Positionspapier

Fachkraftkataloge kontrolliert öffnen – Kita-Profile erweitern

Kleinkind sitzt in Sandkasten und spielt mit Eimern
Bild: rawpixel.com   Lizenz: CC0 / Public Domain eigene Arbeiten

Der Verband katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) - Bundesverband fordert dazu auf, die Fachkraftkataloge der Länder nicht nur für pädagogische, therapeutische oder sozialpflegerische Berufe zu öffnen, sondern auch Personen aus nichtpädagogischen Berufsfeldern mit einer akademischen oder nichtakademischen Qualifikation in den Blick zu nehmen.

In seinem dazu veröffentlichten Positionspapier begründet der Verband diese Auffassung und formuliert konkrete Forderungen an die Verantwortlichen für das Arbeitsfeld.

Profil von Kindertageseinrichtungen erweitern

„Kindertageseinrichtungen sind heute für viele Kinder Lebensorte, an denen sie sich immer länger aufhalten. Deswegen ist es notwendig, neben den klassischen Bildungsanlässen auch Alltagssituationen und Erfahrungsräume in die Einrichtungen hereinzuholen, die Kinder im häuslichen Umfeld nicht mehr unbedingt erleben", betont Clemens Bieber, Vorsitzender des KTK-Bundesverbandes. „Damit Kitas den Interessen und Bedarfen von Kindern entsprechen können ist es erforderlich, dass neben Erzieherinnen und Erziehern auch Menschen in Kitas arbeiten, die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation Kompetenzen mitbringen, die das Profil von Kindertageseinrichtungen erweitern, so der Würzburger Domkapitular. Nach Ansicht der stellvertretenden Vorsitzenden Mirja Wolfs ist es dafür unerlässlich, dass diese Fachkräfte über eine persönliche Eignung verfügen und eine pädagogische Basisqualifikation erwerben.

Erweiterung in Projekten mit wissenschaftlicher Begleitung erproben

Für den KTK-Bundesverband sind erweiterte Teamprofile in Kindertageseinrichtungen eine Antwort auf die vielfältigen Herausforderungen, denen die Fachkräfte angesichts der zunehmenden Bedeutung des Lebens- und Bildungsortes Kita, der demografischen Entwicklung und des Fachkraftbedarfs gegenüberstehen. Der KTK-Bundesverband fordert dazu auf, die Zusammenarbeit von pädagogischen Fachkräften mit qualifizierten, profilerweiternden Mitarbeitenden in Projekten mit wissenschaftlicher Begleitung zu erproben. Ziel dieser Projekte muss es sein, verbindliche Bedingungen für eine entsprechende Weiterentwicklung der Personalkonzepte von Kindertageseinrichtungen zu definieren.
Dazu gehören unter anderem eine kontrollierte Öffnung der Fachkraftkataloge, die Überarbeitung des Tarifsystems durch die Tarifpartner und die Anpassung der Kita-Gesetze der Länder.

Um das Thema fachpolitisch zu etablieren, hat der KTK-Bundesverband die Position „Erweiterte Teamprofile in Kindertageseinrichtungen. Vielfalt professionell gestalten" veröffentlicht.

Der KTK-Bundesverband ist ein Fachverband des Deutschen Caritasverbandes. In ihm sind rund 8.000 katholische Kindertageseinrichtungen mit über 106.000 pädagogischen Fachkräften organisiert.

Quelle: Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) - Bundesverband e.V.  vom 23.02.2021

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