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Sport, Jugendfitness und körperliche Betätigung

Nationale Strategie(n)

Die Bundesregierung orientiert ihre Sportpolitik an der von der Verfassung vorgegebenen Zuständigkeitsverteilung zwischen Bund und Ländern. Abgeleitet aus der ihm zufallenden staatlichen Außenrepräsentanz sieht der Bund sich dabei zunächst in der Aufgabe, den Spitzensport zu fördern. Zuständig ist auf Bundesebene das Bundesinnenministerium. Die Förderung des Schulsports bzw. des allgemeinen Breitensports liegt grundsätzlich in der Zuständigkeit der Bundesländerländer bzw. der Kommunen.

Strategische Dokumente, Aktionspläne, Initiativen zur Sport- und Bewegungsförderung

Der Nationale Aktionsplan IN FORM will das Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Deutschland verbessern. Eine spezifische Zielgruppe dabei sind Kinder und Jugendliche. Die Förderung eines gesunden Lebensstils ist ein gemeinsames Ziel von Bund, Bundesländern und Kommunen. Neben der Politik unterstützen auch das Gesundheitswesen, die Zivilgesellschaft, die Wirtschaft und die Medien den Nationalen Aktionsplan.

Die Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung (PDF 580 KB) wurden von einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vom Bundesgesundheitsministerium beauftragt erarbeitet und 2016 herausgegeben. Sie haben das Ziel, eine wissenschaftliche Orientierung im Feld der Bewegungsförderung zu bieten und richten sich primär an Fachleute, Entscheidungsträger und Multiplikator(inn)en. Zwei Besonderheiten zeichnen diese Empfehlungen aus: Zum einen werden für Deutschland zum ersten Mal wissenschaftlich fundierte und systematisch aufbereitete Empfehlungen formuliert, zum anderen werden, auch international betrachtet, zum ersten Mal Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung systematisch miteinander verbunden. Eine vom Bundesministerium für Gesundheit eingesetzte Arbeitsgruppe „Bewegungsförderung im Alltag“ wird den Transfer in die Bewegungspraxis begleiten. Die Empfehlungen beziehen sich unter anderem explizit auf die Zielgruppe Kinder und Jugendliche (Bewegungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche: S. 25-32; Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche: S. 73-84).

Die Erklärung der Kultusministerkonferenz der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) zur Qualitätssicherung des Sportunterrichts im PrimarbereichBewegung, Spiel und Sport als Chance nutzen" (PDF 92 KB) (Beschluss vom 16.04.2009) dokumentiert die Position der Kultusministerkonferenz zum Sportunterricht im Primarbereich. Weitere Informationen finden sich auf den Schulsportseiten der Bundesländer.

Einige Beispiele aus den Bundesländern

  • Baden-Württemberg
    Rahmenvereinbarung über Bewegung, Spiel und Sport des Landes Baden-Württemberg

    Die Rahmenvereinbarung zwischen Landessportverband und Kultusministerium über Bewegung, Spiel und Sport im außerunterrichtlichen Schulsport und in der frühkindlichen Bildung (RV Sport) (PDF 92 KB) wurde im April 2014 unterzeichnet und ist Ergebnis einer langjährigen, gelebten Zusammenarbeit von Schulen mit Sportvereinen.

    Freiwilliges Soziales Jahr Sport und Schule

    Im Schuljahr 2013/2014 wurde das vom Kultusministerium und der Stiftung Sport in der Schule initiierte und gemeinsam mit dem Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) erarbeitete Format „FSJ Sport und Schule“ erstmals umgesetzt und erprobt. Tätigkeitsfeld der Freiwilligen ist der außerunterrichtliche Schulsport (Bewegungspausen, Bewegungs-, Spiel- und Sport-AGs, Schulsportwettbewerbe etc.). Ab dem Schuljahr 2016/2017 wurde das Projekt in ein dauerhaftes Programm überführt.

  • Berlin
    Kooperation Gesundheit und Schulsport in Berlin

    Von der Unfallkasse Berlin wurde in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft der Ratgeber „Mehr Mut! – Keine Angst im Schulsport“ (PDF 2,7 MB) zur Gesundheit im und durch den Schulsport herausgegeben.

    Neben sicherheitsrelevanten Themen setzt sich der Ratgeber mit Fragen zur Umwelt, Ernährung, Teilnahme und Freistellung vom Sportunterricht, besonderen Wetterbedingungen und körperlichen Belastbarkeit auseinander.

