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Sport, Jugendfitness und körperliche Betätigung

Sportverständnis

Die Organisation des Sports unterscheidet in Deutschland zwischen der öffentlichen Sportverwaltung (mit Bund, Ländern und Kommunen) und Selbstverwaltung des Sports (mit ihren Vereinen und Verbänden). Der Verein ist der Träger der Turn- und Sportbewegung. Er schafft die Voraussetzungen, um unter bestmöglichen Bedingungen Sport zu treiben. Es existieren deutschlandweit ca. 91.000 Turn- und Sportvereine mit rund 24 Millionen Mitgliedern. Für jede Sportart gibt es eigene Spitzenverbände (Bundesfachverbände).

Zum Sportverständnis des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB):
„Die Vereine und Verbände des Sports bekennen sich zu einem humanistisch geprägten Menschenbild und zum Fairplay. Ihr Sportangebot dient dem Menschen zur bewegungs- und körperorientierten ganzheitlichen Entwicklung der Persönlichkeit und strebt Gesundheit in physischer, psychischer und sozialer Hinsicht an. Gesundheitsorientierter Sport ist ein fester Bestandteil des Angebots der Mitgliedsorganisationen. Insbesondere für Kinder und Jugendliche stellt der Verein - in Ergänzung zu Familie und Schule - ein wesentliches Element zum Erlernen sozialer Kompetenz dar. Gleichzeitig setzen sich Verbände und Vereine für die umfassende Berücksichtigung von Bewegung, Spiel und Sport im Bildungsbereich ein.“

Die Bundesregierung orientiert ihre Sportpolitik an der von der Verfassung vorgegebenen Zuständigkeitsverteilung zwischen Bund und Ländern. Abgeleitet aus der ihm zufallenden staatlichen Außenrepräsentanz sieht der Bund sich dabei zunächst in der Aufgabe, den Spitzensport zu fördern. Zuständig ist auf Bundesebene das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Förderung des Schulsports bzw. des allgemeinen Breitensports liegt grundsätzlich in der Zuständigkeit der Bundesländer bzw. der Kommunen.

Nationale Strategie(n)

Nationaler Aktionsplan IN FORM

Zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten hat die Bundesregierung bereits 2008 den Nationalen Aktionsplan "IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" ins Leben gerufen. Er verfolgt das Ziel, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Die Bundesregierung hat den Aktionsplan seither ausgebaut und aktuell um weitere Ansätze ergänzt Im Aktionsplan werden besondere Schwerpunkte auf die ersten 1000 Tage, Kinder und Seniorinnen und Senioren gelegt. Die Förderung eines gesunden Lebensstils ist ein gemeinsames Ziel von Bund, Bundesländern und Kommunen. Neben der Politik unterstützen zahlreiche Akteure aus dem Gesundheitswesen, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Medien den Nationalen Aktionsplan. Der Aktionsplan wurde zur Weiterentwicklung ab 2021 verlängert. In die Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans fließen neben Evaluationsergebnissen die Anforderungen des Koalitionsvertrags (19. LP) sowie unterstützende Rechtsgrundlagen ein, z. B. die mit dem Präventionsgesetz vom 17. Juli 2015 (BGBl. I S. 1781) vorgenommenen Änderungen des Fünften Buches Sozialgesetzbuch und das Gute-Kita-Gesetz. Berücksichtigt werden u. a. auch Berührungspunkte mit der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie hinsichtlich der Indikatoren zu Adipositas im Bereich des Nachhaltigkeitsziels 3 (Sustainable Development Goal – SDG - „Gesundheit und Wohlergehen“) sowie dem Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung. Aktuell verändern sich durch die Corona-Pandemie die Lebensbedingungen für alle: Möglichkeiten des Schul- und Breitensports und der Außer-Haus-Verpflegung sind stark eingeschränkt, nicht für alle Bevölkerungsgruppen entwickeln sich Alternativen. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten sollen mit Forschungsprojekten in den Blick genommen werden. Dies gilt auch für die nunmehr beschleunigten Entwicklungen im digitalen Bereich.

Es sollen künftig weitere Bevölkerungsgruppen mit besonderem Unterstützungsbedarf (vulnerable Gruppen) verstärkt in den Blick genommen werden: Menschen mit besonderem Förderbedarf, in schwierigen Lebenslagen oder mit Vorerkrankungen, aber auch Menschen, bei denen sich die pandemiebedingten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen ungünstig auf ihr Gesundheitsverhalten auswirken.

