Kindertagesbetreuung

GEW: „Nicht am Rechtsanspruch auf Krippenplatz rütteln!“

Kochtopf auf Herd
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Frankfurt a.M. - Die familienpolitischen Leistungen des Bundes müssen auf Ausbau und Qualität der Infrastruktur für Kinder konzentriert werden. Darauf hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Blick auf die anhaltende Debatte über den Ausbau der Tageseinrichtungen für unter dreijährige Kinder und das so genannte Betreuungsgeld hingewiesen.

„Kinder brauchen für ihre Entwicklung, insbesondere für die sprachliche Bildung und das Erlernen sozialer Kompetenzen, eine systematische und professionell begleitende Unterstützung. Am gesetzlich verankerten Ausbauplan für Kindertagesstätten darf nicht gerüttelt werden. Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz vom 1. Lebensjahr an muss zum 1. August 2013 kommen“, sagte Norbert Hocke, für Jugendhilfe und Sozialarbeit verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, am Donnerstag in Frankfurt a.M..
 
„Wir können es uns nicht leisten“, betonte Hocke, „aus ideologischen Gründen Familien dafür zu belohnen, dass sie Kinder von Bildungs- und Erziehungsangeboten fernhalten. Die Herdpärmie muss endlich vom Tisch.“ Wenn die CSU das nur noch von ihr geforderte Betreuungsgeld durchdrückt, wäre dies für die politische Kultur in Deutschland ebenso verheerend wie die von der FDP durchgesetzte Ermäßigung der Umsatzsteuer für Hoteliers. „Die Regierung finanziert einer Regional-Partei einen Erfolg, um sie bei Laune zu halten. In der Bevölkerung erntet sie damit nur Kopfschütteln“, sagte Hocke. „Eine Politik, die den Ausbau der Kindertagesstätten und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen angeblich nicht finanzieren kann, aber Hunderte Millionen Euro für ein Betreuungsgeld verplempert, ist unglaubwürdig.“

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

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