reicht die Perspektive von ab sofort bis hin zu Mitte 2022. Ziel muss es aber sein, die Bestimmungen bundesweit so anzupassen, dass Kinder und Jugendliche im ganzen Land davon unmittelbar profitieren. Dies ist ja auch das ausgegebene Ziel der von der Politik aufgelegten Sonderprogramme. Was nicht passieren darf ist, dass unterschiedliche Bestimmungen dafür sorgen, dass Schülerinnen und Schüler auf ihre Klassenfahrt verzichten müssen, aber die Nachbarschule hinter der Landesgrenze mit den gleichen Voraussetzungen reisen darf“, so Schmitz.   

Das DJH ist startklar

Nach wie vor stehe bei allen Schritten die Sicherheit und Vorsicht mit Blick auf die Entwicklung der Pandemie an erster Stelle. Mit durchdachten und verständlichen Hygienekonzepten, geschulten und motivierten Mitarbeitenden und der Erfahrung aus dem vergangenen Jahr sieht sich das DJH aber hervorragend auf das Comeback der Klassenfahrten vorbereitet.

„Wir wollen als einer der größten gemeinnützigen Verbände des Landes wieder unseren Aufträgen in puncto außerschulisches Lernen, Nachhaltigkeit und Völkerverständigung nachkommen können – unabhängig vom Elternhaus oder kultureller Herkunft der Kinder und Jugendlichen. Ob Ferienfreizeit oder Klassenfahrt: Wir sind startklar“, betonte Julian Schmitz und fügte an: „Heranwachsende brauchen jetzt wieder soziales Miteinander. Deshalb ist es ungemein wichtig, dass Klassenfahrten und andere Formate der außerschulischen Bildung flächendeckend und für alle stattfinden können.“  

Diesen Appell richtete das Deutsche Jugendherbergswerk als Teil eines bundesweiten Netzwerks von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe auch an die Teilnehmenden der Kultusministerkonferenz, die am 10. und 11. Juni in Potsdam tagte.

„Hier besteht die große Chance, die Weichen zu stellen und klare Signale zu senden, damit die guten Absichten in puncto Corona-Aufholprogramm auch im Bereich der Klassenfahrten mit Maßnahmen sinnvoll umgesetzt werden“, fasste Julian Schmitz zusammen.

Über das Deutsche Jugendherbergswerk

Deutschlandweit betreibt das DJH 438 Jugendherbergen in 14 DJH-Landesverbänden. In diesen stehen 68.298 Betten zur Verfügung. Zu verbuchen hatte das DJH rund 3,6 Millionen Übernachtungen, davon rund 72 % in Land- und Kleinstadtjugendherbergen, darunter 127.932 Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland. Die wichtigste Gästegruppe 2020: Familien (42 Prozent der Übernachtungen) vor Schulen/Hochschulen (18 Prozent) und Gruppen (13,5 Prozent). Der Verband hat 2.379.463 DJH-Mitglieder. In dem Hauptverband sind rund 4.500 hauptberufliche sowie etwa 800 ehrenamtliche DJH-Mitarbeitende tätig.

Quelle: Deutsches Jugendherbergswerk vom 07.06.2021

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