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Bildungspolitik

Psychologenverband sieht sich in seinen Forderungen nach mehr Schulpsychologen bestätigt

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) begrüßt das gestern von der GEW vorgestellte Gutachten zur Situation der Schulpsychologie in Deutschland und in Niedersachsen sowie im internationalen Vergleich.

In dem von Prof. Rainer Dollase, Universität Bielefeld, erarbeiteten Papier wird in Anlehnung an internationale Standards eine Relation von einem Schulpsychologen für maximal 5.000 Schüler empfohlen. Für Niedersachsen nennt das Gutachten eine Relation von 1:30.000.

Die Empfehlung deckt sich mit der vom BDP seit Jahren erhobenen Forderung. Dollase spricht in diesem Zusammenhang von einer kritischen Mindestgröße.

Solange diese Größe nicht erreicht ist, so Stefan Drewes, Vorsitzender der Sektion Schulpsychologie im BDP, können Schulpsychologen nur einen Bruchteil der Aufgaben wahrnehmen, für die sie gedacht sind und Kompetenz besitzen: Ansprechpartner für Lehrkräfte, Schulleiter, Schüler und Eltern sein, und zwar nicht nur in Notfällen, sondern auch präventiv. Bei einer zu geringen Zahl bleiben Aufgaben, wie die Analyse von Belastungen am Arbeitsplatz Schule, Unterstützung der Lehrkräfte bei Überlastungen, Anti-Stress-Trainings, Gewaltprävention bisweilen auf der Strecke, weil die Kapazitäten gerade so für die akuten Problemfälle ausreichen.

In dem Gutachten von Dollase werden allein für Niedersachsen 250 Schulpsychologen empfohlen, die in einer orts- und schulnahen Organisationsform arbeiten.

Auch darin stimmt der BDP mit dem Gutachten überein. Bereits Anfang 2008 hatte der Verband sich speziell zur Lage in Niedersachsen geäußert und gegen Bestrebungen verwahrt, Schulpsychologen durch Beratungslehrer und Sozialarbeiter zu ersetzen. In den PISA-Siegerländern gebe es neben der viel größeren Zahl von Schulpsychologen auch Beratungslehrer. Niemand komme dort auf die Idee, die eine Berufsgruppe durch die andere zu ersetzen, da beide ganz unterschiedliche Kompetenzen einbringen und als schulische Unterstützungssysteme beide unverzichtbar sind, so die damals geäußerte und nach wie vor gültige Position des Psychologenverbandes. Zum gleichen Thema heißt es im gestern veröffentlichten Gutachten, Schulpsychologen, Lehrer, Beratungslehrer und Schulpädagogische Fachkräfte dürften aufgrund der Unterschiede ihrer Ausbildung und Aufgabe in den Schulen allerdings nicht gegeneinander aufgerechnet oder ausgetauscht werden.

Abschließend erklärte der Sektionsvorsitzende zu dem von der GEW präsentierten Gutachten "Jetzt ist auch durch ein wissenschaftlich fundiertes Gutachten belegt, was der BDP seit Jahren im Bereich Schulpsychologie fordert: Schulpsychologie ist ein unverzichtbarer Bestandteil zu Erhalt der Gesundheit von Lehrkräften, zur Prävention und zu Sicherung der Bildungschancen von Schülern. Um ein schulnahes Angebot zu gewährleisten muss eine angemessene Ausstattung sichergestellt werden. Dies haben andere Länder wie z.B. NRW und Baden-Württemberg verstanden. Beide Länder haben neue Stellen geschaffen. In NRW strebt die Schulministerin sogar einen weiteren Ausbau auf 1000 Schulpsychologen an."

Quelle: Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP)

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