Kinder- und Jugendpolitik / Bildungspolitik

DBJR begrüßt Forderung der Bundesländer zu Nachbesserung beim BAföG

Eine junge Frau sitzt in der Uni-Bibliothek und liest
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Der Bundesrat hat den Weg für die BAföG-Reform freigemacht, die vom Bundestag beschlossen wurde. Die Reform soll Studierende und Schüler/-innen aus sozial schwachen Familien staatlich stärker unterstützen und den Kreis der BAföG-Empfänger/-innen erweitern. Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) begrüßt die Forderungen der Länder, das BAföG zusätzlich weiter zu entwickeln und fordert, das Engagement bei anerkannten Jugendverbänden stärker zu berücksichtigen.

In seiner fachlichen Einschätzung begrüßt der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) die Äußerung des Bundesrats, der noch weiteren Reformbedarf beim BAföG sieht. Der Kreis der Anspruchsberechtigten müsse dauerhaft und sinnvoll erweitert werden, damit alle Menschen die Chance haben, sich bestmöglich zu qualifizieren. Dem vielfältigen Ausbildung- und Weiterbildungsangebot sollten entsprechende Förderungsinstrumente zur Ausbildungsfinanzierung gegenüberstehen.

BAföG-Förderung bei nächster Novellierung weiter entwickeln

Ausdrücklich fordere der Bundesrat die Bundesregierung auf, die Förderung bei der nächsten Novellierung weiterzuentwickeln. Dabei müsse es auch darum gehen, das BAföG für Teilzeitstudiengänge und schulische Teilzeitausbildungen zu öffnen. Damit soll die Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie verbessert werden. Auch über die Anhebung der Altersgrenzen sollte nachgedacht werden.

Außerdem sollte die BAföG-Unterstützung bei allen rechtlich zugelassenen Modellen eines Orientierungsstudiums möglich sein. Dies würde es Studierenden erleichtern, das passende Studium zu finden und wiederum Studienabbrüche zu vermeiden. Die Länder sprechen sich außerdem dafür aus, die Höhe der BAföG-Leistungen automatisch an die tatsächliche Preis- und Einkommensentwicklung zu koppeln, teilt der Deutsche Bundesjugendring mit.

Jugendverbände fordern Anerkennung ehrenamtlichen Engagements

Über die Erwartungen der Länder hinaus fordert der DBJR eine Fortführung der Förderung, wenn die Förderungshöchstdauer durch ein Engagement in einem der anerkannten Jugendverbände überschritten wurde. Außerdem sollen auch Asylbewerber/-innen Anspruch auf BAföG erhalten. Hier müsse zunächst dringend die Beschäftigungsverordnung angepasst werden. Menschen, die noch im Asylverfahren stecken, sei es erlaubt, nach 15 Monaten Aufenthalt ein Studium oder eine Ausbildung aufzunehmen. Mit der Aufnahme erlischt allerdings der Anspruch auf Leistung aus dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylblG). Diese gesetzliche Lücke sei zu schließen.

Die Kernpunkte der Reform

Mit der BAföG-Reform steigen die Bedarfssätze bis 2020 in zwei Schritten um insgesamt 7 Prozent: 5 Prozent im Jahr 2019 und nochmals 2 Prozent im Jahr 2020. Der Förderungshöchstsatz wird von derzeit 735 Euro monatlich auf 861 Euro im Jahr 2020 angehoben. Der im Höchstbetrag enthaltene Wohnzuschlag für Student/-innen, die nicht mehr bei den Eltern leben, steigt von 250 auf 325 Euro. Aus Sicht des DBJR reichen diese Fördersätze nicht aus.

Angehoben werden die Freibeträge für das Einkommen der Eltern, die für den BAföG-Bezug entscheidend sind. Dadurch sollen mehr junge Menschen gefördert werden als bisher. Immerhin erleichtert die Reform die Rückzahlung der Fördersumme. Hierzu führt das Gesetz eine neue Regelung zur Darlehensdeckelung ein: Danach wird die Restschuld erlassen, wenn jemand den Darlehensanteil seines BAföG binnen 20 Jahren trotz nachweisbaren Bemühens nicht tilgen kann.

Quelle: Deutscher Bundesjugendring

Die Meldung „Bundesländer fordern Nachbesserung beim BAföG“ wurde beim Deutschen Bundesjugendring erstveröffentlicht und steht dort im Original mit weiterführenden Informationen zur Verfügung. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.