EU-Jugendstrategie / Inklusion

Selbstbewusst: Jugendarbeit baut Brücken zwischen Bildung und Beschäftigung für NEETs-Jugendliche

Bauklötze bilden eine Brücke
Bild: © babimu - Fotolia.com

In seinen Schlussfolgerungen zur Förderung der sozialen Inklusion junger Menschen - der sogenannten NEETs-Gruppe - spricht sich der EU-Rat für die Stärkung von Jugendpolitik und Jugendarbeit aus um sowohl soziale Ausgrenzung zu vermeiden als auch eine Reintegration in Beschäftigung und das soziale Leben zu sichern.

Mit der Bezeichnung NEET wird durch die EU-Institutionen eine statistische Gruppe beschrieben. Darin sind junge Menschen zusammen gefasst, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren. Für sie gilt, dass sie einem besonderen Ausgrenzungsrisiko ausgesetzt sind, oft aufgrund der Kombination verschiedener negativer persönlicher, wirtschaftlicher, bildungsbezogener und sozialer Umstände.

In seiner Position von Ende 2013 verweist der EU-Rat explizit darauf hin, dass nur mit einem für das Individuum zugeschnittenen Ansatz eine wirksame und erfolgreiche Wiedereingliederung möglich sei.

Dass Jugendarbeit hier präventiv und fördernd wirken kann, ist auch für den Jugendrat keine neue Erkenntnis. Das Verhältnis zwischen Jugendpolitik und Bildungs- bzw Beschäftigungspolitik wird aber mit mehr Selbstvertrauen formuliert. Jugendarbeit, Freiwilligentätigkeiten, aktives Bürgerengagement und nicht formales Lernen, heißt es deshalb auch im Text, könnten durch den Mehrwert für alle jungen Menschen eine wichtige und ergänzende Rolle spielen. Brücken könnten zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystemen geschlagen werden, das formale Bildungssystem ergänzt, Selbstvertrauen, gesellschaftliches Kapital und eigenständige Entwicklung gefördert, soziale Kompetenzen und fachliche Qualifikationen, die die Beschäftigungsfähigkeit verbessern, gestärkt werden.

Um Jugendarbeit und Jugendpolitik für eine soziale Teilhabe wirksamer einsetzen zu können, sprechen die Jugendminister und –ministerinnen der EU eine Reihe von Empfehlungen an ihre eigene Adresse und die der EU-Kommission aus.

Es gelte, mehr Erkenntnisse und Wissen über die Lebenssituation dieser jungen Menschen zu erhalten, insbesondere mit Blick auf die Hindernisse für den Zugang dieser Jugendlichen. Prävention spiele eine wichtige Rolle. Dafür sei ein proaktiver Ansatz notwendig, der Familien, Akteure der frühkindlichen Bildung, Schulen, insbesondere im Bereich der Sekundarausbildung sowie der beruflichen Aus- und Weiterbildung, Vermittler formaler und nicht formaler Lernerfahrungen, Nichtregierungsorganisationen (NRO), insbesondere Jugendorganisationen, Jugendarbeiter, Eltern und andere Interessenvertreter einbeziehe. Außerdem benötige die Arbeit mit jungen Menschen in einer ausgegrenzten Lebenssituation innovative Methoden, gegenseitiges Lernen ("peer learning") und Maßnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

Angebote, wie neue und maßgeschneiderte Konzepte der Straßensozialarbeit und/oder aufsuchenden Jugendsozialarbeit seien wichtig. Jugendarbeit sollte insbesondere genutzt werden, um das Selbstvertrauen und die eigenständige Entwicklung der jungen Menschen zu stärken und zur Senkung der Schulabbrecherquote beizutragen. Es wird auch gesehen, dass dafür die Kapazitäten von Jugendorganisationen und der Jugendarbeit ausgebaut werden müssen. Außerdem wird es als sinnvoll angesehen, Akteure im Jugendbereich und die Jugendlichen sowie Jugendorganisationen in die Gestaltung und Umsetzung geeigneter politischer Maßnahmen einschließlich der Jugendgarantie einzubeziehen.

