Kindertagesbetreuung / Sozialforschung

Potenziale der Frühen Bildung nutzen – DJI zieht Zwischenbilanz zum Kita-Ausbau

Ein Mädchen in der Kita tanzt, auf dem Boden liegen bunte Federn
Bild: mike fox - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

In zehn Thesen zieht das Deutsche Jugendinstitut (DJI) eine Zwischenbilanz und benennt zentrale Herausforderungen zum Kita-Ausbau in Deutschland. In der neu erschienenen Ausgabe des Forschungsmagazins Impulse sieht DJI-Direktor Thomas Rauschenbach die Qualität der Kindertagesbetreuung trotz des „Gute-Kita-Gesetzes“ bedroht. Es wurden bereits erstaunliche Erfolge erzielt, doch nach wie vor bestehe beträchtlicher Handlungsbedarf.

Aufgrund von Geburtenanstieg, Zuwanderung und steigender Nachfrage werden bis zum Jahr 2025 zusätzlich etwa 740.000 Betreuungsplätze für Kinder bis zur Einschulung benötigt, zeigen Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Damit werden in den kommenden Jahren mehr neue Plätze gebraucht als im vergangenen Jahrzehnt bereits erfolgreich geschaffen wurden. Gleichzeitig wollen Bund, Länder und Kommunen die Qualität der Betreuungsangebote erhöhen.

„Die finanziellen Herausforderungen können in den Zuständigkeiten im derzeitigen Föderalismus allein nicht mehr angemessen gelöst werden“, warnt Thomas Rauschenbach in der neu erschienenen Ausgabe des Forschungsmagazins DJI Impulse. Angesichts des anhaltenden Ausbaubedarfs drohe die von allen Seiten befürwortete Qualitätsoffensive in den Hintergrund zu rücken. In zehn Thesen zieht Rauschenbach gemeinsam mit seiner Co-Autorin und DJI-Expertin für Frühe Bildung, Christiane Meiner-Teubner, Zwischenbilanz zum Ausbau der Frühen Bildung in Deutschland.

Erstaunliche Erfolge, beträchtliche Herausforderungen

Forscherinnen und Forscher sind sich weitgehend einig: Frühe Bildung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern und deren Kompetenzen. In den vergangenen Jahren verstärkte die Politik ihre Anstrengungen in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung; beispielhaft zu nennen ist der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr und das „Gute-Kita-Gesetz“.

Doch nach wie vor besteht Handlungsbedarf – nicht nur beim Ausbau der Plätze, sondern auch bei der Qualität von Kitas sowie der individuellen Förderung von Kindern. Wie lassen sich die Potenziale der Frühen Bildung ausschöpfen? Inwieweit trägt sie zu mehr Chancengerechtigkeit bei? Wie kann die Qualität der Bildungs- und Betreuungsangebote kontrolliert und erhöht werden? Und was ist mit Blick auf die nicht ganz aufgeklärte Fluktuation pädagogischer Fachkräfte zu tun? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der verschiedenen wissenschaftlichen Analysen in der DJI-Impulse-Ausgabe mit dem Titel „Frühe Bildung: Bilanz und Perspektiven für Deutschland“.

Forschungsmagazin „DJI Impulse“

Das Forschungsmagazin „DJI Impulse“ berichtet allgemein verständlich über die wissenschaftliche Arbeit am DJI, einem der größten sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitute in Deutschland. Regelmäßig informieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über relevante Themen aus den Bereichen Kindheit, Jugend, Familie und Bildung. Alle Ausgaben können kostenlos bestellt, heruntergeladen oder abonniert werden.

Die zehn Thesen zum Kita-Ausbau von Thomas Rauschenbach und Co-Autorin Christiane Meiner-Teubner stehen auch online beim Deutschen Jugendinstitut zur Verfügung.

Dort findet sich auch die Impulse-Ausgabe 1/2019: Frühe Bildung. Bilanz und Perspektiven für Deutschland (PDF 6,3 MB).

Quelle: Deutsches Jugendinstitut e.V. vom 11.07.2019

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