Digitalisierung und Medien / Qualifizierung

14. Gautinger Internettreffen nimmt Online-Medienproduktion in den Blick

Youthpart-Koordinator Jürgen Ertelt beim 14. Gautinger Internettreffen
Bild: SIN - Studio im Netz e.V. Youthpart-Koordinator Jürgen Ertelt beim 14. Gautinger Internettreffen

Die Möglichkeiten für die Veröffentlichung eigener Medienprodukte sind durch die Verbreitung digitaler Produktionsmittel und Online-Publikationsmöglichkeiten enorm gestiegen. Das 14. Gautinger Internettreffen widmete sich diesem Thema.

Am 19. und 20. März 2013 wurden dort medienpädagogische Fragestellungen erörtert. Mehr als 100 Teilnehmer/-innen besuchten das 14. Internettreffen, das vom Institut Gauting und dem SIN - Studio im Netz in Kooperation mit dem IJAB-Projekt youthpart und Wikimedia Deutschland e.V. veranstaltet wurde.

Die Eröffnungs-Keynote hielt Dirk von Gehlen, Leiter Social Media Innovation der Süddeutschen Zeitung und Autor von “Mashup –  Lob der Kopie” und “Eine neue Version ist verfügbar”. Er veranschaulichte sein Verständnis vom Internet als sozialen Raum, als Dialogplattform und seine These von der "Verflüssigung" der Kultur: Ähnlich wie bei Softwareprodukten schaffe das Netz die Möglichkeit, Kulturprodukte mit regelmäßigen Updates zu versehen, so wie das beispielsweise bei Enzyklopädien durch Wikipedia geschehen ist.

Johnny Haeusler (Blogger, Autor und Musiker) ging der Frage nach: "Wenn alle publizieren, wer hört dann noch zu?“. Dafür blickte er auf die Entwicklung des Internets in den letzten Jahren zurück und betrachtete vor allem Social Media-Angebote, die neue Publikationsmöglichkeiten bieten und daher eigene Online-Kanäle wie Weblogs in den Hintergrund drängten. Mit Blick auf die Macht großer Online-Konzerne formulierte Haeusler schließlich seinen Titel um und fragte: „Wenn alle publizieren, wer kontrolliert, was wir hören?“
 
Den zweiten Veranstaltungstag eröffnete Christoph Kappes mit seinem Vortrag zur „Ökonomie des Internets“. Er stellte heraus, dass alle virtuellen Vorgänge wirtschaftlichen Grundprinzipien unterliegen, zugleich aber die gesamte Ökonomie von der Digitalisierung beeinflusst wird. Zudem erläuterte er neue digitale Geschäftsmodelle und ihre Folgen. (Nachzulesen sind seine Ausführungen in einer PDF-Datei unter www.gautinger-internettreffen.de)

Mit jugendlicher Kreativität in der Cloud beschäftigen sich Jan Schmolling und Natália Wiedmann vom Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF). Sie präsentierten herausragende Beiträge zum Deutschen Jugendfoto- und Jugendvideopreis sowie zum deutschen Multimediapreis "MB21 - Mediale Bildwelten". (Auch diese Präsentation kann als PDF heruntergeladen werden.)

Elly Köpf von Wikimedia Deutschland e.V., erstmals Mitveranstalterin des Gautinger Internettreffens, stellte ihren Vortrag unter den Titel: "Wissen verändern, verändertes Wissen". Sie beleuchtete die Entwicklung von Lernprozessen, veränderte Formen des Wissenserwerbs und neue Kompetenzen, die beispielsweise zur Beurteilung und Einordnung von Informationen benötigt werden. Die Aneignung von Wissen wandle sich von der angeleiteten Ergebnisorientierung zu einer aktiven Prozessorientierung, aus Lernen werde somit zunehmend Wissensmanagement. (Ihre Vortragsfolien stehen ebenfalls als PDF zur Verfügung.)

Philipp Otto, Jurist und Journalist bei iRights.info, beschäftigte sich abschließend mit dem Urheberrecht und freien Alternativen. Er erläuterte die aktuelle Rechtslage mit Blick auf neue Entwicklungen im Internet und beklagte die oftmals komplizierten Regelungen, beispielsweise zur Verwendung geschützter Werke in Unterricht und Forschung. Mögliche Alternativen, um das geltende Urheberrecht in bestmöglicher Form zu nutzen, stellen beispielsweise das fair-use-Prinzip aus den USA oder das Lizenzierungsmodell "Creative Commons" dar. Für den Bereich der Bildung und Erziehung sind OER (Open Educational Ressources) eine bedeutende und chancenreiche Lösung.

