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Afghanistan

Deutscher Bundesjugendring ruft Bundesregierung zum Handeln auf

Gemaltes Bild von zwei bunten offenen Händen
Bild: Tim Mossholder - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

In Afghanistan haben die islamistischen Taliban die Kontrolle über das Land zurückerobert. Der DBJR zeigt sich besorgt über die Lage vor Ort. In der jetzigen Situation in Afghanistan seien zahlreiche gesellschaftliche Gruppen zu vulnerablen Personen geworden, die es unbedingt zu schützen gelte.

Allen Menschen, die vor Ort großer Gefahr durch die Machtübernahme der Taliban ausgesetzt sind, müsse umgehend die Ausreise ermöglicht werden. Auch für Kinder, Jugendliche, und gerade für Mädchen und junge Frauen, sei der Machtwechsel eine gefährliche Situation. Zentrale Rechte aus der UN-Kinderrechtskonvention seien akut gefährdet: Der Schutz vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, das Recht auf Bildung und freie Entfaltung, der Schutz vor Diskriminierung oder Bestrafung wegen der Tätigkeiten, der Meinungsäußerungen oder der Weltanschauung der Eltern. Zudem seien Trennungen junger Menschen von der Familie zu befürchten.

„Wir unterstützen die Forderungen der Bundesländer und Kommunen an Bundesinnenminister Horst Seehofer nach einem Bundesaufnahmeprogramm für schutzbedürftige Afghan*innen. Darüber hinaus appellieren wir eindringlich an das Bundesinnenministerium, die Hilfsbemühungen und Angebote in Deutschland wahrzunehmen und keine zusätzlichen Hürden aufzubauen. Bundesregierung, Länder und Kommunen müssen unbürokratisch und schnell die Aufnahme organisieren.“

Inmitten der dramatischen, lebensbedrohlichen Situation in Afghanistan sprächen politisch Verantwortliche in Deutschland davon, dass „2015 sich nicht wiederholen“ dürfe. Damit werde die verstärkte Aufnahme von Flüchtenden in Deutschland im Jahr 2015 als negativer Bezugspunkt eingeordnet. Durch diese Darstellung würden die humanitäre Hilfe, das gemeinschaftlich Erreichte und der Beitrag der Zivilgesellschaft diskreditiert.

„Als nationaler Akteur der jungen Zivilgesellschaft weisen wir diese Darstellung entschieden zurück. Gerade die Verbände und zivilgesellschaftlichen Strukturen haben einen großen Beitrag zur Aufnahme und Integration von jungen flüchtenden Menschen geleistet. Neben der Hilfe für Menschen in Not konnte mit der Einbindung in die ehrenamtlichen Strukturen der Austausch zwischen jungen Menschen gestärkt und Verständnis füreinander aufgebaut werden.“, so der stellvertretende Vorsitzende, Marius Schlageter.

Eine europäische Absprache im Handeln sei angesichts der Lage eine zusätzliche Unterstützung. Marius Schlageter betonte abschließend: „Es ist nicht hinnehmbar, dass sich nationale Regierungen mit dem Verweis auf Europa aus der Verantwortung ziehen und sich mit Absagen zur Aufnahme von Menschen aus Afghanistan hervortun.“

Quelle: Deutscher Bundesjugendring vom 19.08.2021

Der Original-Artikel wurde unter dem Titel „Schutzbedürftige Afghan*innen aufnehmen!“ auf den Internetseiten des Deutschen Bundesjugendrings erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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