Jugendsozialarbeit / Sozialpolitik

Sachsen-Anhalt: Assistierte Ausbildung hilft beim Start ins Berufsleben

Mann und junge Frau stehen in Küche vor Kochtöpfen
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Das Programm "Zukunftschance assistierte Ausbildung" (ZaA) hilft Jugendlichen mit Förderbedarf beim Start ins Arbeitsleben. Finanziert wird es zu 51 Prozent durch das Land aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds – hierfür stehen bis 2021 zwölf Millionen Euro zur Verfügung – und zu 49 Prozent aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit.

Drei der landesweit 243 Plätze, die in diesem Jahr zur Verfügung stehen, bietet die Salzwedler Baumkuchen GmbH an. Hier lernen zwei angehende Bäcker und eine Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk. Sozialministerin Petra Grimm-Benne, der Vizepräsident der Handwerkskammer Magdeburg, Adelbert Neuling, und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stendal, Markus Nitsch, informierten sich vor Ort. Sozialministerin Petra Grimm-Benne spricht von einem beispielgebenden Projekt, bei dem Land, Handwerkskammer, Arbeitsagentur und Unternehmen gut zusammen wirken: "Hier werden wirklich Zukunftschancen eröffnet."

Bundesweit einmalige Kooperation

Adelbert Neuling, Vizepräsident der Handwerkskammer Magdeburg, lobt insbesondere die Begleitung der Unternehmen im Rahmen des Projektes: "Vor allem die kleineren Handwerksbetriebe haben zunehmend das Problem ihre Ausbildungsstellen nicht besetzen zu können. Daher ist es wichtig, auch die Potenziale der Jugendlichen zu nutzen, die nicht von Anfang an die besten Voraussetzungen für die betriebliche Ausbildung mitbringen. Durch die Assistierte Ausbildung bekommen unsere Betriebe einen erfahrenen und kompetenten Ansprechpartner an die Seite, der sich um die individuellen Problemlagen der Jugendlichen kümmert. Dies ermöglicht es  v.a. den kleineren Betrieben, die personell häufig nicht in der Lage sind den erhöhten Betreuungsaufwand aufzufangen, sich auf die Ausbildung von Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf einzulassen, um sich so ihre zukünftigen Fachkräfte zu sichern."

"Als Gründe für Ausbildungsabbrüche werden von jungen Menschen am häufigsten das Betriebsklima und Kommunikationsprobleme benannt. Durch die kontinuierliche Unterstützung der Jugendlichen während der gesamten Ausbildung werden diese Probleme frühzeitig erkannt und Ausbildungsabbrüche vermieden", so die Einschätzung von Markus Nitsch.

Das Programm unterstützt bei der Einmündung in die betriebliche Ausbildung, zudem würden der Ausbildungsbetrieb und der Auszubildende auch während der gesamten Ausbildungszeit durch einen Bildungsträger begleitet.

Aufgenommen werden können Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahre, die lernbeeinträchtigt  oder sozial benachteiligt sind, und die eine Berufsausbildung in einem Betrieb ohne diese besondere Unterstützung nicht beginnen, fortsetzen oder erfolgreich beenden könnten. Das Programm richtet sich aber auch an junge Alleinerziehende oder Personen, die Angehörige pflegen und daher besondere Unterstützung brauchen. Grimm-Benne: "2017 wird es in gleicher Größenordnung weitergehen. Es können erneut über 200 Auszubildende unterstützt werden."

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt vom 24.02.2017