Youth Wiki

Sensibilisierung junger Menschen für politische Fragen

Informationsanbieter und Beratungsstrukturen

Öffentliche Behörden und Einrichtungen, die Informationen zu demokratischen Rechten und Werten für junge Menschen anbieten, sind zum Beispiel:

Die „Gemeinsame Initiative der Träger Politischer Jugendbildung im bap“ (GEMINI) ist ein Zusammenschluss von bundeszentralen Organisationen der politischen Jugendbildung im Bundesausschuss Politische Bildung e.V. (bap e.V.). Die Initiative möchte das Interesse von Kindern und Jugendlichen an der Mitgestaltung ihrer eigenen Lebenswelt und des Gemeinwesens wecken und ihre Partizipationsfähigkeiten fördern. Sie vertritt die Anliegen politischer Jugendbildung gegenüber Politik, Ministerien, Behörden und weiteren Fördermittelgebern. Die GEMINI organisiert fachlichen Austausch, wirkt in bundesweiten Initiativen mit und engagiert sich für eine Professionalisierung politischer Jugendbildung. Der Bundesausschuss Politische Bildung schreibt seit 2009 mit finanzieller und ideeller Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundeszentrale für politische Bildung den ‚bap‐Preis Politische Bildung‘ aus, zuletzt 2019.

Kontaktstellen

Bundesweit gibt es rund 70 Jugendinformationszentren, die eine Erstberatung für Jugendliche zu allen sie betreffenden Fragen anbieten. Jugendinformationszentren in Süddeutschland sind seit 1997 im Verbund der Süddeutschen Jugendinformationszentren zusammengeschlossen.

Beispiele für Jugendinformationsportale

jup! Berlin
Jugendnetz Baden-Württemberg
jugendinfo.de für Bremen und Bremerhaven
Hamburger Jugendserver
Jugend in Mecklenburg-Vorpommern - Landesjugendserver
Jugendserver Niedersachsen
JUGEND.RLP.DE - Jugendarbeit in Rheinland-Pfalz
Jugendserver-Saar
JugendInfoService Sachsen-Anhalt
Jugendserver Schleswig-Holstein
Weitere Beispiele

Rechtlicher Rahmen

Jugendliche haben ein Recht auf Informationen. Dies ist zunächst durch Artikel 5 im Grundgesetz für die Bundesrepublik garantiert. In Bezug auf Jugendinformation und -beratung greift das Sozialgesetzbuch (SGB) - Achtes Buch (VIII) - Kinder- und Jugendhilfe. Insbesondere die §§ 1 und 11 lassen sich als Rechtsansprüche verstehen. § 1 des Sozialgesetzbuchs (SGB) - Achtes Buch (VIII) - Kinder- und Jugendhilfe führt aus, dass jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit hat. Jugendhilfe soll zur Umsetzung dieses Rechts dadurch beitragen, indem sie junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördert und dazu beiträgt, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen. Nach § 11 des Sozialgesetzbuchs (SGB) - Achtes Buch (VIII) - Kinder- und Jugendhilfe ist eine Leistung der Jugendhilfe Jugendarbeit. Ein Schwerpunkt der Jugendarbeit ist Jugendberatung.

Jugendinformationszentren werden aus Mitteln der Bundesländer gefördert.

Jugendinformationskampagnen zu demokratischen Rechten und Werten

Der Wettbewerb ‚Aktiv für Demokratie und Toleranz‘ wird jährlich vom Bündnis für Demokratie und Toleranz ausgeschrieben. Die Gewinner/-innen erhalten Geldpreise in Höhe von bis zu 5.000 €, eine verstärkte Präsenz in der Öffentlichkeit sowie ein Workshop-Angebot, welches die Interessen der Preisträgerprojekte aufgreift. Das von der Bundesregierung gefördert Bündnis unterstützt zivilgesellschaftliche Aktivitäten im Bereich der praktischen Demokratie- und Toleranzförderung. 2019 wurden 63 Preisträger geehrt.

