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Verwaltung und Steuerung des freiwilligen Engagements Jugendlicher

Steuerung

Hauptakteure

An der Regulierung, der strategischen Ausrichtung und der praktischen Umsetzung von Freiwilligenprogrammen sind eine Vielzahl von Akteuren und Stakeholdern beteiligt. Auf politischer Ebene sind dies das Unterhaus des Bundestages und verschiedene Bundesministerien; auf der Ebene der Zivilgesellschaft mehrere Organisationen und Arbeitsgruppen.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ist innerhalb der Bundesregierung federführend für den Bereich der Engagementpolitik zuständig. Seit 2015 gibt es eine Abteilung Demokratie und Engagement. Dort sind das Referat 114 für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) und das Referat 115 für Jugendfreiwilligendienste, Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) und den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) zuständig.

Weitere relevante staatliche Akteure im Bereich der Freiwilligendienste sind:

Der Unterausschuss "Bürgerschaftliches Engagement" des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend setzt sich dafür ein, engagementfreundliche Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. Er befasst sich mit aktuellen Gesetzesvorhaben, die bürgerschaftliches Engagement betreffen. Er arbeitet an der weiteren Umsetzung der Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" mit. Außerdem wirkt er – im Dialog mit der Zivilgesellschaft – an der Fortentwicklung der Engagementpolitik des Bundes mit.

Wichtige freie Träger für die Freiwilligendienste sind:

Eine Übersicht der Zentralstellen im BFD bietet die Webseite des Bundesfreiwilligendienstes.

Es gibt verschiedene Arbeitskreise und Zusammenschlüsse im Bereich der Freiwilligendienste. Dazu gehören:

  • Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF)
    Die AGDF ist ein Zusammenschluss von Organisationen und Institutionen, die im In- und Ausland Friedensarbeit leisten. Sie setzt sich für verbesserte Rahmenbedingungen und eine größere Anerkennung von längerfristigen Freiwilligendiensten ein.
  • Bundesarbeitskreis FSJ (BAK FSJ)
    Im BAK FSJ sind bundeszentrale zivilgesellschaftliche Trägerverbände des FSJ organisiert. Sie tauschen sich in den Bundesverbänden über ihre Arbeit für das FSJ aus. Außerdem stimmen sie sich darüber ab, welche Regeln für das FSJ gelten sollen.
  • Bundesarbeitskreis FÖJ (BAK FÖJ)
    Im BAK FÖJ sind alle Träger vereint, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr anbieten. Der BAK FÖJ erarbeitet einheitliche Qualitätsstandards, die für alle Träger gelten und als Basis für die pädagogische Rahmenkonzeption dienen. Die Freiwilligen werden durch sogenannte Bundessprecher/-innen vertreten. Diese nehmen an den Treffen des BAK FÖJ teil.
  • Politische Freiwilligenvertretung internationaler Freiwilligendienste (PFIF)
    Die PFIF ist eine politische Vertretungsgruppe für Teilnehmende an internationalen Freiwilligenprogrammen und trägt zur Weiterentwicklung internationaler Freiwilligenprogramme bei. Sie besteht aus einer Gruppe ehemaliger Freiwilliger, die daran arbeiten, ihre Vision einer stärkeren politischen Beteiligung und Einbindung von Freiwilligen in verschiedene Arten von Freiwilligenprogrammen umzusetzen. Ihr langfristiges Ziel ist es, die Programmstrukturen so zu verändern, dass die Mitbestimmung von Süd-Nord- und Incoming-Freiwilligen möglich wird.
  • Konferenz Evangelischer Freiwilligendienste (KeF)
    Die KeF umfasst Träger von Freiwilligendiensten im In- und Ausland. Sie informiert über die evangelischen Freiwilligendienste, berät und informiert zu Qualitätsentwicklungsprozessen.
  • Evangelische Freiwilligendienste 
    Die Evangelischen Freiwilligendienste sind der Zusammenschluss evangelischer Träger, die Freiwilligendienste im In- und Ausland anbieten. Die evangelische Trägergruppe steht für Organisationen aus Jugendarbeit, Diakonie, Landes- und Freikirchen, die regional, bundesweit und international Freiwilligendienste anbieten.
  • Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste
    Die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste vereint Träger und Anbieter von Freiwilligendiensten im In- und Ausland im Bereich der katholischen Kirche in Deutschland. Sie umfasst auch Institutionen, die Freiwilligenarbeit finanziell und anderweitig unterstützen. Neben der Vertretung der Interessen der Anbieter gegenüber Politik und Öffentlichkeit veröffentlicht sie Stellungnahmen und berät in Förderfragen.
  • Gesprächskreis Internationale Freiwilligendienste (GIF)
    Der Gesprächskreis ist beim AKLHÜ e.V. – Netzwerk und Fachstelle für internationale Personelle Zusammenarbeit angesiedelt. Er hat das Ziel, die Überlegungen und Aktivitäten der wichtigsten Träger internationaler Freiwilligendienste und ihrer Verbände bezüglich rechtlicher Regelungen und der staatlichen Förderprogramme untereinander und mit den Trägern der Inlandsdienste abzustimmen. Zudem vertritt und vermittelt er die gemeinsamen Anliegen in die Politik.
  • evangelisches Forum entwicklungspolitischer Freiwilligendienst (eFeF)
    Das eFeF ist ein Zusammenschluss und Interessensvertretung kirchlicher und entwicklungspolitischer Organisationen, Verbünde und Einrichtungen, die über das Programm ‚weltwärts‘ Freiwillige entsenden und aufnehmen.