Große Aufmerksamkeit fanden die Impulse für die pädagogische Praxis:

  • Anna Groß von no-nazi.net (Amadeu Antonio Stiftung) informierte über Strategien von Rechtsextremisten in sozialen Netzwerke sowie über mögliche Gegenmaßnahmen.
  • Tobias Albers-Heinemann und Eike Rösch vom Medienpädagogik-Praxis-Blog präsentierten Online-Tools für die Medienproduktion.
  • Juuport.de, die Selbstschutz-Plattform von Jugendlichen für Jugendliche, wurde von den Scouts Adrian und Charice vorgestellt.
  • Über freies Wissen und freie Bildung informierten Elly Köpf (Wikimedia Deutschland e.V.) und Daniel Seitz (Mediale Pfade).
  • Mit Audio-Apps zum Smartphone-Reporting und -Recording beschäftigten sich Danilo Dietsch und Stephanie Pickl von Q3.Quartier für Medien.Bildung.Abenteuer.
  • Das Online-Tagungshaus www.kollegiale-beratung.net wurde von Wolfgang Schindler, Studienzentrum für evang. Jugendarbeit in Josefstal e.V., vorgestellt.
  • Neue Möglichkeiten mit HTML5 beleuchteten Ronnie Seidl (SIN – Studio im Netz) und Max Schwachula (Münchner Kinderportal pomki.de)

Zudem erfolgte die Präsentation von Medienprojekten, die vom Stadtjugendamt München  geförderten im Rahmen der Herbstausschreibung 2012 zum Thema "Kreativ im Netz" gefördert wurden.

Das Abendprogramm wurde durch die Teilnehmenden selbst gestaltet: Im Showroom wurden acht gelungene Projekt und spannende Ansätze im Schnelldurchlauf vorgestellt. Zudem wurde ein audiovisueller Chillout angeboten, den DJ Chrizzlys und VJ Generation Gästeliste von "Mediale Pfade" gestalteten.

Ein Fazit zum diesjährigen Internettreffen, dass eine Teilnehmerin twitterte, lautet: "Man könnte fast von fachlicher, sozialer und kulinarischer Völlerei sprechen beim #git13" (jugendnetz-berlin, @ JNB_de)

Quelle: SIN - Studio im Netz e.V.

Info-Pool

EU-Jugendstrategie: Umsetzung in Deutschland

  • EU-Jugendstrategie 2019 - 2027
    Europaflagge vor blauen Himmel
    © moonrun - fotolia.com

    Mit der EU-Jugendstrategie legen die Mitgliedsstaaten der EU die Eckpunkte ihrer jugendpolitischen Zusammenarbeit bis zum Jahr 2027 fest. Der Rat hat die EU-Jugendstrategie am 26. November 2018 unter dem Titel „Entschließung des Rates der Europäischen Union und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedsstaaten über einen Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa: Die Jugendstrategie der Europäischen Union 2019-2027“ beschlossen.

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  • Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland
    Wehende Deutschlandfahne vor blauem Himmel
    mwillms - flickr.com

    Gemäß der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland sind sowohl der Bund als auch die Länder für die Umsetzung der EU-Jugendstrategie zuständig. Hierfür ergreifen Bund und Länder in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen Maßnahmen unter Einbezug der Akteure der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes sowie junger Menschen selbst.

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  • EU-Jugenddialog
    Logo des EU-Jugenddialogs
    © DBJR

    Junge Menschen haben das Recht, bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, gefragt und einbezogen zu werden. Das gilt auch für die europäische Ebene. Die Beteiligung Jugendlicher an der Umsetzung der EU-Jugendstrategie geschah bis Ende 2018 im Rahmen des sogenannten Strukturierten Dialogs mit der Jugend. Seit 2019 heißt der Strukturierte Dialog nun EU-Jugenddialog.

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  • Youth Goals – Europäische Jugendziele
    Gelbes Logo der Youth Goals mit schwarzer Schrift
    Mireille van Bremen

    Die Youth Goals sind in die EU-Jugendstrategie 2019-2027 eingeflossen und damit in den Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa. Verantwortliche aus Politik und Verwaltung auf allen Ebenen sollen die Ziele als Anregung nutzen, um Politik im Sinne junger Menschen zu gestalten.

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  • Mehr Europa in der deutschen Kinder- und Jugendhilfe
    fünf Hände formen einen Stern
    © tbel - Fotolia.com

    Eine der vorrangigen Zielsetzungen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist es, mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe zu bringen. Mehr Europa bedeutet, die alltägliche Arbeit in den Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe europäisch zu denken, zu verstehen und auszugestalten. In der Praxis gibt es bereits vielfältige europäische und internationale Projekte sowie transnationale Arbeitsansätze. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine Bereicherung für die Jugendhilfe darstellt. Der fachliche Mehrwert einer stärkeren europäischen Ausrichtung soll daher kommuniziert und beispielhaft vermittelt werden.

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Videos zur EU-Jugendstrategie

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