Kinder- und Jugendpolitik / Familienpolitik

Runder Tisch gegen Kinderarmut zu „Armut und Gesundheit“ in Brandenburg

Kleines Mädchen schaut eine Straße entlang
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Die Brandenburger Initiative „Starke Familien – Starke Kinder“, Runder Tisch gegen Kinderarmut kam Mitte November in Cottbus zu ihrer Jahresabschlussveranstaltung zusammen. Thema des Jahres war „Armut und Gesundheit“. An der Tagung nahmen über 100 Akteure teil, darunter auch 20 Schülerinnen und Schüler. Ziel der Initiative ist es, für die Bekämpfung und Prävention von Kinderarmut zu sensibilisieren.

„Es hat sich als richtig erwiesen, sich auch dem Thema „Armut und Gesundheit“ zuzuwenden, sagte Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij zum Auftakt. „Die zahlreichen Treffen, Beratungen und Fachtage in diesem Jahr haben deutlich gemacht: Wer arm ist, leidet häufiger unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen als andere. Armut hat gravierende Folgen. Die betroffenen Kinder haben schlechtere Chancen auf Bildung, auf gesundes Essen, auf Teilhabe. Oft scheitert selbst das Sporttreiben in Vereinen am schlichtweg fehlenden Geld für den Beitrag. All das betrifft immer auch die Familien. Das sind alles in allem schlechte Startbedingungen für den weiteren Lebensweg“, ergänzte die Ministerin.

Ursachen und Folgen von Armut auf verschiedene Lebensbereiche

In Brandenburg ist jedes fünfte Kind armutsgefährdet. Besonders betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden. Mit dem Runden Tisch gegen Kinderarmut hat die Landesregierung in den vergangenen drei Jahren Ursachen und Folgen von Armut in den verschiedenen Lebensbereichen analysiert, die in den nächsten Monaten ausgewertet und zusammengefasst werden. Die daraus erwachsenden Handlungsempfehlungen sollen im zweiten Quartal 2019 präsentiert werden.

„Ein Ziel war und ist es, für das Thema ‚Bekämpfung und Prävention von Kinderarmut‘ zu sensibilisieren. Armut ist – auch dank unseres Runden Tisches – kein Tabuthema mehr in der Gesellschaft. Ich bin froh darüber, dass sich auf allen Ebenen immer mehr Akteurinnen und Akteure für soziale Gerechtigkeit und mehr Teilhabe von Kindern und Jugendlichen einsetzen, erklärte Karawanskij.

Langfristig angelegter Dialog

Im November 2015 wurde die gemeinsame Erklärung „Starke Familien – Starke Kinder“, Runder Tisch gegen Kinderarmut unterzeichnet. An diesem langfristig angelegten Dialog beteiligen sich Vereine, Unternehmen, Verbände und Stiftungen, die etwas gegen Kinderarmut unternehmen wollen. Dabei geht es darum, die Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Vermeidung und Bekämpfung von Kinderarmut in Brandenburg zu bündeln, gute Praxis zu veranschaulichen und in einem Dialog Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

An dem Diskurs sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden, Initiativen, Vereinen, Kommunen, Politik, Verwaltung und anderen Institutionen sowie auch betroffene Kinder und Familien beteiligt werden.

Partner der Initiative sind neben dem Sozial- und dem Bildungsministerium unter anderem das Deutsche Kinderhilfswerk e. V., die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, das Katholische Büro Berlin-Brandenburg, die Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände im Land Brandenburg, die Landesarmutskonferenz, die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, die Städte Beelitz, Kyritz und Senftenberg sowie die Stiftung „Hilfe für Familien in Not“.

Schwerpunktsetzung auf unterschiedliche Lebenslagendimensionen

Um den unterschiedlichen Facetten der Kinderarmut gerecht zu werden, setzt der Runde Tisch jedes Jahr Schwerpunkte auf unterschiedliche Lebenslagendimensionen von Kindern und Jugendlichen. Dabei wird zwischen den vier Themenbereichen materielle Armut (Themenjahr 2016), soziale Lage und Bildung (2017) sowie den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit (2018) unterschieden, die in den jeweiligen Themenjahren einen Schwerpunkt bilden.

Für die Förderung von Projekten zur Armutsprävention, zur Armutsbekämpfung sowie zur Stärkung, Unterstützung und Beteiligung Betroffener stehen seit dem Jahr 2016 im Landeshaushalt jährlich 200.000 Euro zur Verfügung. Ziel ist die Förderung kreativer und innovativer Projekte vor Ort.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg vom 21.11.2018

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