  • Nordrhein-Westfalen
    Kooperation von Schule, Kindertageseinrichtungen und Sportvereinen in Nordrhein-Westfalen (NRW)

    Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote im nachmittäglichen Ganztag fördern die Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Landesregierung NRW verbessert das Angebot und stärkt das Engagement von Sportvereinen im schulischen Ganztag. Dazu existiert eine Rahmenvereinbarung vom 30. August 2011 unter dem Titel „Bewegung, Spiel und Sport in Ganztagsschulen und Ganztagsangeboten“ (PDF 818 KB).

    Programm 1000 X 1000 – Anerkennung für den Sportverein

    Seit 2013 fördert das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Landessportbund NRW das Engagement von Sportvereinen im schulischen Ganztag und in Kindertageseinrichtungen. Über den Landeshaushalt werden dafür pro Jahr 1.000.000 Euro zur Verfügung gestellt.

    Ziel des Landesprogramms „Sportvereine in Ganztag und Kindertageseinrichtungen“ (PDF 184 KB) ist es, die Kooperation zwischen Sportvereinen und Schulen bzw. Kindertageseinrichtungen zu intensivieren.

    Tandems von Schulen und Vereinen

    Durch die Kooperation der Beraterinnen und Berater im Schulsport mit den Fachkräften der Stadt- und Kreissportbünde rücken Schulen und Sportvereine näher zueinander.

    Der Aufbau von Berater-Tandem-Teams gilt als wichtige strukturbildende und -unterstützende Maßnahme für die Schulen und Vereine vor Ort in den Kommunen. Der Landessportbund NRW erhält zur Einrichtung von Fachkraftstellen bei den Stadt- und Kreissportbünden für Aufgaben im Ganztag Sportfördermittel vom Ministerium sowie Mittel aus dem Kinder- und Jugendplan zur Verfügung gestellt.

  • Sachsen-Anhalt
    Zusammenarbeit Sport und Schule

    Gemäß § 1 Sportfördergesetz soll die Sportförderung auch zur Intensivierung der Kooperation zwischen Sportvereinen und Schulen beitragen. Die Zusammenarbeit mit den Schulen hat dabei insbesondere folgende Schwerpunkte:

    1. Kontinuierliche Weiterentwicklung der Eliteschulen des Sports
    2. Verbesserung der individuellen sportlichen Förderung von Schülerinnen und Schülern
    3. Stärkung des ehrenamtlichen Engagements von Schülerinnen und Schülern im Sport

     

    Ausbildung zu Schulsportassistenten

    Seit dem Schuljahr 2011/2012 werden auf Initiative des Sportlehrerverbandes Sachsen-Anhalt Schülerinnen und Schüler zu Schulsportassistenten ausgebildet. Sie lernen im Rahmen der Ausbildung, schulsportliche Veranstaltungen gemeinsam mit den Sportlehrkräften vorzubereiten und durchzuführen. Den Schüler(inne)n wird die Möglichkeit gegeben, Verantwortungsbewusstsein zu zeigen und soziale Kompetenz weiterzuentwickeln. Zugleich kann so auch der Einstieg für eine Übungsleiterausbildung vorbereitet und die Grundlage für ein zukünftiges Wirken im Ehrenamt gelegt werden.

    Mehr Informationen zum Thema Sport und Schule gibt es auf der Internetseite des Ministerium für Inneres und Sport in Sachsen-Anhalt.

  • Schleswig-Holstein
    Initiative „Kein Kind ohne Sport“

    Das Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten (seit 2017: Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration) hat gemeinsam mit der Sportjugend Schleswig-Holstein die landesweite Informations- und Vernetzungskampagne „Kein Kind ohne Sport“ gestartet. Ziel ist es, Sportvereine, Kommunen, Schulen und Kindergärten zu ermuntern, neue Projekte ins Leben zu rufen. Diese sollen sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Teilnahme am Vereinssport ermöglichen.

Förderung und Unterstützung sportlicher und körperlicher Betätigung bei Jugendlichen

Die zentrale Maßnahme zur Förderung von Jugendfitness und physischer Aktivität ist der Nationale Aktionsplan IN FORM.