Mit der Veröffentlichung der Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung (PDF 580 KB) im Jahr 2016 wurde eine wissenschaftliche Grundlage geschaffen, wie Bewegungsförderung in Deutschland im Rahmen des Aktionsplans in den unterschiedlichen Zielgruppen gestaltet werden kann. Grundlegendes Ziel ist es nun, dass die Empfehlungen durch die Menschen vor Ort umgesetzt und in den kommunalen Strukturen und den Lebenswelten nachhaltig verankert werden. Seitens der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden die zentralen Botschaften der Empfehlungen für unterschiedliche Zielgruppen über verschiedene Kanäle (Print, Online/Twitter, Facebook, Internet etc.) bereitgestellt und leisten so einen wichtigen Beitrag zu IN FORM.

Für Eltern von Kleinkindern und Fachkräfte bietet die BZgA-Internetseite www.kindergesundheit-info.de aktuelle und unabhängige Informationen rund um das Thema Gesundheit und Entwicklung von Kindern. Beweglichkeit und Motorik gehören dabei zu den zentralen Aspekten, die bereits in den ersten Lebensmonaten gefördert werden sollen.  
 
Die BZgA-Internetseite www.uebergewicht-vorbeugen.de, die sich ebenfalls an Eltern und Fachkräfte von Kindern und Jugendlichen richtet, enthält konkrete Hilfestellungen, wie Bewegung im Alltag der Familien umgesetzt werden kann, um Übergewicht vorzubeugen. Neben Kurzfilmen, Broschüren und Fachpublikationen sind weitere digitale Formate geplant, die Kindern und Jugendlichen, aber auch ihren Eltern Möglichkeiten der körperlichen Aktivität im Alltag, Spiel und Sport aufzeigen.

Nationale Präventionsstrategie

Einen wichtigen Rahmen für die Unterstützung der Gestaltung gesunder Lebensverhältnisse stellt die nationale Präventionsstrategie dar. Diese unterstützt mit Leistungen zur Prävention und Gesundheitsförderung der Sozialversicherungsträger insbesondere die Träger der relevanten Lebenswelten wie Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Betriebe, bei der Gestaltung einer qualitätsorientierten Gemeinschaftsverpflegung und Bewegungsförderung. Der Aktionsplan ergänzt und unterstützt die nationale Präventionsstrategie im Hinblick auf die Risikofaktoren Fehlernährung und Bewegungsmangel. Länder und Kommunen sind dabei besonders wichtige Partner. Es werden auf Grundlage der Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung auch die lokalen Rahmenbedingungen für Bewegung und Bewegungsförderung gestärkt.

Förderung und Unterstützung sportlicher und körperlicher Betätigung bei Jugendlichen

Die zentrale Maßnahme zur Förderung von Jugendfitness und physischer Aktivität ist der Nationale Aktionsplan IN FORM (Siehe Nationale Strategien).

Persönlichkeits- und Teamentwicklung durch die Deutsche Sportjugend (dsj)

Das zentrale Ziel des Förderkonzepts „Persönlichkeits- und Teamentwicklung im Kinder- und Jugendsport“ ist die systematische Förderung psychosozialer Ressourcen (u.a. Selbstbewusstsein, Konzentrationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit), die zur Handlungs- und Leistungsfähigkeit in Sportarten beitragen.

Mitgliedsorganisationen der Deutschen Sportjugend (dsj) werden bei der Inszenierung von Trainings- und Wettkampfangeboten konzeptionell unterstützt. Diese sollen gezielt über die Vermittlung sportbezogener Kompetenzen hinaus einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Sportler/-innen leisten. Den Jugendorganisationen der Spitzenverbände in der dsj soll über das entwickelte Rahmenmodell zur Förderung psychosozialer Ressourcen und dessen konkreter „Übersetzung“ in einzelne Sportarten die Möglichkeit gegeben werden, auf der Grundlage ihrer Kernkompetenzen die Prozesse bei Kindern und Jugendlichen anzuregen, die mit Sporttreiben in der Regel verbunden werden:

  • Stärkung des Sozialverhaltens,
  • Entwicklung eines realistischen Selbstkonzeptes oder
  • Verbesserung der Teamfähigkeit.