Es gibt kein zentrales Verzeichnis von Organisationen, die Freiwilligenarbeit für junge Menschen anbieten. Im Internet gibt es eine Reihe von Listen, wie zum Beispiel diese:

Diese Listen werden regelmäßig aktualisiert.

Allgemeine Verteilung der Zuständigkeiten

Die föderale Struktur in Deutschland spiegelt sich auch im Bereich ‚Freiwilligenaktivitäten‘. Auf Bundesebene ist das BMFSFJ für das Thema ‚Engagement und Gesellschafft‘, auch von Jugendlichen, zuständig. Auf Bundesländerebene sind es die jeweils für das Thema Engagementpolitik zuständigen Ministerien, z. B. das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration in Baden-Württemberg. Eine kohärente Engagementpolitik zwischen Bund und Ländern gibt es bisher nicht.

In Deutschland gibt es viele Freiwilligendienste. Per Gesetz geregelt sind die Jugendfreiwilligendienste ‚Freiwilliges Soziales Jahr‘ (FSJ) und ‚Freiwilliges Ökologisches Jahr‘ (FÖJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD). Der BFD wird ausschließlich auf Bundesebene verwaltet und finanziert, während bei FSJ und FÖJ der Bund nur für die Finanzierung der ehrenamtlichen Bildungsförderung zuständig ist; alle anderen Aufgaben werden von den jeweiligen Bundesländern wahrgenommen. Gemeinnützige Organisationen sind in ihrer Eigenschaft als zivilgesellschaftliche Gruppen für die Verwaltung und Umsetzung der Programme verantwortlich, was die Auswahl und Unterstützung von Freiwilligen einschließt. Die Durchführungsorganisationen kümmern sich um die Zuordnung der Freiwilligen zu den Einsatzorten bzw. den von ihnen betreuten Projekten.

Ressortübergreifende Zusammenarbeit

Die Bundesministerien sind grundsätzlich gehalten, in Angelegenheiten, die die Geschäftsbereiche mehrerer Bundesministerien berühren, zusammenzuarbeiten. Diese und andere Regelungen zur ressortübergreifenden Zusammenarbeit sowie zur Zusammenarbeit mit Dienststellen im Geschäftsbereich eines anderen Bundesministeriums und des Bundeskanzleramtes, mit dem Deutschen Bundestag, dem Bundesrat und dem Vermittlungsausschuss sowie mit den obersten Landesbehörden der Bundesländer regelt die Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien (GGO).

Als nachgeordnete Behörde des BMFSFJ berät der Beirat für den Bundesfreiwilligendienst das BMFSFJ in BFD-bezogenen Angelegenheiten. Er trifft sich zweimal im Jahr. Der Beirat hat 23 Mitglieder, die für vier Jahre berufen werden. Seine Mitglieder sind Vertreter/-innen von BFD-Zentralstellen, der Kirchen, der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände sowie die Bundessprecher/-innen der Freiwilligen. Ein eigenes Gremium wie im BFD gibt es für die Jugendfreiwilligendienste nicht.

Eine interministerielle Arbeitsgruppe von BMFSFJ, AA und BMZ koordiniert und diskutiert die internationalen Jugendfreiwilligendienste, die von der Bundesregierung angeboten werden, zum Beispiel der Internationale Jugendfreiwilligendienst, weltwärts oder kulturweit. Die Arbeitsgruppe spricht auch über Anpassungen bei Entsendungen in Bezug auf Visaangelegenheiten, die Anerkennung von Auslandsaufenthalten, Gesundheitsthemen oder die Sicherheitslage. Als nachgeordnete Behörde des BMFSFJ wird auch das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) zu dieser Arbeitsgruppe eingeladen. 

Zudem beraten sich BMFSFJ und BMAS, wenn es um sozialversicherungsrechtliche Fragen von Freiwilligen im In- und Ausland oder um Fragen der Arbeitsmarktneutralität von Freiwilligendiensten geht.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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