Persönlichkeits- und Teamentwicklung durch die Deutsche Sportjugend (dsj)

Das zentrale Ziel, ist es, die Mitgliedsorganisationen der dsj bei der Inszenierung von Trainings- und Wettkampfangeboten konzeptionell zu unterstützen. Diese sollen gezielt über die Vermittlung sportbezogener Kompetenzen hinaus einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Sportler/-innen leisten. Den Jugendorganisationen der Spitzenverbände in der dsj soll über das entwickelte Rahmenmodell zur Förderung psychosozialer Ressourcen und dessen konkreter „Übersetzung“ in einzelne Sportarten die Möglichkeit gegeben werden, auf der Grundlage ihrer Kernkompetenzen die Prozesse bei Kindern und Jugendlichen anzuregen, die mit Sporttreiben in der Regel verbunden werden:

  • Stärkung des Sozialverhaltens
  • Entwicklung eines realistischen Selbstkonzeptes oder
  • Verbesserung der Teamfähigkeit

Die Deutsche Sportjugend hat eine Reihe von Materialien zur Unterstützung von Teambuilding im Sport herausgebracht.

Programm „Sport: Bündnisse! Bewegung – Bildung – Teilhabe“

Die Deutsche Sportjugend (dsj) hat im Juni 2013 das Programm „Sport: Bündnisse! Bewegung – Bildung – Teilhabe“ gestartet. Es wurde im Rahmen des Bundesförderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ aus öffentlichen Mitteln (Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF) finanziert. Mehr als 300 Bildungsbündnisse aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands bestehend aus Sportvereinen, Sportorganisationen und Einrichtungen wie Universitäten, Hilfsorganisationen oder Jugendzentren haben Maßnahmen zur Förderung von Bewegung, Bildung und Teilhabe bildungsbenachteiligter Kinder und Jugendlicher initiiert. Im Zeitraum 2016 bis 2018 waren auch junge Geflüchtete bis 26 Jahren eine Zielgruppe in der Förderung.

Förderprogramm ZI:EL+

Seit 1. Januar 2016 knüpft das Förderprogramm des Kinder- und Jugendplans ZI:EL+ „Zukunftsinvestition: Entwicklung jungen Engagements im Sport!“ (PDF, 163 KB) an das Förderprogramm ZI:EL (2013-2015) an. Der Kerngedanke des Förderprogramms ist die Förderung von jungem Engagement für und mit jungen Menschen mit erschwerten Zugangsbedingungen zu den Strukturen des Sports.

Im Rahmen dieser Zielsetzung sollen neue Engagementbereiche erschlossen und Engagementformate (weiter-)entwickelt werden (PDF, 115 KB). Daher sollen insbesondere modellhafte Maßnahmen durchgeführt werden, die die Bereiche der Inklusion, der Integration und die Förderung von bildungsbenachteiligten jungen Menschen betreffen. Zielgruppen des Förderprogramms ZI:EL+:

  • junge Menschen mit Behinderung
  • junge Menschen mit Migrationshintergrund
  • junge Menschen mit Bildungsbenachteiligung
  • junge Flüchtlinge

Jugend trainiert für Olympia

Der Bundeswettbewerb der Schulen 'Jugend trainiert für Olympia' wurde 1969 ins Leben gerufen. Er ist der größte Wettbewerb zur Förderung des außerunterrichtlichen Schulsports. In 15 olympischen Sportarten werden bundesweit Wettkämpfe in einem aufsteigendem Wettkampfsystem vom Stadt- bzw. Kreisfinale bis zu den Landes- und Bundesfinalveranstaltungen ausgetragen. Sporttalentierte Mädchen und Jungen von 8 bis 19 Jahren sind für ihre Schulmannschaften startberechtigt. Die Kommission JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA der Deutschen Schulsportstiftung plant den Wettbewerb, führt ihn durch und entwickelt ihn weiter. Der Wettbewerb wird jährlich neu ausgeschrieben.

Besondere Zielgruppen: seit 2010 Kinder und Jugendliche mit Behinderung in eigenem Wettbewerb „Jugend trainiert für Paralympics“ (in sieben Sportarten)

Förderer: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat; Senatsverwaltung der Stadt Berlin; Deutsche Olympische Akademie

Sport in der Schule

Da schulische Bildung in Deutschland in der Verantwortung der Bundesländer liegt, ist auch die Einbindung von körperlicher Aktivität in die formale Bildung von Bundesland zu Bundesland anders geregelt. In Grund- und Sekundärschulen ist der Sportunterricht verpflichtend und umfasst durchschnittlich ein Stundenkontingent von 3-5 Stunden pro Woche. Daneben existieren zahlreiche freiwillige Angebote zum Beispiel für die aktive Gestaltung von Schulpausen oder für sportliche Aktivitäten im Ganztag.

