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Gesundheitseinrichtungen jugendgerechter machen

Die Jugendstrategie der Bundesregierung

Der Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode sah vor, eine „gemeinsame Jugendstrategie der Bundesregierung“ zu entwickeln. Mit der Jugendstrategie bekennt sich die gesamte Bundesregierung zu ihrer Verantwortung für die Jugend und setzt sich dafür ein, allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen die notwendigen Rahmenbedingungen für ein gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen. Die Jugendstrategie wurde thematisch entlang neun jugendrelevanter Handlungsfelder entwickelt, die das breite Spektrum der Belange junger Menschen abdecken. Diese Themenbereiche werden sowohl in der Jugendforschung als auch von jungen Menschen selbst immer wieder als besonders jugendrelevant eingeschätzt – hierunter auch das Handlungsfeld „Gesundheit“. Für diese Handlungsfelder wurden jeweils aus der Lebensperspektive junger Menschen die Ausgangslage analysiert und entsprechende Handlungsbedarfe identifiziert, die schließlich mit konkreten Maßnahmen angegangen werden. Alle Ressorts sind dabei beteiligt. Ein derartiges Vorhaben im Bereich der Jugendpolitik unter Beteiligung aller Bundesministerien hat es in der Bundesrepublik Deutschland bisher nicht gegeben.

Ein zentrales Anliegen der Jugendstrategie der Bundesregierung ist eine direkte, sichtbare und wirkungsvolle Beteiligung junger Menschen an „ihrer“ Jugendstrategie. Für eine möglichst breite und fundierte Beteiligung an der Entwicklung der Jugendstrategie sorgen unterschiedliche wiederkehrende Formate, in denen junge Menschen als Expertinnen und Experten in eigener Sache agieren. Die Ergebnisse fließen über eine Interministerielle Arbeitsgruppe in die Entwicklung und Umsetzung der Jugendstrategie ein. Die einzelnen Formate unterscheiden sich dabei hinsichtlich ihrer Größe, Zielgruppe und Wirkdimension: Jugend-Audits, die JugendPolitikTage und ein Online-Beteiligungstool.

Die ressortübergreifende Zusammenarbeit basiert auf den Prinzipien Jugend beteiligen, Jugend sichtbar machen und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Es geht darum, junge Menschen ernst zu nehmen und ihnen wirksame Mitsprachemöglichkeiten zu eröffnen. Es geht darum, Jugend sichtbar zu machen, damit ihre Belange ressortübergreifend im Blick bleiben. 

Die Jugendstrategie hat folgende Annahmen und Ziele im Handlungsfeld „Gesundheit“ formuliert: 

  • Der weit überwiegende Teil junger Menschen verbringt die Lebensphase Jugend bei guter Gesundheit. Gleichzeitig neigen einzelne Gruppen junger Menschen zu einem höheren Risikoverhalten, das sich in gesundheitsschädigendem Verhalten niederschlagen kann.
  • Die Förderung der Gesundheitskompetenz junger Menschen leistet einen grundlegenden Beitrag zu einem gesunden Aufwachsen und sollte als politische Querschnitts­ und gesamtgesellschaftliche Bildungsaufgabe verstanden werden. Dabei sollte das individuelle Verhalten ebenso in den Blick genommen werden wie die jeweiligen Rahmenbedingungen und Lebenslagen. Eine frühe und wirksame Förderung des gesundheitsorientierten Handelns trägt zur Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit bei. 
  • Wesentliche gesundheitsrelevante Aspekte für junge Menschen sind unter anderem ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung, Suchtprävention, Unfallvermeidung, die Stärkung der Gesundheitskompetenz, die Prävention sexualisierter Gewalt und eine Reduzierung von psychischen Belastungen. Diese Handlungsfelder haben große Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit und das Wohlbefinden in dieser Lebensphase und können zur Vermeidung von teilweise erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis ins spätere Erwachsenenalter beitragen. Es gilt, junge Menschen mit angemessenen und wirksamen Angeboten zur Förderung der Gesundheit aktiv zu unterstützen.

Im Rahmen der Jugendstrategie der Bundesregierung werden insgesamt 27 Maßnahmen im Handlungsfeld „Gesundheit“ durchgeführt. Im Folgenden werden zwei Beispiel-Maßnahmen aufgeführt.

Nationaler Aktionsplan IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht | Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Im Rahmen des Aktionsplans setzen sich BMEL und BMG für die Verbesserung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens ein, zum Beispiel durch Maßnahmen zur Intensivierung der Ernährungsbildung und Stärkung der Ernährungskompetenzen in allen Altersklassen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Konkrete Beispiele sind: Entwicklung des DGE-Qualitätsstandards für Schulverpflegung, Einrichtung von Schulvernetzungsstellen mit den Ländern zur Unterstützung von Schulträgern und Schulen bei der Umsetzung eines ausgewogenen Verpflegungsangebotes, Entwicklung von Ernährungsbildungsmaterialen und die Förderung von Modellprojekten, um Lehrkräfte in Schulen bei der Ernährungsbildung zu unterstützen. Außerdem werden Bürgerinnen und Bürger für Bewegungsförderung sensibilisiert. Für Jugendliche ist die Lebenswelt Schule auch für die Bewegungsförderung von Bedeutung. Diese wird durch das Schulfach Sport formal abgedeckt, braucht aber ergänzende Angebote in der Pause und im Unterricht. Die „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ geben allen Akteuren einen Orientierungsrahmen und zeigen Möglichkeiten, wie Menschen in verschiedenen Settings zu mehr Bewegung animiert werden können.

Fachdialog zur Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung bei Heranwachsenden | BMG, BMEL, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Der Dialog dient der alters-, zielgruppen- und themenübergreifenden Zusammenarbeit von Akteuren aus Wissenschaft, Praxis und Politik, die sich gemeinsam für die Gesundheit von jungen Menschen einsetzen. Ein wichtiger Meilenstein der Vernetzung ist der „Wegeweiser zum gemeinsamen Verständnis von Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern und Jugendlichen in Deutsch-land“, der von den beteiligten Organisationen und Vertretenden der beteiligten Gremien gemeinsam verabschiedet wurde. Der Wegeweiser formuliert die inhaltlichen Eckpunkte und benennt Aufgaben des Fachdialogs im Rahmen des Prozesses

Weitere Informationen zu Top-level-Maßnahmen, -Projekten und -Initiativen etc., um Gesundheitsangebote- und Einrichtungen jugendgerechter zu machen, liegen nicht vor.
 

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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