Familienpolitik / Coronavirus

Digitale Unterstützung für Kinder- und Jugendhospize in der Corona-Krise

Eine Frau nimmt ein Mädchen an die Hand und geht mit ihr einen Weg entlang.
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Die Corona-Krise belastet Familien mit unheilbar kranken Kindern enorm und die Hospizarbeit ist deutlich erschwert. Das Bundesfamilienministerium unterstützt daher den Deutschen Kinderhospizverein e.V. und den Bundesverband Kinderhospiz e.V. mit 100.000 Euro, damit sie digitale Beratungs- und Begleitungsangebote aufbauen können.

Der Bundesverband Kinderhospiz e.V. und der Deutsche Kinderhospizverein e.V. haben seit Beginn der Pandemie einen deutlichen Anstieg von Anrufen und E-Mails verzeichnet, in denen Familien um Hilfe gebeten haben. Aber auch nach der Lockerung von Kontaktverboten ist eine Rückkehr zur Hospizarbeit vor Ort und im engen Kontakt mit Betreuern für die betroffenen Familien weiterhin kaum möglich.

Zusätzliche Belastung durch Corona

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt hier und stellt bis Ende des Jahres rund 100.000 Euro zur Verfügung, damit der Deutsche Kinderhospizverein e.V. und der Bundesverband Kinderhospiz e.V. digitale Angebote wie zum Beispiel virtuelle Austausch- und Begleitungsmöglichkeiten aufbauen können.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Niemand ist auf die Situation vorbereitet, dass das eigene Kind schwer erkrankt und frühzeitig sterben wird. In Deutschland sind es etwa 50.000 Kinder und Jugendliche, die unter einer lebensbedrohlichen oder lebensverkürzenden Krankheit leiden. Gerade in dieser unfassbar schweren Lage brauchen die Eltern, die erkrankten Kinder und auch die Geschwister professionelle Unterstützung und Beratung. Sie sind auf Hilfe angewiesen, um ihren Alltag meistern zu können. Dass wegen Corona die etablierten Begleitungs- und Betreuungsangebote nicht oder deutlich weniger wahrgenommen werden können, trifft diese Familien sehr hart. Mit den neuen Online-Angeboten können die betroffenen Familien trotz der Einschränkungen sensibel begleitet werden und sich austauschen. Das ist in diesen Zeiten besonders wichtig.“

Virtuelle Angebote für betroffene Familien

Der Deutsche Kinderhospizverein bietet neben virtuellen Austausch- und Begleitungsmöglichkeiten für Mütter und Väter virtuelle Geschwisterwochenenden an und entwickelt neue Formen der Trauerbegleitung.

Auch für den Austausch der Fachkräfte und die Qualifizierung der ehrenamtlich Engagierten in den ambulanten Kinderhospizdiensten bietet der Deutsche Kinderhospizverein zukünftig entsprechende Angebote an.

Der Bundesverband Kinderhospiz erweitert sein Oskar-Sorgentelefon zum Hilfsportal www.frag-oskar.de. In einem wöchentlichen Gruppenchat können sich betroffene Familien vernetzen. Für erkrankte Jugendliche, Geschwister und ihre Freunde gibt es einen eigenen moderierten Chat. Darüber hinaus haben Eltern die Möglichkeit, in einer Sprechstunde über sozialrechtliche Fragen zu sprechen.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 06.08.2020

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