Kindertagesbetreuung / Familienpolitik

AWO fordert Abschaffung der Kita-Gebühren

Der Zaun eines Kindergartens ist bunt bemalt.
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Um allen Kindern gleiche Entwicklungschancen zu ermöglichen, fordert die Arbeiterwohlfahrt (AWO) eine bundesweite Abschaffung der Kita-Gebühren. Darüber hinaus setzt sich die AWO für ein Bundesqualitätsgesetz für Kitas ein.

"Zu hohe Gebühren und fehlende oder zeitlich nicht passende Plätze halten viele Eltern davon ab, ihre Kinder in Kitas betreuen zu lassen", erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts der Zahlen zu den Betreuungsgeldbeziehenden. Demnach ist deren Zahl gestiegen. Der schnelle Ausbau an Betreuungsplätzen hat die Kommunen viel Geld gekostet, das sich nun viele durch höhere Kitagebühren zurückholen müssten. Für Stadler gibt es nur eine Lösung: "Die Kita-Gebühren müssen überall abgeschafft werden. Deshalb muss sich der Bund dauerhaft an den Kosten der Kinderbetreuung beteiligen. Nur so haben alle Kinder unabhängig vom Wohnort oder dem Portemonnaie ihrer Eltern, die gleichen Entwicklungschancen."

Darüber hinaus setzt sich die AWO für ein Bundesqualitätsgesetz für Kitas ein.  "Gute Tageseinrichtungen für Kinder können ihre Entwicklung gerade in den ersten Lebensjahren umfassend und nachhaltig fördern – allerdings nur dann, wenn sie personell und räumlich entsprechend ausgestattet sind. Sind keine guten Betreuungsverhältnisse gegeben, können die Einrichtungen ihren Möglichkeiten und den berechtigten Erwartungen der Eltern nicht gerecht werden", erklärt Stadler. Die AWO lehnt das Betreuungsgeld auch deshalb ab, da es alte Rollenbilder zementiert. Es setzt falsche Anreize und hält Frauen von ihrer beruflichen Entwicklung ab. Dass laut dem Statistischen Bundesamt 95 Prozent der Betreuungsgeldbeziehenden Frauen sind, beweist dies deutlich.

Quelle: AWO Bundesverband e.V. vom 13.04.2015

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