Im November 2020 wurde eine aktualisierte Arbeitshilfe für Trainer/-innen und Übungsleiter/-innen mit Kernzielen und Methoden zur Persönlichkeits- und Teamentwicklung (PDF 12.3 MB) im Sport herausgebracht.
Die dsj hat eine Reihe weiterer Materialien zur Unterstützung von Teambuilding im Sport herausgebracht.

Jugend trainiert

Der Bundeswettbewerb der Schulen Jugend trainiert für Olympia & Paralympics wurde 1969 ins Leben gerufen. Er ist der größte Wettbewerb zur Förderung des außerunterrichtlichen Schulsports. Er wird – überwiegend getrennt nach Jungen und Mädchen – gegenwärtig in fünf Altersklassen und 19 Sportarten durchgeführt. Die Deutsche Schulsportstiftung ist seit 1999 Träger und Veranstalter des bundesweiten Schulwettbewerbs. Der Wettbewerb wird jährlich neu ausgeschrieben.

Einige Beispiele aus den Bundesländern

  • Baden-Württemberg

    Rahmenvereinbarung über Bewegung, Spiel und Sport des Landes Baden-Württemberg
    Die Rahmenvereinbarung zwischen Landessportverband und Kultusministerium über Bewegung, Spiel und Sport im außerunterrichtlichen Schulsport und in der frühkindlichen Bildung (RV Sport) (PDF, 92,6 KB) wurde im April 2014 unterzeichnet und ist Ergebnis einer langjährigen, gelebten Zusammenarbeit von Schulen mit Sportvereinen.

    Freiwilliges Soziales Jahr Sport und Schule
    Im Schuljahr 2013/2014 wurde das vom Kultusministerium und der Stiftung Sport in der Schule initiierte und gemeinsam mit dem Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) erarbeitete Format FSJ Sport und Schule erstmals umgesetzt und erprobt. Tätigkeitsfeld der Freiwilligen ist der außerunterrichtliche Schulsport (Bewegungspausen, Bewegungs-, Spiel- und Sport-AGs, Schulsportwettbewerbe etc.). Ab dem Schuljahr 2016/2017 wurde das Projekt in ein dauerhaftes Programm überführt.

  • Berlin

    Kooperation Gesundheit und Schulsport in Berlin
    Von der Unfallkasse Berlin wurde in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft der Ratgeber Mehr Mut! – Keine Angst im Schulsport (PDF, 2,7 MB) zur Gesundheit im und durch den Schulsport herausgegeben.

    Neben sicherheitsrelevanten Themen setzt sich der Ratgeber mit Fragen zur Umwelt, Ernährung, Teilnahme und Freistellung vom Sportunterricht, besonderen Wetterbedingungen und körperlichen Belastbarkeit auseinander.

  • Nordrhein-Westfalen

    Kooperation von Schule, Kindertageseinrichtungen und Sportvereinen in Nordrhein-Westfalen (NRW)
    Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote im nachmittäglichen Ganztag fördern die Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Landesregierung NRW verbessert das Angebot und stärkt das Engagement von Sportvereinen im schulischen Ganztag. Dazu existiert eine Rahmenvereinbarung vom 30. August 2011 unter dem Titel Bewegung, Spiel und Sport in Ganztagsschulen und Ganztagsangeboten“ (PDF, 818 KB).

    Landesprogramm 1000x1000 – Anerkennung für den Sportverein 
    Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Landessportbund NRW fördert das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen das Engagement von Sportvereinen im schulischen Ganztag und in Kindertageseinrichtungen. Über den Landeshaushalt werden dafür pro Jahr 1.000.000 Euro zur Verfügung gestellt.

    Ziel des Landesprogramms Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag gemeinsam fördern ist es, die Kooperation zwischen Sportvereinen und Schulen bzw. Kindertageseinrichtungen zu intensivieren.

    Tandems von Schulen und Vereinen
    Durch die Kooperation der Beraterinnen und Berater im Schulsport mit den Fachkräften der Stadt- und Kreissportbünde rücken Schulen und Sportvereine näher zueinander.

    Der Aufbau von Berater-Tandem-Teams gilt als wichtige strukturbildende und -unterstützende Maßnahme für die Schulen und Vereine vor Ort in den Kommunen. Der Landessportbund NRW erhält zur Einrichtung von Fachkraftstellen bei den Stadt- und Kreissportbünden für Aufgaben im Ganztag Sportfördermittel vom Ministerium sowie Mittel aus dem Kinder- und Jugendplan zur Verfügung gestellt.

