Bildungspolitik / Qualifizierung

Digitalisierung und Nachhaltigkeit künftig Pflichtprogramm für Auszubildende

Schüler sitzen und stehen in einem Unterrichtsraum mit Computern
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Bund, Länder, Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich darauf geeinigt, dass künftig Kompetenzen aus den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit in jedem Ausbildungsberuf vermittelt werden. Dieser Schritt soll zur Attraktivität der Berufsausbildung beitragen und Auszubildende gleichzeitig besser auf die Zukunft vorbereiten.

Bund, Kultusministerien der Länder, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften haben neue sogenannte Standardberufsbildpositionen für alle Ausbildungsberufe beschlossen.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: „Die Bewältigung der Corona-Krise und ihrer Auswirkungen dominiert aktuell unser aller Handeln. Das betrifft in weiten Teilen auch die berufliche Bildung. Trotzdem dürfen wir die Zeit nach der Krise nicht aus den Augen verlieren. Die Digitalisierung der Arbeitswelt und der Klimaschutz werden uns auch nach der Gesundheitskrise wieder stärker beschäftigen. Unternehmen brauchen auch in Zukunft gut qualifiziertes Personal, um die Herausforderungen der Digitalisierung und des Klimawandels meistern zu können.

Auszubildende besser auf die Zukunft vorbereiten

Deshalb wurden die Themen Digitalisierung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit ins Pflichtprogramm aller dualen Ausbildungen aufgenommen. Sie werden während der gesamten Ausbildungszeit gemeinsam mit den berufsspezifischen Fachkenntnissen vermittelt. Damit werden die Auszubildenden noch mehr auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet.
Ein Beispiel eines Bäckerlehrlings: Künftig ist in seiner Ausbildung fest verankert, wie er nachhaltige Produkte beim Backen verarbeitet und Backware umweltschonend und haltbar verpackt. Am Ende der Ausbildungszeit wird der Mindeststandard gemeinsam mit den Fachkenntnissen geprüft.

Karliczek betonte: „Mit diesem Schritt können wir auch dazu beitragen, die Ausbildung wieder attraktiver zu machen. Gerade junge Leute interessieren sich für Digitalisierung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Jetzt können wir ihnen sagen: Künftig trifft in jeder Ausbildung Anspruch auf Wirklichkeit.“

Um die Ausbildung nachhaltiger und digitaler zu gestalten, haben alle für berufliche Bildung Verantwortlichen – Bund, Kultusministerien der Länder, Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften – an einem Strang gezogen. Damit können die neuen Mindeststandards in allen Bereichen der Ausbildung vermittelt werden – sowohl im Betrieb als auch in der beruflichen Schule. Mit den neuen zukunftsträchtigen Mindeststandards zeige sich der Erfolg einer traditionsreichen Zusammenarbeit aller Akteure der beruflichen Bildung, so Karliczek.

Details zur Aktualisierung der Standardberufsbildpositionen

Als Standardberufsbildpositionen bezeichnet man Ausbildungsinhalte, die in allen dualen Ausbildungsberufen identisch sind. Sie werden während der gesamten Ausbildungszeit im Zusammenhang mit fachspezifischen Kompetenzen vermittelt und sind auch Gegenstand der Prüfungen. Sie sind als Mindestanforderungen in jedem einzelnen Ausbildungsberuf zu verstehen.

Auch bisher gab es Standardberufsbildpositionen, die aber inhaltlich nicht mehr auf dem neuesten Stand waren und deshalb modernisiert wurden. Dabei wurden vor allem die veränderten Qualifikationsanforderungen – bedingt durch die zunehmende Bedeutung von Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie den digitalen Veränderungsprozessen – in allen Ausbildungsberufen berücksichtigt.

In einer Arbeitsgruppe des Hauptausschusses beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), in der neben dem BMBF auch das Bundeswirtschaftsministerium, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, Länder (Kultusseite) und das BIBB selbst vertreten waren, wurden daher vier neue Standardberufsbildpositionen erarbeitet:

  • Umweltschutz und Nachhaltigkeit
  • Digitalisierte Arbeitswelt
  • Organisation des Ausbildungsbetriebs, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht
  • Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Die neuen Standards gelten für alle dualen Ausbildungsordnungen, die ab dem 01.08.2021 in Kraft treten. Im weiteren Verfahren plant die o.g. Arbeitsgruppe eine Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses an alle Betriebe, auch in Ausbildungsberufen, in denen die neuen Standards noch nicht verordnet sind, gleichwohl danach auszubilden.

Fördermittel für die Qualifizierung von Ausbilder(inne)n

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Qualifizierung von Ausbilderinnen und Ausbildern zu den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Nähere Informationen zu den verschiedenen Förderlinien:

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 30.04.2020

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