Im Rahmen des Wettbewerbs #GIFallyoucan der Stiftung für Engagement und Bildung e.V. können junge Menschen lernen, wie man mit Memes und GIFs auf rechte Hetze reagieren kann, wenn Diskussionen nicht mehr sinnvoll erscheinen. Jugendliche können sich im Wettbewerb über rechten Hass im Netz informieren und eigene Memes und GIFs erstellen. Sie können am Wettbewerb teilnehmen und gewinnen, z. B. nachhaltige Smartphones aus Deutschland.

Kampagnen zur Gewinnung von jungen Wählerinnen und Wählern

Insbesondere im Vorfeld von Wahlen gibt es in Deutschland verschiedene Kampagnen und Aktionen zur Förderung der Wahlbeteiligung bei Jugendlichen. Beispiele:

Förderung des interkulturellen Dialogs unter Jugendlichen

Der Beschluss der Kultusministerkonferenz „Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule“ (PDF, 234 KB) (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 25.10.1996 i. d. F. vom 05.12.2013) benennt Ziele und allgemeinen Grundsätze für die systematische interkulturelle Entwicklung von Schulen, um Schüler/-innen beim Erwerb interkultureller Kompetenzen zu unterstützen. Dazu gehören auch Angebote im Bereich Demokratieerziehung und die Förderung einer demokratischen Gesprächskultur.

Die interkulturelle Öffnung der Jugendverbände fördert die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die Angebote der klassischen Jugendverbände und damit auch den Dialog zwischen ihnen. Ebenso wird so die Einbindung der Vereine junger Migrant(inn)en in die Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit gefördert.

Durch die verstärkte Zuwanderung und Aufnahme von geflüchteten Menschen in Deutschland gibt es eine Vielzahl Aktivitäten, Maßnahmen und Projekten (Begegnungscafés, gemeinsames Kochen, Sprachpaten, Kunst- und Kulturworkshops, integrative Wohngemeinschaften etc.) in Städten und Gemeinden, die auch den Dialog zwischen jungen Geflüchteten und hier lebenden Jugendlichen unterstützen.

Das Auswärtige Amt fördert die Deutschen Auslandsschulen sowie Schulen der Gastgeberländer, die das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz anbieten. Aktuell werden 140 Deutsche Auslandsschulen in 72 Ländern mit rund 85.000 Schüler(inne)n gefördert.

Seit 2008 gibt es die Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH). Das Auswärtige Amt koordiniert die Initiative und setzt sie gemeinsam mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), dem Goethe-Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz um. PASCH-Global - die Online-Schülerzeitung der Initiative bietet den Jugendlichen aus aller Welt die Möglichkeit, Einblick in die Kulturen ihrer Länder zu geben und sich in deutscher Sprache auszutauschen. Über die Plattform Pasch-Alumni können sich Absolvent(inn)en einer PASCH-Schule weltweit mit anderen Alumni vernetzen, Kontakt pflegen und Erfahrungen austauschen.

Zudem tragen die durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes geförderten internationalen Begegnungen, die sowohl im Inland als auch im Ausland stattfinden, zur Förderung des interkulturellen Dialogs zwischen Jugendlichen bei.

Partner für internationale Jugendarbeit und Jugendpolitik in Europa und der Welt ist IJAB – Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V.. Ziel von IJAB ist es, durch die Förderung von internationalem Austausch und Begegnung zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beizutragen, internationale Bildung und Beteiligung zu unterstützen sowie Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt entgegenzuwirken. IJAB führt Projekte zu jugendpolitischen Fragen mit internationalen Partnern durch, unterstützt den Wissensaustausch in der Kinder- und Jugendhilfe und vernetzt hierfür Akteure im In- und Aus-land. IJAB informiert und berät Träger der Kinder- und Jugendhilfe, Politik und Verwaltung und bietet Qualifizierung, Fachkräfteaustausch, Arbeitshilfen und Fachpublikationen an. Junge Menschen berät IJAB zu Auslandsaufenthalten und Fördermöglichkeiten. IJAB ist als Fachstel-le für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland seit 1967 im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, seiner Mitgliedsorganisationen und anderer Träger der Jugendarbeit tätig. Bei IJAB ist JUGEND für Europa, die Nationale Agentur für die EU-Programme Erasmus+ JUGEND IN AKTION und Europäisches Solidari-tätskorps, angesiedelt.

