Kindertagesbetreuung / Migration

Siemens Stiftung macht START-Stipendiaten zu KIKUS-Mentoren

Kinder werden im Rahmen des KIKUS-Projektes sprachlich gefördert.
Bild: Siemens Stiftung Pressebild Grundlage des von der Siemens Stiftung geförderten KIKUS-Konzepts ist die gezielte Sprachförderung in der Kleingruppe.

Jugendliche mit Migrationshintergrund unterstützen Vorschulkinder beim Spracherwerb.

"START-Mentoren für KIKUS-Kinder" – so heißt das neue Programm, das die Siemens Stiftung und die START-Stiftung gemeinsam mit dem Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. (zkm) ins Leben gerufen haben. Ausgewählte Stipendiaten der START-Stiftung, ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, werden als Mentoren ausgebildet und mit der Sprachfördermethode KIKUS (Kinder in Kulturen und Sprache) vertraut gemacht. Mit diesem Wissen gerüstet unterstützen sie Kinder unterschiedlicher Herkunft in KIKUS-Kindertagesstätten dabei, Deutsch zu lernen. Dabei können die KIKUS-Kinder von den Erfahrungen ihrer Mentoren profitieren, denn auch diese sind Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Das Programm startet im November.

Den Auftakt des Projekts, das zunächst ein Jahr lang in Nordrhein-Westfalen und Hessen durchgeführt wird, bildete ein Workshop am 19. und 20. November in Frankfurt. Hier konnten sich die START-Stipendiaten mit den Prinzipien des Mentorings vertraut machen und über Themen wie Gruppenleitung, Verantwortung und den Umgang mit schwierigen Situationen diskutieren. Ein Tag war den Grundsätzen und Materialien des Sprachförderprogramms KIKUS gewidmet.

Robert Hasse, Geschäftsführer der START-Stiftung, erläutert: "Mit dem neuen Mentoring-Programm erwerben die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten Kompetenzen, die für ihre weitere Entwicklung – schulisch und beruflich – prägend und wichtig sind. Sie können eigene Erfahrungen an die Kinder weitergeben und ihnen so nicht nur beim Spracherwerb wichtige Hilfestellungen geben. Damit leben sie die Grundwerte des START-Stipendienprogramms – gute schulische Leistungen und soziales Engagement – im öffentlichen Raum der jüngeren Generation vor. Das Mentoring-Programm fungiert so als Bindeglied zwischen den Stiftungen und den Bildungseinrichtungen."

Gut gerüstet für ihr neues Ehrenamt können die Stipendiaten nun ihre Arbeit als Mentoren starten: Sie besuchen eine in der Nähe ihres Wohnortes ausgewählte KIKUS-Einrichtung in regelmäßigen Abständen und übernehmen dort Patenschaften für ein Kind oder eine Kleingruppe. Zu ihren Aufgaben gehört, mit den Kindern Deutsch zu sprechen und Deutsch zu üben, die Arbeit an ihrem Wortschatz sowie die Unterstützung bei den (KIKUS-)Hausaufgaben. "Wenn die Kinder mithilfe der KIKUS-Bildkarten Sätze hüpfen, lernen alle etwas dabei – auch die Mentoren", weiß Eva Kreissl, Projektleiterin im Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit.

"Eine frühe Sprachförderung schafft die Voraussetzung für eine gleichberechtigte und chancenreiche gesellschaftliche Teilhabe, die wir mit unseren Aktivitäten fördern wollen", so Ursula Gentili, Projektleiterin KIKUS bei der Siemens Stiftung. "Die Unterstützung des Projekts ´START-Mentoren für KIKUS-Kinder´ ist daher eine ideale Ergänzung unserer langjährigen Kooperation mit dem Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit."

Über die KIKUS-Methode


Gemeinsam spielen und singen und dabei systematisch eine Sprache lernen, dies ist das Grundkonzept von KIKUS. Die Methode ist speziell für die Anforderungen einer spielerischen Sprachförderung für Kinder ab drei Jahren entwickelt. Die kindliche Mehrsprachigkeit bildet dabei einen wichtigen Bestandteil: Über die angeleitete Eltern-Kind-Arbeit wird die Beschäftigung mit der Erstsprache des Kindes in der Familie angeregt. KIKUS wurde 1998 erstmals angewendet und kommt heute bereits in einer Vielzahl von Kindertagesstätten zum Einsatz. Bereits über 25.000 Kinder konnten auf diese Weise insgesamt gefördert werden.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

ENCOURAGE. empowering people. Die Siemens Stiftung will Menschen in die Lage versetzen, sich aktiv gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen und bezieht sich dabei ideell auf die Werte von Werner von Siemens. Gemeinsam mit Kooperationspartnern konzipiert und realisiert sie lokale sowie internationale Projekte mit der Zielsetzung, Eigenverantwortung und Selbständigkeit zu fördern. Die Stiftung engagiert sich in den Bereichen Ausbau der Grundversorgung und Social Entrepreneurship, Förderung von Bildung sowie Stärkung von Kultur. Sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und steht für verantwortungsvolle, wirkungsorientierte und innovative Projektarbeit. Im Rahmen dieses ganzheitlichen Ansatzes eröffnen die Beiträge zur Weiterentwicklung aktiver Kulturszenen Experimentierfelder für die Auseinandersetzung mit der Gegenwart.

Weitere Informationen unter www.siemens-stiftung.org

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das STARTS-chülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen über 100 Kooperationspartner das Programm – Stiftungen, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Seit 2007 führt die START-Stiftung gemeinnützige GmbH als Tochtergesellschaft der Hertie-Stiftung das Programm durch. Im Schuljahr 2011/2012 werden insgesamt rund 720 Schülerinnen und Schüler aus rund 80 Herkunftsländern gefördert. Zusammen mit den Stipendiaten, die bereits das Abitur abgelegt haben, profitier(t)en rund 1.400 Stipendiaten von dem Programm. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.

Mehr Informationen: www.start-stiftung.de

Quelle: Siemens-Stiftung

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