Im schulischen Bereich werden jährlich die Bundesjugendspiele durchgeführt. Sie richten sich insbesondere an die Klassenstufen 1 bis 6, um sie systematisch an die Grundsportarten Gerätturnen, Leichtathletik und Schwimmen heranzuführen.
Förderer: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kultusministerkonferenz, Deutschen Sportjugend

Die Kultusministerkonferenz bietet eine sogenannte Lehrplandatenbank an. Dort sind neben grundlegenden Angaben zu den Lehrplänen wie Schulart und Fach auch Kontaktadressen der publizierenden Verlage oder Ministerien sowie Links zu den Volltexten der Lehrpläne, soweit sie von den Kultusministerien, Landesinstituten oder Verlagen – zum Teil kostenpflichtig – im Internet veröffentlicht werden, zu finden.

Initiativen und Lehrpläne in den Bundesländern

  • Baden-Württemberg
    Initiative „Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“

    Mit der Initiative „Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und des Landesinstituts für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik Baden-Württemberg soll Bewegung und Sport vielfältig in den Unterricht und den Schullalltag baden-württembergischer Schulen getragen werden. Das baden-württembergische Gesamtkonzept der „Sport- und bewegungsfreundlichen Schule“ wurde im Jahr 2000 durch die Schulsportoffensive konsequent weiterentwickelt, unter anderem durch die Initiative „Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ (GSB).

    Initiative Schülermentor/-in Sport

    Eine wertvolle Bereicherung für das Schulleben stellt die Initiative „Schülermentorin - Schülermentor Sport“ dar. In Zusammenarbeit mit dem Landessportverband und den entsprechenden Sportfachverbänden wurden bis Schuljahresende 2015/2016 ca. 20.365 Jugendliche zu Schülermentorinnen und -mentoren Sport ausgebildet. Nach erfolgreicher Ausbildung sollen die Sportmentorinnen und -mentoren mit Unterstützung einer verantwortlichen Lehrkraft eine Gruppe im Rahmen von schulischen Projekten, Arbeitsgemeinschaften, Wettkämpfen etc. mitverantwortlich führen und betreuen. Junge Menschen erhalten auf diese Weise frühzeitig Gelegenheit, sich anspruchsvoll zu engagieren - Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt, dass auf diese Weise das schulische Sportangebot eine sinnvolle Erweiterung erfährt und darüber hinaus wertvolle Impulse für eine weiterführende ehrenamtliche Tätigkeit gegeben werden.

    Initiative Fit für Lernen und Leben

    Die „Regionalteams Sport“ der Staatlichen Schulämter sind mit Fortbildnern besetzt, die schulnahe und schulinterne Fortbildungen „Fit für Lernen und Leben“ für Grundschullehrkräfte anbieten. Diese Fortbildungen erläutern die positiven Zusammenhänge zwischen Bewegung und Sport einerseits und schulischem Lernerfolg und sozial-emotionaler Entwicklung andererseits.

  • Bayern

    Die aktuell gültigen Fachlehrpläne Sport für die Grundschule, Mittelschule, Realschule, Förderschule, beruflichen Schulen sowie das Gymnasium befinden sich auf den Seiten des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB).

    Sport in der Oberstufe des Gymnasiums

    In den Jahrgangsstufen 11 und 12 sieht das Curriculum für alle Schüler/-innen das Fach Sport als verpflichtend zu belegendes Unterrichtsfach vor. Sportlich besonders interessierten Schülerinnen und Schülern können über eine zusätzliche Belegung von Sporttheorie das Fach Sport als schriftlich-praktisches oder mündlich-praktisches Abiturprüfungsfach wählen. Daneben können Seminare im Leitfach Sport belegt werden, sofern diese an der Schule angeboten werden. Die Regelungen zur „Durchführung des Sportunterrichts in den Jahrgangsstufen 11 und 12“ (PDF 131 KB) sind in der Bekanntmachung vom 1. Dezember 2008 (KWMBl Nr. 1/2009) festgelegt.

    Initiative Bewegte Schule

    Die Initiativen „Bewegte Grundschule“ und „Bewegte Schule“ zielen an allen Schulen darauf ab, die Bewegungsbedürfnisse von Kinder und Jugendlichen im Schulalltag angemessener zu berücksichtigen und diesen sowohl im Unterricht als auch in den Pausen verstärkt Bewegungsangebote zu eröffnen. Neben der Ausbildung der grundlegenden motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Fach Sport als einzigem Bewegungsfach sollen daher in den anderen Unterrichtsfächern, also im Klassenzimmerunterricht, aber auch in der unterrichtsfreien Zeit Bewegungsbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler gefördert und weitere Bewegungsmöglichkeiten eröffnet werden. Das langfristige Ziel besteht darin, über die schulische Bewegungsförderung als Teil einer ganzheitlichen Erziehung und Bildung bei den Heranwachsenden eine stabile, die Schulzeit überdauernde Einstellung zu entwickeln, die dem um sich greifenden Bewegungsmangel entgegenwirkt.

