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Co-Familien

Co-Familien bieten Kindern einen zweiten Lebensort

Strukturebene: Niedersachsen

Handlungsfeld:

  • Hilfen zur Erziehung

Kurzbeschreibung / Projektziele:

Wir haben es immer wieder mit Familien zu tun, in denen Bindung und Beziehung zwischen den Eltern(-teilen) und ihren Kindern in vielen Bereichen noch gut funktionieren; wir sehen, dass die Kinder viele positive Dinge von zu Hause mitbekommen haben und trotzdem können die leiblichen Eltern nicht umfassend für ihre Kinder sorgen. Entweder weil sie z.B. durch chronische psychische Erkrankungen phasenweise in ihrer Erziehungsfähigkeit eingeschränkt sind, oder weil sie bestimmte Versorgungsleistungen nicht ausreichend wahrnehmen können.

Hier ist einerseits die klassische SPFH nicht ausreichend, weil die fehlenden Kompetenzen oft nicht über eine ambulante Maßnahme aufgebaut bzw. ersetzt werden können, andererseits ist eine dauerhafte Fremdunterbringung aber nicht angeraten bzw. findet auch nicht Einwilligung der Familie.

Früher haben in solchen Situationen die Großfamilienmitglieder, Nachbarn oder Gemeindemitglieder unterstützende Funktion übernommen.

Heute sind diese Strukturen kaum noch aufzufinden und häufig stehen belastete Familien relativ allein da.

Die Resilienzforschung zeigt, dass es für Kinder psychisch kranker Eltern aber auch für Kinder aus Familiensystemen, die aus anderen Gründen instabil sind, besonders wichtig ist, ein anderes stabiles und verlässliches erwachsenes Bezugssystem zu haben, in dem sie Kind sein können und in dem sie andere Bewältigungsmuster kennenlernen können.

Kindern ein Co-Familiensystem an die Seite zu stellen, kann hier ein – bisher in Deutschland noch relativ wenig probiertes – Mittel sein, den Kindern eine entscheidende Ressource zu ermöglichen und ihnen gleichzeitig ihr Herkunftssystem zu erhalten.

Die Co-Familien werden von uns geschult und das Verhältnis des Multifamiliensystems durch Beratung und Gruppenangebote unterstützt. Die begleitenden Schulungen erhalten beide Familiensysteme! Dadurch soll sich eine gemeinsame Verantwortlichkeit für das Kind ergeben. Die Co-Familien werden durch eine Aufwandsentschädigung und - wenn das Kind dort auch übernachtet - ein Pflegegeld finanziert.

Wir weiten das Projekt auch auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im betreuten Wohnen aus, die durch Co-Familien mit eigener Migrationserfahrung in Integration und Spracherwerb unterstützt werden. 

Schlagworte:
Ambulante Hilfe

Projektträger: Co-Familien e.V.

Adresse:
Lünener Str. 212
59174 Kamen
E-Mail: s.langenohl@DontReadMejufa-unna.de

Adresse als Kontakt (.vcf-Datei) speichern

Internetadresse: www.co-familien.de

Kooperationspartner:

Jugendhilfe für Familien (JuFa) Unna

Info-Pool