Kindertagesbetreuung / Bildungsforschung

Professionalisierung in der Frühpädagogik - Anspruch und Wirklichkeit der Kindertagesbetreuung

Mehrere junge Erwachsene stehen hintereinander in einer Reihe und machen "Daumen hoch"
Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

In der WIFF-Reihe "Perspektive Frühe Bildung" ist ein neuer Sammelband erschienen, der vielfältige Einblicke in das System der Kindertagesbetreuung und die Tätigkeiten der pädagogischen Fachkräfte liefert. Das im Beltz-Verlag erschienene Werk kann im Buchhandel bezogen werden.

Die Kindertagesbetreuung spielt für das Aufwachsen von Kindern mittlerweile eine ähnlich große Rolle wie die Schule. Nicht so in der empirischen Bildungsforschung. Dort kam die Frühe Bildung lange kaum vor.

Forschungsverbund untersucht Qualifizierungswege, Berufseinstieg und Arbeitsbedingungen

Zwischen 2011 und 2014 haben deshalb 16 Forschungsverbünde an 18 Universitäten, acht Hochschulen und drei Forschungseinrichtungen Qualifizierungswege, Berufseinstieg und Arbeitsbedingungen frühpädagogischer Fachkräfte untersucht. Sie wurden im Rahmen der Förderlinie "Ausweitung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte" (AWiFF) mit insgesamt 7,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Der Sammelband "Forschungsperspektiven auf Professionalisierung in der Frühpädagogik" bündelt Ergebnisse der Förderlinie erstmals in einer Veröffentlichung.

Theoretische Ansprüche und pädagogische Wirklichkeit liegen noch weit auseinander

Die Beiträge geben vielfältige Einblicke in das System der Kindertagesbetreuung und die Tätigkeiten der pädagogischen Fachkräfte. Die Qualität ihrer Arbeit gilt als Schlüssel zum Ausbau der Kita als Bildungsort. Breit gefächert sind die methodischen Zugänge: Sie reichen von bundesweiten Befragungen, Interviews und Dokumentenanalysen bis hin zu Audio- und Videoaufnahmen typischer Kita-Situationen. "Die empirischen Analysen liefern eine differenzierte Momentaufnahme zum Stand der Modernisierung in der Kindertagesbetreuung", sagt Professorin Dr. Anke König. "Die gewonnenen Daten machen aber auch deutlich, dass die theoretisch formulierten Ansprüche an das Arbeitsfeld und die pädagogische Wirklichkeit noch weit auseinander liegen." Die Leiterin der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) ist Herausgeberin des Bandes gemeinsam mit Dr. Hans Rudolf Leu und Professorin Dr. Susanne Viernickel.

Der in der WiFF-Reihe "Perspektive Frühe Bildung" im Beltz Juventa Verlag erschienene Sammelband ist in drei Teile gegliedert:

  • Teil A: Didaktik, Studienformate und Arbeitsmarkt beschäftigt sich mit Konzepten und Inhalten frühpädagogischer Ausbildung. Darüber hinaus wird analysiert, wie Nachwuchskräfte in den Arbeitsmarkt einmünden.

  • Teil B: Reflexion, Qualität und Arbeitsbedingungen thematisiert Rahmenbedingungen in der Kita, die pädagogische Praxis der Fachkräfte sowie deren Fähigkeit, ihr Handeln zu reflektieren.

  • Teil C: Leitung, Weiterbildung, Fachberatung und Träger richtet den Fokus auf Funktionsstellen und deren Bedeutung für das Berufsfeld.

Hintergrund:

Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) verfolgt das Ziel, die Elementarpädagogik als Basis des Bildungssystems zu stärken. Schlüssel dazu ist die Professionalisierung der Fachkräfte. WiFF bietet Zugänge zu wissenschaftsbasiertem Wissen für das Feld der Kindertageseinrichtungen und beobachtet den Prozess der Professionalisierung anhand empirischer Forschung. WiFF ist ein Projekt des Bundeministeriums für Bildung und Forschung, der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Jugendinstituts und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Weitere Informationen: www.weiterbildungsinitiative.de

Quelle: Pressemitteilung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte vom 24.07.2015

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