EU-Jugendstrategie / Inklusion

Selbstbewusst: Jugendarbeit baut Brücken zwischen Bildung und Beschäftigung für NEETs-Jugendliche

Bauklötze bilden eine Brücke
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In seinen Schlussfolgerungen zur Förderung der sozialen Inklusion junger Menschen - der sogenannten NEETs-Gruppe - spricht sich der EU-Rat für die Stärkung von Jugendpolitik und Jugendarbeit aus um sowohl soziale Ausgrenzung zu vermeiden als auch eine Reintegration in Beschäftigung und das soziale Leben zu sichern.

Mit der Bezeichnung NEET wird durch die EU-Institutionen eine statistische Gruppe beschrieben. Darin sind junge Menschen zusammen gefasst, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren. Für sie gilt, dass sie einem besonderen Ausgrenzungsrisiko ausgesetzt sind, oft aufgrund der Kombination verschiedener negativer persönlicher, wirtschaftlicher, bildungsbezogener und sozialer Umstände.

In seiner Position von Ende 2013 verweist der EU-Rat explizit darauf hin, dass nur mit einem für das Individuum zugeschnittenen Ansatz eine wirksame und erfolgreiche Wiedereingliederung möglich sei.

Dass Jugendarbeit hier präventiv und fördernd wirken kann, ist auch für den Jugendrat keine neue Erkenntnis. Das Verhältnis zwischen Jugendpolitik und Bildungs- bzw Beschäftigungspolitik wird aber mit mehr Selbstvertrauen formuliert. Jugendarbeit, Freiwilligentätigkeiten, aktives Bürgerengagement und nicht formales Lernen, heißt es deshalb auch im Text, könnten durch den Mehrwert für alle jungen Menschen eine wichtige und ergänzende Rolle spielen. Brücken könnten zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystemen geschlagen werden, das formale Bildungssystem ergänzt, Selbstvertrauen, gesellschaftliches Kapital und eigenständige Entwicklung gefördert, soziale Kompetenzen und fachliche Qualifikationen, die die Beschäftigungsfähigkeit verbessern, gestärkt werden.

Um Jugendarbeit und Jugendpolitik für eine soziale Teilhabe wirksamer einsetzen zu können, sprechen die Jugendminister und –ministerinnen der EU eine Reihe von Empfehlungen an ihre eigene Adresse und die der EU-Kommission aus.

Es gelte, mehr Erkenntnisse und Wissen über die Lebenssituation dieser jungen Menschen zu erhalten, insbesondere mit Blick auf die Hindernisse für den Zugang dieser Jugendlichen. Prävention spiele eine wichtige Rolle. Dafür sei ein proaktiver Ansatz notwendig, der Familien, Akteure der frühkindlichen Bildung, Schulen, insbesondere im Bereich der Sekundarausbildung sowie der beruflichen Aus- und Weiterbildung, Vermittler formaler und nicht formaler Lernerfahrungen, Nichtregierungsorganisationen (NRO), insbesondere Jugendorganisationen, Jugendarbeiter, Eltern und andere Interessenvertreter einbeziehe. Außerdem benötige die Arbeit mit jungen Menschen in einer ausgegrenzten Lebenssituation innovative Methoden, gegenseitiges Lernen ("peer learning") und Maßnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

Angebote, wie neue und maßgeschneiderte Konzepte der Straßensozialarbeit und/oder aufsuchenden Jugendsozialarbeit seien wichtig. Jugendarbeit sollte insbesondere genutzt werden, um das Selbstvertrauen und die eigenständige Entwicklung der jungen Menschen zu stärken und zur Senkung der Schulabbrecherquote beizutragen. Es wird auch gesehen, dass dafür die Kapazitäten von Jugendorganisationen und der Jugendarbeit ausgebaut werden müssen. Außerdem wird es als sinnvoll angesehen, Akteure im Jugendbereich und die Jugendlichen sowie Jugendorganisationen in die Gestaltung und Umsetzung geeigneter politischer Maßnahmen einschließlich der Jugendgarantie einzubeziehen.

Auf Erasmus+ wird als Unterstützungsinstrument hingewiesen, wenn es um den Erwerb von sozialen Kompetenzen und von Bürgerkompetenzen sowie um den Ausbau von Mobilität und  Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen geht. Auch der Europäische Sozialfonds könne Projekten im Bereich der sozialen Inklusion junger Menschen eine größere Dynamik verleihen.

