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Kindernothilfe

Corona trifft arbeitende Kinder weltweit besonders hart

Ein kambodschanischer Junge sitze auf einem Straßenbaugerät und arbeitet
Bild: Marcel Gnauk - pixabay.com

Eine aktuelle Studie der Kindernothilfe zeigt die folgenschweren Auswirkungen der Pandemie für arbeitende Kinder und Jugendliche weltweit: Die Mehrzahl der Befragten befürchtet durch das sinkende Familieneinkommen, nie mehr zur Schule gehen zu können, sondern noch stärker als bisher ausgebeutet zu werden.

Die Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe Katrin Weidemann betont: „Die deutsche Entwicklungspolitik muss Kinder und Jugendliche in diesen Zeiten unterstützen: Mit konkreter und schneller Nothilfe, einem funktionierenden Kinderschutzsystem und Bildungsmöglichkeiten.“

Nach offiziellen Angaben sind etwa 1,6 Milliarden schulpflichtige Kinder in mehr als 190 Ländern von den Schulschließungen durch die Corona-Pandemie betroffen. Nach den Lockdowns, so Schätzungen der Unesco, werden von ihnen etwa 24 Millionen Jungen und vor allem Mädchen nicht wieder in die Schule zurückkehren können. Diese Entwicklung bestätigt auch die Kindernothilfe-Studie.

Armut verstärkt die Belastung

Darüber hinaus hat die altersgerechte und aufwendige Befragung weitere Erkenntnisse hervorgebracht: Kinder aus den ärmsten Teilen der Bevölkerung, die als Kleinhändler, Müllsammlerinnen oder Straßensänger arbeiten, sind besonders betroffen. Viele haben ihre Arbeit verloren, und ihre Einkünfte, die vor der Krise für lebensnotwendige Ausgaben für die Familie bestimmt waren, fallen nun weg. Mangelnde Ernährung und Gewichtsverlust sind gesundheitliche Folgen. „Ich habe Angst, Corona zu bekommen und zu verhungern, weil es kein Essen gibt“, sagt ein 15-jähriges Mädchen aus Kenia in der Studie. Diese Angst bedeutet für viele Kinder eine zusätzliche enorme mentale Belastung und kann zu gesundheitlichen Schäden führen.

In Kenia wird ein Anstieg der Suizidrate bei arbeitenden Kindern und Jugendlichen wahrgenommen. Viele der Befragten müssen noch schwerere Arbeit leisten und sind von ausbeuterischer Kinderarbeit bedroht. In manchen Fällen steigt zudem die häusliche Gewalt. Durch Schulschließungen und fehlende technische Möglichkeit haben die Mädchen und Jungen kaum Zugang mehr zu Bildung.

Hintergrund

Mit sechs Kinderrechtsorganisationen aus Bolivien, Guatemala, Indonesien, Kenia, den Philippinen und Sambia führte die Kindernothilfe die Studie mit kindgerechten Methoden durch. Die 46 Mädchen und Jungen konnten zum Teil unter anderem per Telefon teilnehmen. In Ländern wie Indonesien und den Philippinen konnten sie bei Workshops unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen mitmachen.

Weitere Informationen zur Studie sind auf der Webseite der Kindernothilfe zu finden.

Quelle: Kindernothilfe e.V. vom 19.11.2020

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