Bildungspolitik / Sozialpolitik

Nationale Dekade: Anstrengungen bei Alphabetisierung fortsetzen

Eine Figur aus Holz hält ein Buch in den Händen und stellt einen lesenden Menschen dar
Bild: pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

In Deutschland können mehr als sechs Millionen Erwachsene nicht oder nur auf niedrigstem Niveau lesen und schreiben. Eine aktuelle Studie stellt allerdings einen positiven Trend fest – seit 2011 hat sich die Zahl der betroffenen Erwachsenen um 1,3 Millionen Menschen reduziert. Im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung fördert die Bundesregierung gemeinsam mit Ländern und weiteren Partnern gezielt Lese- und Schreibfähigkeiten bei Erwachsenen.

Das Bundeskabinett hat am 30. Oktober 2019 den aktuellen Stand in der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung erörtert. Dazu erklärte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek:

„Wir sind auf dem richtigen Weg, um die Lese- und Schreibfähigkeiten von Erwachsenen in Deutschland zu steigern. Das unterstreicht auch eine aktuelle Studie der Universität Hamburg. Die Zahl derjenigen Erwachsenen, die Schwierigkeiten mit der Schriftsprache haben, hat sich im Vergleich zu 2011 um 1,3 Millionen Personen reduziert. Wir dürfen mit unseren Anstrengungen aber nicht nachlassen. Denn noch immer gibt es in Deutschland mehr als sechs Millionen Erwachsene, die nicht oder nur auf niedrigstem Niveau lesen und schreiben können. Diese Menschen sind in Gefahr, den Anforderungen im Job oder im Alltag nicht genügen zu können.“  

Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland

Mit der Nationalen Dekade will das Bundesbildungsministerium auf das Problem aufmerksam machen, Hilfen anbieten und die Gesellschaft zur Hilfe motivieren. Dazu werden mit Unterstützung des BMBF innovative Modelle entwickelt und erprobt. Ein aktueller Schwerpunkt liegt darauf, Beschäftigte mit Alphabetisierungs- und Grundbildungsbedarf direkt am Arbeitsplatz zu erreichen. Das sei gut für die Sicherung des Jobs und könne zudem die Motivation für das Weiterlernen erhöhen.

„Außerdem informiert das BMBF in Fernsehen, Radio und Internet über Lern- und Beratungsangebote. Im Mittelpunkt stehen Erwachsene, die erfolgreich Lesen und Schreiben gelernt und dadurch für sich viel erreicht haben. Gerade diese Alltagsbeispiele zeigen mir, dass es sich für uns und die ganze Gesellschaft lohnt, hier die Anstrengungen fortzusetzen,“ betont Karliczek abschließend.

Nationale Dekade für Alphabetisierung

Die Dekade für Alphabetisierung dauert bis 2026. Rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können zwar Buchstaben, Wörter und einzelne Sätze lesen und schreiben, haben jedoch Mühe, einen längeren zusammenhängenden Text zu verstehen. Zu diesem Ergebnis kommt die „LEO-Studie 2018“ der Universität Hamburg, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert hat.

Alphabetisierung und Grundbildung sind elementare Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes und von Teilhabe geprägtes Leben. Kontinuierliche technische und strukturelle Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft stellen Menschen, die nur über gering ausgeprägte Schriftsprachkompetenzen verfügen, vor große Herausforderungen. Gleiches gilt auch für andere Grundkompetenzen, wie zum Beispiel den Umgang mit Zahlen oder digitalen Technologien.

Mit der „Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016–2026“ (AlphaDekade) wollen Bund, Länder und Partner im Zeitraum von 2016 bis 2026 die Lese- und Schreibfähigkeiten sowie Grundbildungskompetenzen Erwachsener in Deutschland verbessern. Weitere Informationen: www.alphadekade.de

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 30.10.2019

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