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Aktuelle Debatten und Reformen

Anstehende politische Entwicklungen

Aktuell wird über eine Reform des SGB VIII in verschiedenen politischen und fachlichen Gremien diskutiert. Ein Schwerpunkt ist darin die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. Dies könnte in Zukunft auch Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendarbeit haben. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist als Ziel formuliert, einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Schulkinder unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe zu schaffen. Da ein Teil der Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit schon heute in diesem Feld aktiv sind, ist davon auszugehen, dass die Umsetzung der Reformpläne Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendarbeit hat. Solche Auswirkungen könnten sich etwa mit Blick auf die Zeit, die Kindern und Jugendlichen für die Angebote der Jugendarbeit noch bleibt, oder mit Blick auf eine Beteiligung der Kinder- und Jugendarbeit bei der Umsetzung der Betreuungsangebote ergeben.

Laufende Diskussionen

Die Debatten über und in der Kinder- und Jugendarbeit finden in Wissenschaft und Forschung, in Zusammenschlüssen von Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe (z.B. der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ), in Verbünden oder Zusammenschlüssen in der Kinder- und Jugendarbeit (z.B. Arbeitsgemeinschaft offene Türen NRW AGOT, der Deutsche Bundesjugendring DBJR, die Landesjugendringe sowie die Kreis- und Stadtjugendringe) und in diversen Fachzeitschriften (z.B. deutsche jugend) statt. Tagungen und Workshops, die sowohl von Entscheidungsträgern etwa in Landesjugendämtern, kommunalen Jugendämtern und bei Trägern als auch von den Fachkräften der Kinder- und Jugendarbeit besucht werden, sind ein weiterer Ort, an dem die Debatten mit Bezug zur Kinder- und Jugendarbeit geführt werden. Nicht zuletzt sind auch die für die Kinder- und Jugendarbeit politisch verantwortlichen Gremien in den Gemeinden, Landkreisen und kreisfreien Städten, Ländern und auf Bundesebene (z.B. die kommunalen Kinder- und Jugendhilfeausschüsse und Landesjugendhilfeausschüsse) Orte zur Debatte solcher Fragen.

Des Weiteren beteiligen sich Stiftungen an den Debatten zur Kinder- und Jugendarbeit. Eine aktuelle Durchsicht der gängigen Zeitschriften zum Thema Jugendarbeit, der Diskussions- und Positionspapiere von im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe allgemein und spezifisch im Feld der Jugendarbeit aktiven Zusammenschlüssen ergibt, dass über eine Vielzahl an Themen diskutiert wird.

Eine Reihe von Debatten begleiten die Kinder- und Jugendarbeit schon lange und haben etwas mit ihrem gesetzlich festgeschriebenen Auftrag zu tun. Sie behandeln etwa Fragen, inwieweit die Kinder- und Jugendarbeit für gesellschaftliche Aufgaben wie die Schulkinderbetreuung oder Präventionsaufgaben in Dienst genommen werden und was dabei die Rolle der Kinder- und Jugendarbeit ist bzw. sein sollte.

Auch die Partizipation ist in der Kinder- und Jugendarbeit immer wieder Thema, und zwar nicht nur mit Blick darauf, wie die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit partizipativ gestaltet werden können, sondern auch darüber hinaus, wie die politische Beteiligung junger Menschen in ihrem Lebensumfeld (z.B. in kommunalen Beteiligungsverfahren oder ihre Beteiligung in der Jugendhilfeplanung) vorangetrieben und gestaltet werden kann.

Vor dem Hintergrund, dass die Kinder- und Jugendarbeit eine Pflichtaufgabe der Kommunen ist, wird immer wieder über die angemessene Ausstattung der Kinder- und Jugendarbeit mit personellen und finanziellen Ressourcen und den Erhalt von Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit diskutiert. Die Gewinnung von Fachkräften ist in der Kinder- und Jugendarbeit wie auch in anderen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe, ein aktuelles Thema.

Mit Blick auf demografische Entwicklungen bestehen regional unterschiedliche Entwicklungstrends. In diesem Zusammenhang werden immer wieder auch die Herausforderungen der Jugendarbeit im ländlichen Raum thematisiert. Betont wird hier die Bedeutsamkeit von erreichbaren Einrichtungen und Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit trotz eines demografisch bedingten Rückgangs der Zahl junger Menschen.

Themen, die durch gesellschaftliche und gesetzliche Veränderungen in den Aufmerksamkeitsfokus der Jugendarbeit gerückt wurden, sind die Inklusion von jungen Menschen mit Behinderungen in der Kinder- und Jugendarbeit, geflüchtete junge Menschen in der Kinder- und Jugendarbeit und die Möglichkeiten sowie Grenzen und Nebenfolgen einer voranschreitenden Digitalisierung.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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