Familienpolitik / Kindertagesbetreuung

Schwesig: Mehrheit der Frauenministerinnen für Kita-Ausbau anstatt Betreuungsgeld

Figuren tanzen auf Türmen aus Münzen
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Die Mehrheit der Frauenministerinnen und -minister aus Bund und Ländern hat sich am Freitag auf der Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister (GFMK) in Nürnberg für einen Ausbau von Kindertagesstätten und gegen das von der Bundesregierung geplante Betreuungsgeld ausgesprochen.

Ministerin Manuela Schwesig sagte am Rande der Beratungen: "Die schwarz-gelbe Koalition in Berlin sollte endlich auf das Wort der Experten hören und sich von den Plänen für das Betreuungsgeld verabschieden. Es gibt kein einziges stichhaltiges Argument für ein Betreuungsgeld."

Die Bundesregierung plant, 1,2 Mrd. Euro für das Betreuungsgeld zur Verfügung zu stellen. "Der Anteil für Mecklenburg-Vorpommern läge bei etwa 24,7 Mio. Euro. Mit diesem Geld könnte man die Gruppen in den Krippen in Mecklenburg-Vorpommern unter anderem verkleinern. Ein Betreuungsschlüssel von mindestens 1:5 wäre damit möglich", sagte Schwesig. Damit wäre den Eltern und vor allem den Kindern wesentlich mehr geholfen.

Eine am Freitag veröffentlichte repräsentative Umfrage hat ergeben, dass sich 75 Prozent der Bundesbürger gegen das Betreuungsgeld aussprechen. Selbst bei den Anhängern der CDU/CSU sind 64 Prozent gegen das Betreuungsgeld.

"Es ist wichtig", so die Ministerin weiter, "Frauen mehr Möglichkeiten für Arbeit zu bieten anstelle sie mit staatlichen Leistungen aus dem Berufsleben fernzuhalten." Mecklenburg-Vorpommern hatte auf der Konferenz den Antrag eingebracht, der einen Verzicht auf das Betreuungsgeld und stattdessen Investitionen in den Ausbau von Kitas fordert.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales des Landes Mecklenburg-Vorpommern vom 15.06.2012

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