Der EU-Rat empfiehlt ebenfalls, den Beitrag des Jugendbereichs zur regelmäßigen systematischen Bewertung des künftigen Bedarfs auf dem Arbeitsmarkt sowie der benötigten Fähigkeiten und Kompetenzen zu berücksichtigen. Auch hier steht das Anliegen im Mittelpunkt, für die  Zielgruppe der NEETs individuelle Beratung zu leisten und die Entwicklung ihrer sozialen Kompetenzen zu stärken.

Quelle: www.jugendpolitikineuropa.de

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Info-Pool

EU-Jugendstrategie: Umsetzung in Deutschland

  • Grundlagen zur EU-Jugendstrategie

    Die Staaten der Europäischen Union haben sich auf das jugendpolitische Ziel verständigt, bis 2018 die Lebenslagen junger Menschen zu verbessern. Dafür sollen mehr Möglichkeiten und mehr Chancengleichheit für alle jungen Menschen in Bildung und Arbeit geschaffen werden. Auch das freiwillige Engagement junger Menschen und ihre soziale Eingliederung junger Menschen soll gestärkt werden.

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  • Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland
    Wehende Deutschlandfahne vor blauem Himmel
    mwillms - flickr.com

    Der Bund und die Länder setzen die EU-Jugendstrategie in Deutschland gemeinsam um. Sowohl der Bund als auch die Länder haben ihre Positionen zur Ausrichtung der jugendpolitischen Zusammenarbeit der EU im Vorfeld eingebracht. Impulse aus der EU-Jugendstrategie sollen als Motor für die Weiterentwicklung und Qualifizierung von Praxis und Politik der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland nutzbar gemacht werden.

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  • Arbeitsprogramm von Bund und Ländern
    Team
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    Es gibt vielfältige Aktivitäten zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland. Bund und Länder setzen eine Reihe von Maßnahmen individuell um, haben sich aber auch eine gemeinsame Agenda gesetzt. Das Arbeitsprogramm der Bund-Länder Arbeitsgruppe zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland für den Zeitraum 2014 – 2018 beschreibt konkrete fachliche Vorhaben. Im Fokus steht dabei, Entscheidungsträger und Fachkräfte der Kinder und Jugendhilfe, insbesondere auf der kommunalen Ebene, zu erreichen.

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  • Mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe
    fünf Hände formen einen Stern
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    Eine der vorrangigen Zielsetzungen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist es, mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe zu bringen. Mehr Europa bedeutet, die alltägliche Arbeit in den Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe europäisch zu denken, zu verstehen und auszugestalten. In der Praxis gibt es bereits vielfältige europäische und internationale Projekte sowie transnationale Arbeitsansätze. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine Bereicherung für die  Jugendhilfe darstellt. Der fachliche Mehrwert einer stärkeren europäischen Ausrichtung soll daher kommuniziert und beispielhaft vermittelt werden.

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  • Strukturierter Dialog
    Strukturierter Dialog - mitdenken, mitreden, mitbestimmen. Jugend bewegt Politik
    DBJR

    Der Strukturierte Dialog zwischen Jugend und Politik ist das „Jugendbeteiligungsinstrument“ der EU-Jugendstrategie. Er trägt dazu bei, dass die Vorstellungen und Anliegen junger Menschen in der Umsetzung der EU-Jugendstrategie und bei europäischer Politikgestaltung in Brüssel berücksichtigt werden.

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  • Jugendpolitische Zusammenarbeit der EU ab 2019
    Europaflagge vor blauen Himmel
    © moonrun - fotolia.com

    Die Weiterentwicklung der jugendpolitischen Zusammenarbeit steht derzeit auf der jugendpolitischen Agenda der EU und Deutschlands, denn die EU-Jugendstrategie endet mit Ablauf des Jahres 2018. Für die Vorbereitung einer neuen Strategie hatte die EU-Kommission 2017 zum Jahr des „Zuhörens“ erklärt, um breit zu konsultieren. 2018 wird das Jahr der Abstimmung eines neuen Rahmens der jugendpolitischen Zusammenarbeit für die Zeit ab 2019 sein.

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Videos zur EU-Jugendstrategie

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