Jugendsozialarbeit

Katholische Jugendsozialarbeit feiert 60-jähriges Bestehen

Luftballons steigen in die Luft
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Seit sechzig Jahren ist die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V. aktiv im Kampf um die Rechte junger Menschen. "Junge Menschen teilhaben lassen und in ihrem Selbstbestimmungsrecht stärken" – das sind die zentralen Herausforderungen für die Zukunft und den neugewählten Vorstand.

Am Dienstag, dem 18. November 2014, feierte die BAG KJS ihr 60-jähriges Bestehen. Neben Gästen aus Verbänden und Vereinen gratulierten Caren Marks MdB (Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und Weihbischof Johannes Wübbe (Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz DBK) der Katholischen Jugendsozialarbeit zu ihrer erfolgreichen Arbeit der letzten sechs Jahrzehnte.

Weihbischof Wübbe bezeichnete die Katholische Jugendsozialarbeit als unverzichtbaren Teil der Jugendpastoral der katholischen Kirche in Deutschland: "Die Katholische Jugendsozialarbeit arbeitet mit Partnern zusammen, um für Menschen ein möglichst engmaschiges Netz zu knüpfen, das Halt zu verbieten mag, durch das Menschen eben nicht wie in vielen anderen Fällen durchfallen", hob Wübbe hervor.

Die Staatssekretärin Marks zog eine Verbindung der Herausforderungen der Gründungszeit der BAG KJS zu heute. Die vielfältigen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt machten deutlich, dass die Wohlfahrtsverbände auch gerade heute vor großen Herausforderungen stünden. Diese seien nicht so weit entfernt von dem, was damals zur Gründungszeit der BAG KJS geleistet werden musste. Die Zahl der Flüchtlinge nehme zu. Dabei seien ein Drittel er Flüchtlinge Kinder und Jugendliche. Marks forderte besonders Engagement für diese jungen Menschen, Die Katholische Jugendsozialarbeit könne da vieles leisten. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die berufliche und soziale Integration entwurzelter und oft traumatisierter junger Menschen besonders wichtig ist, um in der neuen Welt zurecht zu kommen", erläuterte die Staatssekretärin. "Hier kann die Jugendsozialarbeit einen wesentlichen Beitrag leisten."

Die starken und lebendigen katholischen Verbände,  die engagierten Fachkräfte und Ehrenamtlichen bauten nach dem Krieg die Jugendgemeinschaftswerke für die Millionen junger Flüchtlinge und Waisen auf – als Wurzeln der jetzigen Jugendsozialarbeit. Die vielfältigen katholischen Organisationen mit markanten Persönlichkeiten wie Karl Hugo Breuer prägten gemeinsame Strukturen, wie sie sich bereits 1949 mit der Gründung der Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendaufbauwerk (BAG JAW) manifestiert haben.  Heute übernimmt  die BAG KJS im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit zusammen mit sechs anderen bundeszentralen Organisationen Verantwortung. An dessen Gründung, dem Aufbau und der gelingenden Zusammenarbeit war sie engagiert beteiligt.

Katholische Jugendsozialarbeit wählt neuen Vorstand

Im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung beschloss die BAG KJS strukturelle Änderungen, um für die künftigen Herausforderungen gut aufgestellt zu sein.. Die Amtszeit des bisherigen Vorstands läuft aus. Die bisherigen Vorstandmitglieder kandidierten zur Wiederwahl.

Simon Rapp, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig als Vorsitzender im Amt bestätigt. Im Amt der stellvertretenden Vorsitzenden bestätigt wurde Marion Paar vom Deutschen Caritasverband. Paar setzt sich schwerpunktmäßig für eine engere Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Unternehmen ein. Als Stellvertreter wiedergewählt wurde auch Michael Kroll, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit Bayern (LAG KJS Bayern). Dem Landesvertreter ist es ein besonders Anliegen, dass sich die föderale Struktur auch auf Bundesebene widerspiegelt.

Erstmalig wurde am Mittwoch, dem 19. November 2014, ein aus bundeszentralen Organisationen und Landesarbeitsgemeinschaften paritätisch besetzter Vorstand gewählt. Nach beschlossener Satzungsänderung wählte die Mitgliederversammlung Klaus Sommer, Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit Baden-Württemberg, als viertes Vorstandsmitglied. Sommer tritt als Einrichtungsleiter des Förderbandes Mannheim besonders für kontinuierliche Unterstützung gegenüber projektbezogener Kurzzeitförderung ein.

Weiter gegen Jugendarmut und ungleiche Bildungschancen

Der neue Vorstand betonte nach seiner Wahl, die wichtigste Aufgabe sehe er in der Interessenvertretung benachteiligter junger Menschen in Staat, Kirche und Gesellschaft. Jugendarmut und Bildungsungerechtigkeit wollen Rapp, Paar, Kroll und Sommer weiter bekämpfen. "Durch die Chancenungerechtigkeit in Schule und Ausbildung verfestigen sich Armutsverhältnisse. Die betroffenen Jugendlichen werden von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen. Damit muss Schluss sein", sagt Pfarrer Simon Rapp.

Die Katholische Jugendsozialarbeit fordert daher

  • die gesetzliche Verankerung einer Ausbildungsgarantie,
  • die Erweiterung der dualen Ausbildung um das Prinzip der „Assistierten Ausbildung“,
  • die Aufhebung der verschärften Sanktionen für Jugendliche im SGB II
  • und die Unterstützung Betroffener mit ergänzenden materiellen und immateriellen Hilfen.

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V. vom 19.11.2014

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