Youth Wiki

Unterstützung von Jugendorganisationen

Rechtlicher/Politischer Rahmen für die Arbeit und Entwicklung von Jugendorganisationen

Das Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) bildet die Basis für die strukturelle und Projektförderung in der Jugend(verbands)arbeit und weiteren Feldern der Kinder- und Jugendhilfe. § 12 des SGB VIII deckt die Förderung der Jugendverbände und ihrer eigenverantwortlichen Tätigkeit ab. Dadurch soll die von jungen Menschen selbst organisierte, gemeinschaftlich gestaltete und mitverantwortete Jugendarbeit gefördert werden. Ziel ist die Förderung der freien Jugendhilfe gemäß § 74 des SGB VIII. Dieser besagt, dass die Träger der freien Jugendhilfe gefördert werden sollen, wenn sie die fachlichen Voraussetzungen für die geplante Maßnahme erfüllen und die Beachtung der Grundsätze und Maßstäbe der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung nach § 79a gewährleisten. Außerdem müssen sie eine zweckentsprechende und wirtschaftliche Verwendung der Mittel gewähren und gemeinnützige Ziele verfolgen. Zudem sollen sie eine angemessene Eigenleistung erbringen und die Gewähr für eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit bieten. Um eine dauerhafte Förderung zu bekommen, muss eine Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 des SGB VIII vorliegen.

Auf Länderebene sind es die Ausführungsgesetze zum SGB VIII, die die Basis für die Struktur- und Projektförderung in der Jugend(verbands)arbeit und weiteren Feldern der Kinder- und Jugendhilfe bilden.

Öffentliche finanzielle Förderung

Auf Grundlage des Achten Sozialgesetzbuches nimmt der Bund durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) (PDF 528 KB) seine Aufgabe zur Anregung und Förderung der Kinder- und Jugendhilfe auf Bundesebene wahr. Der KJP gehört zum Politikbereich Kinder- und Jugendpolitik (Kapitel 1702 im Bundeshaushaltsplan, Einzelplan 17), der 2018 (PDF 963 KB) ein Finanzvolumen von rund rd. 1076 Millionen € (2017 (PDF 1,0 MB): 1100 Millionen) umfasst. Auf den KJP (Titel 684 01) entfallen 2018 rund 199 Millionen € (2017 : 177,6 Millionen €) und davon 49 949 000 € für die Kinder- und Jugendarbeit.

Landeszentrale Jugendverbände als Interessenvertreter für Kinder und Jugendliche sowie konkrete Einzelprojekte und Jugendeinrichtungen in der Kommune und in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe werden aus den entsprechenden Landesjugendplänen sowie kommunalen Mitteln gefördert. Die Fördersummen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Siehe dazu Beispiele aus den Bundesländern unter Youth-Wiki-Kapitel „Jugendpolitik: Förderung der Jugendpolitik“.

Initiativen zur Erhöhung der Diversität von jugendlichen Mitgliedern

Zahlreiche Initiativen, Projekte, Berichte, Tagungen etc. haben sich dem Thema Interkulturelle Öffnung der Jugendverbände angenommen. Beispiele:

Seit 2005 gibt es das Netzwerk interkultureller Jugendverbandsarbeit und -forschung (NiJaF), das sich zweimal jährlich trifft. Das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V. (IDA) übernimmt die Koordination. Hauptthema: Jugendverbandsarbeit bei der interkulturellen Öffnung unterstützen, Projekte und Strategien zu diesem Ziel und der kritische kollegiale Austausch darüber. Seit 2015 ist die Zusammenarbeit mit und Partizipation von jungen Geflüchteten in der Jugendverbandsarbeit ein weiteres Thema. IDA unterhält eine Online-Datenbank zur interkulturellen Öffnung der Jugendverbandsarbeit mit Projekten, Konzepten und Ansätzen der interkulturellen Öffnung von Jugendverbänden.

Der Deutsche Bundesjugendring www.dbjr.de unterstützt und fördert sowohl Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte in ihrem Engagement als auch das ehrenamtliche Engagement von Verbänden und Selbstorganisationen junger Migrant(inn)en. 2015 hat der DBJR einen Fachtag ‚Offen für Vielfalt‘ durchgeführt.

Das Netzwerk für DIVErsitätsbewusste Jugend- und Bildungsarbeit entstand aus der Teilinitiative „Diversitätsbewusste internationale Jugendarbeit“ des Projekts JiVE (Jugendarbeit international – Vielfalt erleben). Es hat das das Ziel, möglichst vielen jungen Menschen Zugänge zu gesellschaftlichen Ressourcen und zu Teilhabe zu ermöglichen.

Das Projekt „Partizipation – Bildung – Integration“ der Landesjugendringe Berlin und Hamburg wurde von 2013-2016 durch das Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie durch den Beauftragten des Senats von Berlin für Integration und Migration, den Jugend-Demokratiefonds Berlin und die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration gefördert. Ziel des Projekts war es Migrantenjugendselbstorganisationen (MJSO) einen Raum zu öffnen, in dem sie gezielt und bedarfsorientiert Unterstützung erhalten, um stabile Verbandsstrukturen aufzubauen, fortzuentwickeln und/oder zu verstetigen, die Beteiligungsmöglichkeiten dieser Organisationen in den Strukturen der Landesjugendringe zu stärken sowie Jugendverbände in ihren Prozessen der interkulturellen Öffnung zu unterstützen und zu begleiten.
Im Rahmen des Projekts fanden über 30 Beratungen, Coachings und Fortbildungsangebote durch Organisationsberater/-innen, 15 Treffen des MJSO-Netzwerks bis zur Gründung des Jugendmigrationsbeirat Berlin, 2 Fachtagungen und 3 Juleica-Schulungen statt (PDF 1,2 MB).

Seit August 2016 gibt es die Fachstelle ‚Perspektiven‘ beim Landesjugendring Brandenburg. Sie bietet Migrant(inn)enjugendselbstorganisationen sowie Jugendverbänden Beratung, Information und Fortbildung zu Themen wie Interkulturelle Öffnung, Migration, Interkulturalität, Flucht und Asyl.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

Weitere Themen

Jugendpolitik im Allgemeinen
Free Photos - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Freiwilliges Engagement
jp26jp - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Soziale Inklusion
Wokandapix - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Allgemeine und berufliche Bildung
ernestoslava - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Gesundheit und Wohlbefinden
Khamkor - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Kreativität und Kultur
Boadecia - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Jugend in der Welt
manseok - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Jugendarbeit
© ehrenberg - AdobeStock
Youth Wiki

Das Youth Wiki wird in Deutschland umgesetzt von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Die Verantwortung für den Inhalt des Youth Wiki in Deutschland trägt allein IJAB. Die EU-Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

Gefördert von: