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Ein Fernsehtipp: Früher.Später.Jetzt. - Familie

Ein Fernseher
Bild: Susanne Becker   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

"Früher.Später.Jetzt." ist eine Zeitreise durchs Familienleben, auf der deutlich wird, wie dramatisch sich dieses in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

Familie im Wandel der Jahrzehnte. Wie war das etwa mit der hoch gelobten Großfamilie früher? War der Zusammenhalt tatsächlich so groß, das Verhältnis zwischen den Generationen so herzlich? Oder das Modell: Vater verdient das Geld und Mama macht den Rest - damals noch in Beton gegossen ...

Und später? Als Kleinkinder sich im antiautoritären Kinderladen austoben konnten, während ihre Eltern nebenan dogmatische Politikdiskussionen führten? Oder schlicht um die Zuständigkeit für Küche, Kinder und Karriere stritten? Wie ist es jetzt? Inzwischen wird mehr als jede dritte Ehe geschieden. Andererseits werden neue Familienbande geknüpft: Patchwork als neue Großfamilie - mit fünf Großeltern, zehn Kindern und sechs Eltern? Familie ist überall da, wo Kinder leben, egal mit wie vielen Eltern, Geschwistern und Anverwandten. Denn eins ist heute wie früher: Die Familie ist der Kern unserer Gesellschaft.

Früher schien alles ganz klar zu sein: Papa hatte einen sicheren Arbeitsplatz, Mama kümmerte sich um die Kinder. Und wenn man denn einmal ausgehen wollte, lebte Oma mit im Haus, um auf die Kinder aufzupassen. Doch das Bild von der glücklichen Großfamilie ist schief. Denn für die meisten Arbeiterfamilien bedeutete Familie, dass beide Eltern arbeiten mussten, um ihre Kinder zu ernähren; Opa starb bald an Staublunge und Oma musste mit durchgezogen werden. "Familie" hieß damals eben auch: Man steht zusammen, wenn es einem schlecht geht. Und es ging im Nachkriegsdeutschland vielen schlecht.

"Zerrüttung statt Schuld". Später. 1976, sind diese Worte in aller Munde, denn sie markierten den Grundgedanken des neuen Scheidungsrechts in der Bundesrepublik. Und damit auch die erste große "Ehekrise der Republik". Die kam als Folge der wilden 60er- und 70er-Jahre: Frauen wollten Gleichberechtigung - und nicht mehr nur das Heimchen am Herd sein. Eine deutliche Abkehr von dem Familienbild, das sie selbst als Kinder noch erlebt hatten. Auch für die Männer: Wer dem traditionellen Rollenbild folgte, galt fortan als "Macho", wer sich als Hausmann versuchte, wurde als "Weichei" belächelt.

Jetzt. Nach wie vor ist die Familie der Kern der Gesellschaft - dort, wo man sich - wenn es gut läuft - geborgen fühlt, wo Menschen sich umeinander kümmern. Aber Familien waren noch nie so unterschiedlich wie heute: Von der Regenbogenfamilie mit zwei Müttern oder zwei Vätern bis hin zur Patchworkfamilie mit unzähligen Familienmitgliedern oder dem Mehrgenerationenhaus, wo auch Alleinstehende oder Alleinerziehende Wahlverwandte finden.

Sendetermin: Freitag, 18. Juli 2014, Dokumentation
23.15 - 0.00 Uhr, WDR

Quelle: WDR