EU-Jugendstrategie / Kinder- und Jugendpolitik

Deutscher Bundesjugendring: Neue EU-Jugendstrategie ist enttäuschend

Spielfiguren und Puzzleteile
Bild: sanja gjenero

Als weniger ambitioniert als die letzte EU-Jugendstrategie kritisiert der Deutsche Bundesjugendring den aktuellen Beschluss des EU-Jugendministerrats. Zwar wird die Jugendbeteiligung – bisher Strukturierter Dialog – stark gestützt, die von den Jugendlichen in Europa erarbeiteten Jugendziele aber nicht verbindlich in die neue Strategie aufgenommen. Es sei nun in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten, die Jugendringe einzubinden und die Beschlüsse zu übertreffen.

Die EU-Jugendminister/-innen haben die EU-Jugendstrategie beschlossen. „Diese EU-Jugendstrategie bleibt hinter den Möglichkeiten zurück und ist eine verpasste Chance für die Jugend Europas“, kritisiert das DBJR-Vorstandsmitglied Christoph Röttgers.

Das Ergebnis ist eine Enttäuschung für uns, denn die Strategie ist weniger ambitioniert als die letzte aus dem Jahr 2009. Die Jugendpolitik hätte auf EU-Ebene strukturell und ressortübergreifend gestärkt werden müssen, nachdem die letzte EU-Jugendstrategie die europäische Jugendpolitik sichtbarer gemacht hat. „Die Mitgliedstaaten haben leider nicht auf der guten Zusammenarbeit in der europäischen Jugendpolitik aufgebaut“, sagt Christoph Röttgers.

Der EU-Jugenddialog - bisher der Strukturierte Dialog - wurde stark gekürzt. Es bleibt erstmal unklar, wie der EU-Jugenddialog auf nationaler Ebene umgesetzt werden soll. Wir finden es bedauerlich, dass auf EU-Ebene keine Kompromisse für eine gute Jugendpolitik und für gute Jugendbeteiligung gefunden werden konnten. Beispielsweise wurden die EU-Jugendziele, die im letzten Zyklus des Strukturierten Dialogs erarbeitet wurden und die politischen Prioritäten junger Europäer/-innen ausdrücken, nicht verbindlich in die Strategie aufgenommen. „Die Berücksichtigung dieser EU-Jugendziele wären eine einmalige Gelegenheit, junge Menschen als Expert/-innen ihres eigenen Lebens ernst zu nehmen und den Beteiligungsprozess sinnvoll zu gestalten“, sagt Christoph Röttgers.

Auch die Nationalen Aktionspläne, bei denen die Mitgliedstaaten sich eigenständig für einen Dreijahresplan verpflichtet hätten, wären sinnvoll gewesen. Stattdessen gibt es nun ein weniger verpflichtendes Verfahren für die Mitgliedstaaten, was die Kohärenz zwischen nationaler und EU-Ebene gefährdet. Die Mitgliedsstaaten stehen nun in der Verantwortung, die Jugendringe bei der Umsetzung der EU-Jugendstrategie einzubinden und die Beschlüsse zu übertreffen.

Ausführliche Informationen zur Entschießung des EU-Jugendministerrats finden sich auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe. Dort stehen auch Hintergrundinformationen zum Strukturieren Dialog zur Verfügung.

Der DBJR nimmt mit seiner Position „Europa braucht uns - wir brauchen Europa“ ausführlich kinder- und jugendpolitisch Stellung. 

Quelle: Deutscher Bundesjugendring

Info-Pool

EU-Jugendstrategie: Umsetzung in Deutschland

  • Grundlagen zur EU-Jugendstrategie

    Die Staaten der Europäischen Union haben sich auf das jugendpolitische Ziel verständigt, bis 2018 die Lebenslagen junger Menschen zu verbessern. Dafür sollen mehr Möglichkeiten und mehr Chancengleichheit für alle jungen Menschen in Bildung und Arbeit geschaffen werden. Auch das freiwillige Engagement junger Menschen und ihre soziale Eingliederung junger Menschen soll gestärkt werden.

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  • Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland
    Wehende Deutschlandfahne vor blauem Himmel
    mwillms - flickr.com

    Der Bund und die Länder setzen die EU-Jugendstrategie in Deutschland gemeinsam um. Sowohl der Bund als auch die Länder haben ihre Positionen zur Ausrichtung der jugendpolitischen Zusammenarbeit der EU im Vorfeld eingebracht. Impulse aus der EU-Jugendstrategie sollen als Motor für die Weiterentwicklung und Qualifizierung von Praxis und Politik der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland nutzbar gemacht werden.

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  • Arbeitsprogramm von Bund und Ländern
    Team
    © Woodapple - Fotolia.com

    Es gibt vielfältige Aktivitäten zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland. Bund und Länder setzen eine Reihe von Maßnahmen individuell um, haben sich aber auch eine gemeinsame Agenda gesetzt. Das Arbeitsprogramm der Bund-Länder Arbeitsgruppe zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland für den Zeitraum 2014 – 2018 beschreibt konkrete fachliche Vorhaben. Im Fokus steht dabei, Entscheidungsträger und Fachkräfte der Kinder und Jugendhilfe, insbesondere auf der kommunalen Ebene, zu erreichen.

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  • Mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe
    fünf Hände formen einen Stern
    © tbel - Fotolia.com

    Eine der vorrangigen Zielsetzungen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist es, mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe zu bringen. Mehr Europa bedeutet, die alltägliche Arbeit in den Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe europäisch zu denken, zu verstehen und auszugestalten. In der Praxis gibt es bereits vielfältige europäische und internationale Projekte sowie transnationale Arbeitsansätze. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine Bereicherung für die  Jugendhilfe darstellt. Der fachliche Mehrwert einer stärkeren europäischen Ausrichtung soll daher kommuniziert und beispielhaft vermittelt werden.

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  • Strukturierter Dialog
    Logo des Stukturierten Dialogs in hellgrün
    © DBJR

    Der Strukturierte Dialog zwischen Jugend und Politik ist das „Jugendbeteiligungsinstrument“ der EU-Jugendstrategie. Er trägt dazu bei, dass die Vorstellungen und Anliegen junger Menschen in der Umsetzung der EU-Jugendstrategie und bei europäischer Politikgestaltung in Brüssel berücksichtigt werden.

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  • Jugendpolitische Zusammenarbeit der EU ab 2019
    Europaflagge vor blauen Himmel
    © moonrun - fotolia.com

    Die Weiterentwicklung der jugendpolitischen Zusammenarbeit steht derzeit auf der jugendpolitischen Agenda der EU und Deutschlands, denn die EU-Jugendstrategie endet mit Ablauf des Jahres 2018. Für die Vorbereitung einer neuen Strategie hatte die EU-Kommission 2017 zum Jahr des „Zuhörens“ erklärt, um breit zu konsultieren. 2018 wird das Jahr der Abstimmung eines neuen Rahmens der jugendpolitischen Zusammenarbeit für die Zeit ab 2019 sein.

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Videos zur EU-Jugendstrategie

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