  • Sachsen-Anhalt

    Zusammenarbeit Sport und Schule
    Gemäß §1 Sportfördergesetz soll die Sportförderung auch zur Intensivierung der Kooperation zwischen Sportvereinen und Schulen beitragen. Die Zusammenarbeit mit den Schulen hat dabei insbesondere folgende Schwerpunkte:

    1. Kontinuierliche Weiterentwicklung der Eliteschulen des Sports
    2. Verbesserung der individuellen sportlichen Förderung von Schülerinnen und Schülern
    3. Stärkung des ehrenamtlichen Engagements von Schülerinnen und Schülern im Sport.

    Ausbildung zu Schulsportassistenten
    Seit dem Schuljahr 2011/2012 werden auf Initiative des Sportlehrerverbandes Sachsen-Anhalt Schülerinnen und Schüler zu Schulsportassistenten ausgebildet. Sie lernen im Rahmen der Ausbildung, schulsportliche Veranstaltungen gemeinsam mit den Sportlehrkräften vorzubereiten und durchzuführen. Den Schüler(inne)n wird die Möglichkeit gegeben, Verantwortungsbewusstsein zu zeigen und soziale Kompetenz weiterzuentwickeln. Zugleich kann so auch der Einstieg für eine Übungsleiterausbildung vorbereitet und die Grundlage für ein zukünftiges Wirken im Ehrenamt gelegt werden.

  • Schleswig-Holstein

    Initiative „Kein Kind ohne Sport“
    Das Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung hat gemeinsam mit der Sportjugend Schleswig-Holstein die landesweite Informations- und Vernetzungskampagne Kein Kind ohne Sport gestartet. Ziel ist es, Sportvereine, Kommunen, Schulen und Kindergärten zu ermuntern, neue Projekte ins Leben zu rufen. Diese sollen sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Teilnahme am Vereinssport ermöglichen.

Sport in der Schule

Die Kultusministerkonferenz (KMK) ist für die Koordinierung länderübergreifender Angelegenheiten im Bereich des Schul- und Hochschulsports zuständig. Sie hat dazu eine eigene Kommission eingesetzt. In den Ländern liegt die Zuständigkeit für den Schul- und Hochschulsport bei den Bildungs- bzw. Wissenschaftsministerien. Die Belange des Sports in Vereinen und Verbänden werden seitens der Länder von der Sportministerkonferenz (SMK) koordiniert. In einigen Ländern sind die Zuständigkeiten für den Schulsport und den Vereins- und Verbandssport in einem Ministerium zusammengefasst.

Da schulische Bildung in Deutschland in der Verantwortung der Bundesländer liegt, ist auch die Einbindung von körperlicher Aktivität in die formale Bildung von Bundesland zu Bundesland anders geregelt. In Grund- und Sekundärschulen ist der Sportunterricht verpflichtend und umfasst durchschnittlich ein Stundenkontingent von 3-5 Stunden pro Woche. Daneben existieren zahlreiche freiwillige Angebote zum Beispiel für die aktive Gestaltung von Schulpausen oder für sportliche Aktivitäten im Ganztag.

Im schulischen Bereich werden jährlich die Bundesjugendspiele durchgeführt. Sie richten sich insbesondere an die Klassenstufen 1 bis 6, um sie systematisch an die Grundsportarten Gerätturnen, Leichtathletik und Schwimmen heranzuführen. Förderer: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kultusministerkonferenz, Deutsche Sportjugend

Die Kultusministerkonferenz bietet eine sogenannte Lehrplandatenbank an. Dort sind neben grundlegenden Angaben zu den Lehrplänen wie Schulart und Fach auch Kontaktadressen der publizierenden Verlage oder Ministerien sowie Links zu den Volltexten der Lehrpläne, soweit sie von den Kultusministerien, Landesinstituten oder Verlagen – zum Teil kostenpflichtig – im Internet veröffentlicht werden, zu finden.

