Kindertagesbetreuung / Qualifizierung

SOAL e.V. fragt: Wer bezahlt die Kita-Evaluation in Hamburg?

Eine Erzieherin kümmert sich beim Malen um viele Kinder.
Bild: © BENIS - Fotolia.com

Hamburgs Erzieherinnen und Erzieher brauchen keinen „Kita-TÜV“ sondern Arbeitsbedingungen, die entsprechende Qualität ermöglichen, heißt es in einer Mitteilung des alternativen Wohlfahrtsverbandes Sozial & Alternativ SOAL e.V. SOAL fordert vor Einführung die Klärung der Kostenübernahme durch die Freie Hansestadt Hamburg (FHH).

SOAL hat der Entwicklung und Einführung einer „externen Evaluation“ gemeinsam mit den Anbieterverbänden und Vereinigung zugestimmt. Denn: Die professionelle Arbeit der Pädagoginnen, Pädagogen und Träger sei es wert, öffentlich nachvollziehbar gemacht zu werden. Sie sei ein guter Beitrag zur Wertschätzung der im Bildungsort Kita tätigen Menschen. Dass die gemeinsam vereinbarte externe Evaluation nun als vom Tode auferweckter „Kita-TÜV“ durch die Presse geistere, bedürfe der Klarstellung. Ebenso die Aussage von Senator Scheele, dass die derzeit bereitgestellten Haushaltsmittel für Kindertagesbetreuung vollkommen ausreichend seien.

In diesem Zusammenhang erklärt SOAL:

  • SOAL hat der „externen Evaluation“ zugestimmt vorbehaltlich der noch offenen Frage, WER die Kosten für diese externe Evaluation in den Kindertagesstätten  übernimmt.
  • SOAL fordert in diesem Zusammenhang die Klärung, in welcher Weise die FHH auch Kosten für die Durchführung von Qualitätsentwicklungsverfahren übernimmt.
  • SOAL weist darauf hin, dass die Kosten der Einführung einer „externen Evaluation“ nicht zu Lasten des bereits jetzt unzureichenden Haushaltsbudgets für Kindertagesbetreuung gehen dürfen.
  • SOAL weist darauf hin, dass die Einführung der „externen Evaluation“ von allen Beteiligten bisher NICHT unter dem Aspekt der KONTROLLE sondern der TRANSPARENZ bereits bestehender Qualität geführt wurde.
  • SOAL weist erneut darauf hin, dass Qualität Rahmenbedingungen braucht, die Qualität überhaupt ermöglichen, beispielsweise: Vor- und Nachbereitungszeiten, zusätzliche Mittel für Fortbildungen und Personalausstattung, Qualitätsentwicklung usw.
  • SOAL hält es für unabdingbar, dass intensive Anstrengungen unternommen werden müssen, die strukturellen Bedingungen und Gesundheitsfürsorge für die ErzieherInnen in den Kindertagestätten erheblich zu verbessern. Der Senat muss seine Personalfürsorgepflicht wahrnehmen.

Bedauert werde, dass der öffentliche Auftritt von Senator Scheele in den Presseveröffentlichungen den Eindruck  hinterlassen habe, als sei es schlecht um die Qualität der Kindertagesbetreuung in Hamburg bestellt. Folge man dem Presseecho, dann solle „kontrolliert!“ und „fachlich fundiert geprüft!“ werden. Dann gehe es nur um Gesundheit, Ernährung, Beschwerdemanagement und den Übergang Kita-Schule. Hamburgs Kita-Pädagoginnen und Pädagogen begleiten Kinder und Eltern mit einer hohen Professionalität – darüber Transparenz herzustellen sei die eigentliche Bedeutung der „externen Evaluation“.

Quelle: Pressemitteilung Alternativer Wohlfahrtsverband Sozial & Alternativ SOAL e.V. vom 20.06.2013

Rückfragen zu dieser Meldung bitte an: Claus Reichelt Tel.: 040/432 584-10, oder Sabine Kümmerle Tel.: 0176/630 10 918; info@DontReadMesoal.de

Info-Pool