Förderung einer transparenten und jugendgerechten öffentlichen Kommunikation

Guidelines

Die Guidelines für gelingende E-Partizipation Jugendlicher wurden im Rahmen des Projekts ‚Youthpart‘, einem multilateralen Kooperationsprojekt (2011-2014) von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. und seinen europäischen Projektpartnern entwickelt. Sie sollen Fachkräfte der Jugendarbeit, politische Entscheidungsträger/-innen, Jugendliche, Jugendverbände und Verwaltungen bei der Gestaltung effektiver Partizipationsprozesse unterstützen.

Das Projekt jugend.beteiligen.jetzt bietet Unterstützung durch Know-how, Tools sowie Qualifizierung für politische Entscheidungsträger/-innen, Kommunen, Träger der Jugendhilfe oder Jugendinitiativen für digitale Jugendbeteiligung. Im Rahmen des Projekts wurde ein Curriculum „Praxis digitale Jugendbeteiligung“ (PDF 729 KB) erstellt. Es ist ein Konzept, um Qualifizierungsangebote auch selbst zu planen und durchzuführen. Es richtet sich vor allem an Prozessmoderator(inn)en, die bereits Qualifizierungen im Bereich Jugendbeteiligung durchlaufen haben bzw. praxiserfahren sind. Die Inhalte bestimmter Module sind sinnvoll, um Akteure in kommunalen Jugendbeteiligungsverfahren weiterzubilden. Außerdem bot die WeTeK Berlin gGmbH in Kooperation mit jugend.beteiligen.jetzt die 2017/2018 Pilot-Qualifizierung „Praxis digitale Jugendbeteiligung“ an, um Prozessmoderator(inn)en und Fachkräfte der Kinder- & Jugendbeteiligung zu qualifizieren.

Weiterführende Links zum Thema Transparenz und öffentliche Kommunikation
  • https://www.govdata.de/ - Datenportal für Deutschland. Wissenswertes rund um OpenData, OpenGovernment und Bürgerbeteiligung, Informationen zur Datenlizenz Deutschland. Zielgruppengerechte Informationen für Bürger/-innen sowie Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, und zivilgesellschaftlichen Organisationen und Medien.
  • http://www.abgeordnetenwatch.de/ - unabhängige und überparteiliche Internetplattform des Parlamentwatch e.V., auf der alle Bürger/-innen Abgeordnete des Deutschen Bundestags, Europäischen Parlaments sowie in zahlreichen Landesparlamenten öffentlich befragen können.
  • https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/digital-made-in-de - Website zur Umsetzungsstrategie der Bundesregierung zur Gestaltung des digitalen Wandels.
  • https://fragdenstaat.de/ - Website der Open Knowledge Foundation Deutschland, auf der alle interessierten Bürger/-innen Anfragen nach den Informationsgesetzen (Informationsfreiheitsgesetz des Bundes, Umweltinformationsgesetz und Verbraucherinformationsgesetz) stellen können.
  • http://www.offenerhaushalt.de/ - ehrenamtliches, regierungsunabhängiges Projekt der Open Knowledge Foundation Deutschland zur Sichtbarmachung der Ausgaben und Einnahmen von Bund, Ländern und Kommunen.

Die Open Knowledge Foundation Deutschland setzt sich für offenes Wissen, offene Daten, Transparenz und Beteiligung ein. Sie gibt Workshops zu den unterschiedlichsten Themen wie Data Literacy, Open Data oder Offene Bildung und entwickelt zudem eigene Bildungsformate. Bei so genannten Jugend-Hackathons können Jugendliche mithilfe von Open Data an Prototypen, digitalen Werkzeugen und Konzepten für ihre Vision einer besseren Gesellschaft basteln. Zudem wurde mit dem Handbuch über Jugend-Hackathons ein Leitfaden für die Praxis herausgegeben.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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