Auf Erasmus+ wird als Unterstützungsinstrument hingewiesen, wenn es um den Erwerb von sozialen Kompetenzen und von Bürgerkompetenzen sowie um den Ausbau von Mobilität und  Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen geht. Auch der Europäische Sozialfonds könne Projekten im Bereich der sozialen Inklusion junger Menschen eine größere Dynamik verleihen.

Der EU-Rat empfiehlt ebenfalls, den Beitrag des Jugendbereichs zur regelmäßigen systematischen Bewertung des künftigen Bedarfs auf dem Arbeitsmarkt sowie der benötigten Fähigkeiten und Kompetenzen zu berücksichtigen. Auch hier steht das Anliegen im Mittelpunkt, für die  Zielgruppe der NEETs individuelle Beratung zu leisten und die Entwicklung ihrer sozialen Kompetenzen zu stärken.

Quelle: www.jugendpolitikineuropa.de

INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

Info-Pool

EU-Jugendstrategie: Informationen zur Umsetzung

  • EU-Jugendstrategie 2019 - 2027
    Europaflagge vor blauen Himmel
    © moonrun - fotolia.com

    Mit der EU-Jugendstrategie legen die Mitgliedsstaaten der EU die Eckpunkte ihrer jugendpolitischen Zusammenarbeit bis zum Jahr 2027 fest. Der Rat hat die EU-Jugendstrategie am 26. November 2018 unter dem Titel „Entschließung des Rates der Europäischen Union und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedsstaaten über einen Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa: Die Jugendstrategie der Europäischen Union 2019-2027“ beschlossen.

    Mehr erfahren

  • Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland
    Wehende Deutschlandfahne vor blauem Himmel
    mwillms - flickr.com

    Gemäß der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland sind sowohl der Bund als auch die Länder für die Umsetzung der EU-Jugendstrategie zuständig. Hierfür ergreifen Bund und Länder in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen Maßnahmen unter Einbezug der Akteure der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes sowie junger Menschen selbst.

    Mehr erfahren

  • EU-Jugenddialog
    Logo des EU-Jugenddialogs
    © DBJR

    Junge Menschen haben das Recht, bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, gefragt und einbezogen zu werden. Das gilt auch für die europäische Ebene. Die Beteiligung Jugendlicher an der Umsetzung der EU-Jugendstrategie geschah bis Ende 2018 im Rahmen des sogenannten Strukturierten Dialogs mit der Jugend. Seit 2019 heißt der Strukturierte Dialog nun EU-Jugenddialog.

    Mehr erfahren

  • Youth Goals – Europäische Jugendziele
    Gelbes Logo der Youth Goals mit schwarzer Schrift
    Mireille van Bremen

    Die Youth Goals sind in die EU-Jugendstrategie 2019-2027 eingeflossen und damit in den Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa. Verantwortliche aus Politik und Verwaltung auf allen Ebenen sollen die Ziele als Anregung nutzen, um Politik im Sinne junger Menschen zu gestalten.

    Mehr erfahren

  • Mehr Europa in der deutschen Kinder- und Jugendhilfe
    fünf Hände formen einen Stern
    © tbel - Fotolia.com

    Eine der vorrangigen Zielsetzungen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist es, mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe zu bringen. Mehr Europa bedeutet, die alltägliche Arbeit in den Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe europäisch zu denken, zu verstehen und auszugestalten. In der Praxis gibt es bereits vielfältige europäische und internationale Projekte sowie transnationale Arbeitsansätze. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine Bereicherung für die Jugendhilfe darstellt. Der fachliche Mehrwert einer stärkeren europäischen Ausrichtung soll daher kommuniziert und beispielhaft vermittelt werden.

    Mehr erfahren

Videos zur EU-Jugendstrategie

Immer informiert

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und lassen Sie sich über Neuigkeiten regelmässig per E-Mail informieren.

RSS-Feed

Erhalten Sie alle Nachrichten zum Thema „EU-Jugendstrategie" als RSS-Feed.

Abonnieren