Jugendsozialarbeit

U-Haftvermeidungsgruppe der LVR-Jugendhilfe Vorbild für die Niederlande

Delegation des niederländischen Justizministeriums besucht U-Haftvermeidungsgruppe der LVR-Jugendhilfe.

Um die Zeit zwischen Verhaftung und Verurteilung straffälliger Jugendlicher sinnvoll pädagogisch zu nutzen bietet die LVR-Jugendhilfe Rheinland im Solinger Halfeshof das Intensivangebot „Die Chance" an. Nach einem entsprechenden Gerichtsbeschluss haben Jugendliche in dieser speziellen Gruppe die Möglichkeit, die Phase bis zum rechkräftigen Verfahrensabschluss außerhalb ihres bisherigen Lebenskontextes zu verbringen und gleichzeitig den oftmals negativen Einflüssen der Untersuchungshaft zu entgehen. In dieser Zeit kann überdies an der Entwicklung einer realistischen straffreien Perspektive für die Jugendlichen gearbeitet werden.

Nun hat eine Delegation des niederländischen Justizministeriums unter Leitung von Frau Fleur Baeten und Arie Kerkman, dem Inhaftiertenbetreuer des Generalkonsulates des Königsreiches der Niederlande, den Solinger Halfeshof besucht um sich über das Haftvermeidungsprojekt zu informieren. Hintergrund sind Überlegungen, ob in den Niederlanden straffälligen Jugendlichen ein ähnliches Angebot gemacht werden kann. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von den vorgefundenen fachlichen und pädagogischen Standards.

Peter Möller, LVR-Landesjugendamt: „Mit der Haftvermeidungsgruppe geben wir den Jugendlichen eine letzte Chance, oftmals mit großem Erfolg. Daher freuen wir uns natürlich, wenn dieses gute Projekt Schule macht."

Im Haftvermeidungsprojekt „Die Chance", werden seit Juni 2006 männliche jugendliche Straftäter auf Grundlage der §§ 71/72 Jugendgerichtsgesetz („Vermeidung und Verkürzung von U- Haft") betreut. Die pädagogische Arbeit orientiert sich an verhaltentherapeutischen Grundsätzen. Dies bedeutet, dass den Jugendlichen der Zusammenhang zwischen eigenem Verhalten und Reaktionen der Umwelt erlebbar gemacht wird.

Quelle: Landschaftsverband Rheinland - Landesjugendamt

 

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