Beispiele für Initiativen und Lehrpläne in den Bundesländern

  • Baden-Württemberg

    Konzept „Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt"
    Mit dem Konzept Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und des Landesinstituts für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik Baden-Württemberg soll Bewegung und Sport vielfältig in den Unterricht und den Schullalltag baden-württembergischer Schulen getragen werden. Das Konzept sieht in der Woche mindestens 200 Minuten Sportunterricht vor sowie vielfältige ergänzende Bewegungsangebote wie Pausensport und bewegten Unterricht.

    Bis heute konnten über 870 Grundschulen und Grundstufen an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit dem Zertifikat „Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ ausgezeichnet werden. Seit dem Schuljahr 2015/16 werden die GSB-Schulen regelmäßig rezertifiziert.

    Initiative Schülermentor/in Sport
    Eine wertvolle Bereicherung für das Schulleben stellt die Initiative Schülermentor/in Sport dar. In Zusammenarbeit mit dem Landessportverband und den entsprechenden Sportfachverbänden wurden bis Schuljahresende 2017/2018 ca. 30.000 Jugendliche zu Schülermentorinnen und -mentoren Sport ausgebildet. Nach erfolgreicher Ausbildung sollen die Sportmentorinnen und -mentoren mit Unterstützung einer verantwortlichen Lehrkraft eine Gruppe im Rahmen von schulischen Projekten, Arbeitsgemeinschaften, Wettkämpfen etc. mitverantwortlich führen und betreuen. Junge Menschen erhalten auf diese Weise frühzeitig Gelegenheit, sich anspruchsvoll zu engagieren - Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt, dass auf diese Weise das schulische Sportangebot eine sinnvolle Erweiterung erfährt und darüber hinaus wertvolle Impulse für eine weiterführende ehrenamtliche Tätigkeit gegeben werden.

    Initiative Fit für Lernen und Leben
    Die „Regionalteams Sport“ der Staatlichen Schulämter sind mit Fortbildnern besetzt, die schulnahe und schulinterne Fortbildungen Fit für Lernen und Leben für Grundschullehrkräfte anbieten. Diese Fortbildungen erläutern die positiven Zusammenhänge zwischen Bewegung und Sport einerseits und schulischem Lernerfolg und sozial-emotionaler Entwicklung andererseits.

     

  • Bayern

    Die aktuell gültigen Fachlehrpläne Sport für die Grundschule, Mittelschule, Realschule, Förderschule, beruflichen Schulen sowie das Gymnasium befinden sich auf den Seiten des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB).

    Sport in der Oberstufe des Gymnasiums 

    In den Jahrgangsstufen 11 und 12 sieht das Curriculum für alle Schüler/-innen das Fach Sport als verpflichtend zu belegendes Unterrichtsfach vor. Sportlich besonders interessierten Schülerinnen und Schüler können über eine zusätzliche Belegung von Sporttheorie das Fach Sport als schriftlich-praktisches oder mündlich-praktisches Abiturprüfungsfach wählen. Daneben können Seminare im Leitfach Sport belegt werden, sofern diese an der Schule angeboten werden. Die Regelungen zur „Durchführung des Sportunterrichts in den Jahrgangsstufen 11 und 12“ sind in der Bekanntmachung vom 1. Dezember 2008 (KWMBl Nr. 1/2009; PDF, 130 KB) festgelegt.

    Initiative Bewegte Schule
    Die Initiativen „Bewegte Grundschule“ und „Bewegte Schule“ zielen an allen Schulen darauf ab, die Bewegungsbedürfnisse von Kinder und Jugendlichen im Schulalltag angemessener zu berücksichtigen und diesen sowohl im Unterricht als auch in den Pausen verstärkt Bewegungsangebote zu eröffnen. Neben der Ausbildung der grundlegenden motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Fach Sport als einzigem Bewegungsfach sollen daher in den anderen Unterrichtsfächern, also im Klassenzimmerunterricht, aber auch in der unterrichtsfreien Zeit Bewegungsbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler gefördert und weitere Bewegungsmöglichkeiten eröffnet werden.

    Das langfristige Ziel besteht darin, über die schulische Bewegungsförderung als Teil einer ganzheitlichen Erziehung und Bildung bei den Heranwachsenden eine stabile, die Schulzeit überdauernde Einstellung zu entwickeln, die dem um sich greifenden Bewegungsmangel entgegenwirkt.

