Kindertagesbetreuung / Gender

1.213 Männer arbeiten als Erzieher in sächsischen Kitas

ein Mann steht mit mehreren Ordnern in der Hand in einer Kindertagesstätte
Bild: © Franck Boston- Fotolia.com

„Unser Ziel ist es, den Männeranteil in sächsischen Kitas weiter zu erhöhen“, erklärte Kultusministerin Brunhild Kurth, die heute, am 20. März 2013, im Vorfeld des bundesweiten Aktionstages „MEHR Männer in Kitas“ am 27. März 2013 die Kindertageseinrichtung Biopolis in Dresden besucht hat.

Um noch mehr männliche Fachkräfte in den 2.800 Kindertageseinrichtungen beschäftigen zu können, ist Sachsen am Bundesprojekt „MEHR Männer in Kitas“ beteiligt. Im Rahmen dieses Programms entwickelt der Paritätische Wohlfahrtsverband (Landesverband Sachsen) in zehn Kindertageseinrichtungen aus dem Erzgebirgskreis modellhafte Strategien. So wurde in diesem Landkreis eine umfangreiche Werbekampagne gestartet. Die Informationen zum Erzieherberuf sind dabei direkt auf die Bedürfnisse der jungen Männer abgestimmt.

Auf der Homepage www.werde-erzieher.de, im Youtubekanal und auf Facebook sind clevere Werbe-Comicfilme platziert. Weiterhin werden eine Plakataktion, die Werbung in und an Bussen des regionalen Nahverkehrs und die aktive Beteiligung am Boys Day und an verschiedenen Berufsorientierungsmessen folgen. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus diesem Projekt sind dann für ganz Sachsen nutzbar.

Die Ministerin machte zudem darauf aufmerksam, dass sich in ganz Sachsen immer mehr Männer für den Erzieherberuf interessieren. „Rund 1.213 Männer arbeiten in Krippen, Kindergärten und Horten. Das sind 4,4 Prozent aller 27.826 Erzieher und damit rund vier Mal so viele wie noch vor sieben Jahren“, so Kurth, die sich über diesen Trend freute. Im Jahr 2006 lag die Quote der Männer noch bei 1,65 Prozent (321 männliche Erzieher). Auch die Anzahl der männlichen Fachschüler steigt kontinuierlich. In diesem Jahr haben 441 Männer ihre Erzieherausbildung begonnen. Das sind fünf Mal so viele wie noch vor sieben Jahren. Auch bei dem vom Freistaat initiierten Quereinstiegsprogramm für Arbeitslose befinden sich unter den 106 Teilnehmern, 40 Männer. Sie können im Sommer eine berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher beginnen, nachdem sie die knapp sechsmonatige Vorbereitungsphase in einer Kita erfolgreich absolviert haben.

„Mit einem Männeranteil von 36 Prozent ist die Kindertageseinrichtung Biopolis ein gutes Beispiel dafür, dass der Erzieherberuf nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer attraktiv ist“, so die Ministerin. Neben neun Erzieherinnen begleiten hier insgesamt fünf Erzieher die Kinder durch ihren Spiel- und Bildungsalltag. „In erster Linie profitieren die Kinder von einem gemischten Erzieherkollektiv. Sie können zwischen männlichen und weiblichen Bezugspersonen wählen und kommen in den Genuss der verschiedenen pädagogischen Angebote. Männer bereichern aber nicht nur den Alltag der Kinder, sondern ihr Einsatz wirkt sich auch positiv auf das gesamte Team aus“, betonte Kurth.

Weitere Informationen zur Kita Biopolis sind abrufbar unter: www.sozialakademie.info/biopolis.html

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus vom 20.03.2013

Info-Pool