  • Berlin

    Informationen zu den Rahmenlehrplänen für das Unterrichtsfach Sport in den unterschiedlichen Jahrgangsstufen gibt es auf der Website der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

    Im Berliner Schulsport gibt es eine breite Palette an offiziellen Schulsportwettbewerben in vielen Sportarten, an denen sich alle Schulen entsprechend der Jahrgangs- und Wettkampfklassen beteiligen können.

  • Hessen

    Die Einbindung von physischen Aktivitäten in den Schulalltag der Schülerinnen und Schüler spielt an hessischen Schulen eine bedeutende Rolle. Im Rahmen von „Schule & Gesundheit“ gibt es einen umfangreichen Themenbereich, der sich ausschließlich mit der Bewegung und Wahrnehmung befasst.

    Gelungene Praxisbeispiele für die Umsetzung des Themenbereichs Bewegung und Wahrnehmung im Schulalltag gibt es auf der Homepage „Schule & Gesundheit“.

    Der Landessportbund Hessen e.V., die Sportjugend Hessen e.V., das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport  sowie das Hessische Kultusministerium entwickelten gemeinsam Konzepte zur Ganztagsschule, um für Schülerinnen und Schülern ausreichende Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen. Sport und Bewegung nehmen darin einen hohen Stellenwert ein. Ein Konzept ist das Landesprogramm „Schule und Sportverein – gemeinsam für einen bewegten Tag“ (PDF 1,2 MB). Im Rahmen dieses Programms kooperieren Sportvereine mit Schulen und bieten Bewegungsmöglichkeiten, wie z.B. eine Arbeitsgemeinschaft (AG) an.

  • Nordrhein-Westfalen

    Rahmenvorgaben für den Schulsport (01.12.2014) (PDF 436 KB)

    Ein Erlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung und des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport vom 01.07.2012 (PDF 101 KB) regelt Qualitätsentwicklung und Unterstützungsleistungen im Schulsport.

    Das Initiativprogramm zur Stärkung des Schulsports in Nordrhein Westfalen des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein Westfalen 'Auch im Schulsport Spitze' (PDF 41,4 KB) dient dazu, den in den Rahmenstundentafeln vorgesehenen Umgang des Sportunterrichts abzusichern. Zusätzlich sollen weitere Sport- und Bewegungsangebote angeboten werden. 

  • Sachsen

    Die Organisation des Schulsports im Freistaat Sachsen gliedert sich in drei Ebenen:

    • Sächsisches Staatsministerium für Kultus, Referat 32: Das Referat ist u.a. verantwortlich für die inhaltliche Gestaltung und überregionale fachliche Betreuung des Sportunterrichts. Außerdem ist es zuständig für die landesweite Organisation des außerunterrichtlichen Schulsports sowie die bundesweite Vertretung des Freistaates Sachsen im Bereich Schulsport.
    • Referenten für Schulsport der Sächsischen Bildungsagentur: Die Referenten sind für die regionale fachliche Betreuung des Sportunterrichts sowie für die regionale Organisation des außerunterrichtlichen Schulsports verantwortlich.
    • Schulsportkoordinatoren: Die Koordinatoren betreuen eine genau definierte Anzahl von Schulen im außerunterrichtlichen Bereich.

    Auf der Webseite des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus sind die Verwaltungsvorschrift Struktur des Schulsports und Informationen zu schulsportlichen Wettbewerben und Aktionen im Land Sachsen abrufbar.

    Sport in der beruflichen Bildung

    Es existiert eine Bundesarbeitsgemeinschaft Sport in der beruflichen Bildung. Sie setzt sich für die Förderung des Sports in der beruflichen Bildung im schulischen und außerschulischen Rahmen ein. Außerdem fördert sie die Zusammenarbeit zwischen den für Sport verantwortlichen Einrichtungen und Trägern.

    Die Lehrpläne der beruflichen Schulen lassen sich auf der Seite der Kultusministerkonferenz abrufen.

Zusammenarbeit und Partnerschaften

Es existieren keine weiteren als die genannten expliziten politischen Programme, Initiativen oder Fördermaßnahmen zum Aufbau von Partnerschaften zwischen formaler Bildung, nicht-formaler Bildung, Gesundheitsexperten und Sportverbänden auf Bundesebene.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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