Kindertagesbetreuung / Migration

Kindertageseinrichtungen in Hessen: U3-Ausbau sowie Anteil der Kinder mit ausländischen Wurzeln steigt

Kinder mit ihrer Erzieherin auf einem Ausflug
Bild: stock.xchng

Die Zahl der betreuten Kinder unter 3 Jahren stieg im März 2017 gegenüber dem Vorjahr um 3.372. Dies waren 6,7 Prozent mehr als im März 2016. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, setzte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Der Betreuungsausbau von unter 3-Jährigen erfolgte vor allem in Tageseinrichtungen (plus 2.613). Von den Kindern unter 14 Jahren, die im März 2017 in hessischen Einrichtungen betreut wurden, hatten 41,6 Prozent mindestens einen Elternteil, der aus dem Ausland stammte.

Insgesamt wurden in Hessen 53.406 Kinder unter 3 Jahren betreut. Sie verteilten sich zu gut 84 Prozent auf die Tageseinrichtungen (44.984) und zu 16 Prozent (8.422) auf die öffentlich geförderte Kindertagespflege. Einige Kinder (62) wurden sowohl in einer Tageseinrichtung als auch bei einer Tagesmutter oder Tagesvater betreut.

Anstieg der betreuten unter 3-Jährigen in fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten

In fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten sowie in den Sonderstatusstädten (kreisangehörige Städte mit über 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern) erhöhte sich die Anzahl der betreuten Kinder. Den höchsten Anstieg wies die Stadt Frankfurt am Main mit 564 zusätzlich betreuten Kindern auf. Prozentual stieg die Anzahl der betreuten Kinder gegenüber März 2016 mit jeweils 15 Prozent im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und im Schwalm Eder-Kreis am stärksten. In der kreisfreien Stadt Offenbach am Main und im Main-Taunus-Kreis wurden geringfügig weniger Kinder betreut.

Regional große Unterschiede in der Verteilung

Auch bei der Verteilung auf Tageseinrichtungen und Tagespflege zeigen sich regional große Unterschiede. In Hessen wurden im Durchschnitt 16 Prozent der Kinder in Kindertagespflege betreut. Die Stadt Hanau deckte ihren Bedarf für unter 3-Jährige relativ häufig durch Tagesmütter oder Tagesväter (32 Prozent), d. h. 68 Prozent der Kinder werden in Tageseinrichtungen betreut. In Marburg lag der Anteil der Tagespflege bei 28 Prozent, gefolgt vom Landkreis Bergstraße und dem Landkreis Kassel mit jeweils 25 Prozent sowie Darmstadt mit 21 Prozent und der Stadt Offenbach am Main mit 19 Prozent. Im Landkreis Limburg-Weilburg wurden die unter 3-Jährigen zu 2 Prozent durch Tagespflegemütter oder Tagespflegeväter und zu 98 Prozent in einer Tageseinrichtung betreut.

Hinweis: Gegenstand der Erhebung des Hessischen Statistischen Landesamts ist die Inanspruchnahme der Kindertagesbetreuung, d. h. es werden nur die tatsächlich betreuten Kinder berücksichtigt. Eine Betreuungsquote kann zurzeit nicht ermittelt werden, da die benötigten Bevölkerungszahlen nicht verfügbar sind. Wegen der hohen Zuwanderung in 2016 kann es zu erheblichen Veränderungen der Einwohnerzahlen insbesondere in den einzelnen Altersjahren kommen. Daher wird auf eine Berechnung mit den Einwohnerzahlen aus dem Vorjahr verzichtet.

Vier von zehn Kindern mit ausländischen Wurzeln

Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, stieg der Anteil der Kinder mit ausländischen Wurzeln gegenüber März 2016 um 0,1 Prozentpunkte.

Von den Kindern unter 14 Jahren, die im März 2017 in hessischen Kindertageseinrichtungen betreut wurden, hatten 41,6 Prozent mindestens einen Elternteil, der aus dem Ausland stammte (Migrationshintergrund). Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, stieg der Anteil der Kinder mit ausländischen Wurzeln gegenüber März 2016 um 0,1 Prozentpunkte. Seit 2006, dem 1. Jahr der Erhebung, ist ein kontinuierlicher Anstieg der Migrationsquote von 33,1 auf 41,6 Prozent zu verzeichnen.

Höchster Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund in Rüsselsheim

Regional unterschieden sich die Migrationsquoten sehr stark. Mit knapp 63 Prozent hatte die kreisfreie Stadt Offenbach am Main im Jahr 2017 unter den Landkreisen und kreisfreien Städten den höchsten Anteil und der Werra-Meißner-Kreis mit 18 Prozent den niedrigsten. Alle kreisfreien Städte wiesen überdurchschnittlich viele Kinder mit Migrationshintergrund auf. Die Anteile in den Landkreisen – mit Ausnahme der Landkreise Groß-Gerau und Offenbach – lagen unter dem Landesdurchschnitt. Die Sonderstatusstädte (kreisangehörige Städte mit über 50 000 Einwohnerinnen und Einwohnern) weisen bis auf die Stadt Marburg ebenfalls hohe Migrationsquoten auf. Besonders hoch war der Anteil in Rüsselsheim mit knapp 65 Prozent. Das war der höchste Wert in Hessen.

Niedrigste Migrationsquote (32 Prozent) bei den Kindern unter 3 Jahren

Der Anteil der Kinder mit ausländischen Wurzeln variierte auch in Abhängigkeit vom Alter der Kinder. So hatte fast jedes dritte unter 3-jährige Kind mindestens einen aus dem Ausland stammenden Elternteil. Im Alter zwischen 3 bis unter 7 Jahren hatten 43 Prozent der Kinder ausländische Wurzeln. Bei den älteren Kindern, von 7 bis unter 14 Jahren, waren es knapp 49 Prozent.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 04.09.2017 und 18.09.2017

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