  • Berlin

    Informationen zu den Rahmenlehrplänen für das Unterrichtsfach Sport in den unterschiedlichen Jahrgangsstufen gibt es auf der Website der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

    Im Berliner Schulsport gibt es eine breite Palette an offiziellen Schulsportwettbewerben in vielen Sportarten, an denen sich alle Schulen entsprechend der Jahrgangs- und Wettkampfklassen beteiligen können.

  • Hessen

    Die Einbindung von physischen Aktivitäten in den Schulalltag der Schülerinnen und Schüler spielt an hessischen Schulen eine bedeutende Rolle. Im Rahmen von „Schule & Gesundheit“ gibt es einen umfangreichen Themenbereich, der sich ausschließlich mit der Bewegung und Wahrnehmung befasst.

    Gelungene Praxisbeispiele für die Umsetzung des Themenbereichs Bewegung und Wahrnehmung im Schulalltag gibt es auf der Homepage Schule & Gesundheit.

    Der Landessportbund Hessen e. V., die Sportjugend Hessen e. V., das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport  sowie das Hessische Kultusministerium entwickelten gemeinsam Konzepte zur Ganztagsschule, um für Schülerinnen und Schülern ausreichende Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen. Sport und Bewegung nehmen darin einen hohen Stellenwert ein. Ein Konzept ist das Landesprogramm Schule und Verein. Im Rahmen dieses Programms kooperieren Sportvereine mit Schulen und bieten Bewegungsmöglichkeiten, wie z. B. eine Arbeitsgemeinschaft (AG) an.

  • Nordrhein-Westfalen

    Rahmenvorgaben für den Schulsport (01.12.2014) (PDF,  436 KB)
    Ein Erlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung und des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport vom 01.07.2012 regelt Qualitätsentwicklung und Unterstützungsleistungen im Schulsport (PDF, 100 KB)

    Auch im Schulsport Spitze - Initiativprogramm zur Stärkung des Schulsports in Nordrhein-Westfalen (PDF, 41,4 KB) wurde am 23. April 2002 durch das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Das Inititiativprogramm soll sicherzustellen, dass ein angemessenes Maß an Sportunterricht auf dem Kernlehrplan der Schulen verbleibt. Darüber hinaus sind zusätzliche Sport- und Bewegungsaktivitäten vorgesehen.

  • Sachsen

    Die Organisation des Schulsports im Freistaat Sachsen gliedert sich in drei Ebenen:

    • Sächsisches Staatsministerium für Kultus, Referat 32
      Das Referat ist u.a. verantwortlich für die inhaltliche Gestaltung und überregionale fachliche Betreuung des Sportunterrichts. Außerdem ist es zuständig für die landesweite Organisation des außerunterrichtlichen Schulsports sowie die bundesweite Vertretung des Freistaates Sachsen im Bereich Schulsport.
    • Referenten für Schulsport der Sächsischen Bildungsagentur 
      Die Referenten sind für die regionale fachliche Betreuung des Sportunterrichts sowie für die regionale Organisation des außerunterrichtlichen Schulsports verantwortlich.
    • Schulsportkoordinatoren
      Die Koordinatoren betreuen eine genau definierte Anzahl von Schulen im außerunterrichtlichen Bereich.

    Die Verwaltungsvorschrift Struktur des Schulsports ist auf der Webseite der Sächsischen Staatskanzlei eingepflegt. 

    Informationen über schulsportliche Wettbewerbe und Aktionen sind auf der Webseite des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zu finden.

    Sport in der beruflichen Bildung

    Es existiert eine Bundesarbeitsgemeinschaft Sport in der beruflichen Bildung. Sie setzt sich für die Förderung des Sports in der beruflichen Bildung im schulischen und außerschulischen Rahmen ein. Außerdem fördert sie die Zusammenarbeit zwischen den für Sport verantwortlichen Einrichtungen und Trägern.

    Die Lehrpläne der beruflichen Schulen lassen sich auf der Seite der Kultusministerkonferenz abrufen.

Zusammenarbeit und Partnerschaften

Es existieren keine weiteren als die im Youth-Wiki-Kapitel "Gesundheit und Wohlbefinden: Sport, Jugendfitness und körperliche Betätigung" genannten expliziten politischen Programme, Initiativen oder Fördermaßnahmen zum Aufbau von Partnerschaften zwischen formaler Bildung, nicht-formaler Bildung, Gesundheitsexperten und Sportverbänden auf Bundesebene.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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